Am Rand der Stadt geht die Angst vor Einbrecherbanden um

Ruhig und doch verkehrsgünstig gelegen - so sieht der Traum vieler aus, die auf der Suche nach einem Eigenheim sind. Doch hoch im Kurs stehen derlei Immobilienstandorte auch bei Kriminellen.

Mittelbach.

Mit der Ruhe auf dem Dorf ist es vorläufig vorbei. Noch immer sorgen jene Einbrüche in Einfamilienhäuser für Gesprächsstoff, die sich Ende vergangener Woche in Mittelbach ereignet haben. Von mindestens sechs Fällen allein zwischen Freitag und Samstag geht die Polizei aus.

Ortsvorsteher Gunter Fix spricht von einem Novum. "Mich macht die Tatzeit einiger Fälle stutzig: Am späten Nachmittag ist ja durchaus noch Begängnis im Ort", schildert er. Ähnlich verwundert zeigte sich vor der gestrigen Sitzung des Ortschaftsrates seine Stellvertreterin Ursula Frischmann, selbst Bewohnerin eines Eigenheims. "Ich war richtig erschrocken. Bislang sind solche Sachen an Mittelbach ja Gott sei Dank vorbeigegangen", sagte sie.


Die Vorfälle reihen sich ein in eine länger werdende Liste ähnlicher Vorfälle, die seit Oktober gehäuft in und um Chemnitz herum auftreten. Betroffen sind in der Regel ländlich geprägte Lagen am Stadtrand, oft nicht allzu weit entfernt von großen Ausfallstraßen und Autobahnen. Die Einbrecher gelangen oft über aufgehebelte Terrassentüren ins Haus, mitunter schlagen sie Scheiben ein. Bevorzugtes Beutegut sind Geld und Schmuck, aber auch Fernseher, Spielkonsolen und Sportartikel verschwanden schon.

Dass sich derlei Vorkommnisse in diesen Wochen häufen, überrascht Versicherungsexperten nicht. "Das letzte Quartal des Jahres ist Hauptsaison für Einbrecher", sagt Jörg von Fürstenwerth, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft GDV. Fast jeder fünfte Einbruch des Jahres 2014 habe sich nach einer Studie des Verbandes im Dezember ereignet, jeweils jeder zehnte im Oktober und im November. Allerdings: Die Anzahl vergleichbarer Einbrüche liegt in diesem Jahr in Chemnitz und Umgebung über denen der Vorjahreszeiträume. "Gerechnet ab 1. November haben wir gegenüber 2013 und 2014 einen Anstieg zu verzeichnen", sagte Raphael Scholz von der Chemnitzer Polizei gestern der "Freien Presse".

Ist da vielleicht eine Bande unterwegs, die von Ort zu Ort, von Stadtteil zu Stadtteil zieht? "Wir gehen davon aus, dass hier unterschiedliche Tätergruppen am Werk sind", sagt Scholz. Die Ermittler prüften anhand der Spuren Zusammenhän-

ge zwischen den einzelnen Vorfällen. Auch die Gemeinden rund um Chemnitz würden dabei mitbetrachtet, denn die Tatorte allein der vergangenen Woche reichen von Hartmannsdorf im Norden der Stadt bis nach Neukirchen an der südlichen Stadtgrenze. Eine erste Häufung war Ende Oktober unweit der B 174 im Stadtteil Kleinolbersdorf-Altenhain festzustellen gewesen, danach folgten jeweils mehrere Einbrüche im benachbarten Adelsberg sowie in Borna-Heinersdorf, unweit des Autobahnkreuzes Chemnitz. Auch Rabenstein und Reichenbrand waren wiederholt betroffen.

Kleiner Hoffnungsschimmer: Zumindest einer Bande konnte die Polizei unlängst das Handwerk legen. Die siebenköpfige Tätergruppe hatte im Frühjahr bei über einem Dutzend Wohnungseinbrüchen im Erzgebirge Bargeld, Schmuck und Unterhaltungselektronik im Wert von mehr als 70.000 Euro erbeutet.


Was die Polizei empfiehlt

Nachbarn sollten sich gegenseitig unterstützen und auf Grundstücke und Häuser gemeinsam aufpassen. Halten sich beispielsweise unbekannte Personen auf dem Grundstück des Nachbarn auf, so sollte man die Situation besonders aufmerksam beobachten. Die Polizei rät, verdächtige Beobachtungen ihr umgehend zu melden. Dazu könne auch die Notrufnummer "110" genutzt werden.

Eine ähnliche Einbruchsserie wie aktuell hatte es in Chemnitz zuletzt im Frühjahr 2012 gegeben. Auch damals waren vor allem eher ländlich geprägte Stadtteile am Stadtrand betroffen gewesen. Einer der Schwerpunkte war Adelsberg, wo binnen weniger Wochen zehn Eigenheime von Einbrechern heimgesucht wurden. Die meisten der Taten damals hatten sich am helllichten Tag ereignet. (fp)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
11Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    0
    Pixelghost
    13.12.2015

    Wir hätten ja ausreichend Polizisten um die Wohngebiete zu bestreifen, aber die dürfen sich ja in Leipzig mit Steinen bewerfen lassen.

  • 2
    2
    aussaugerges
    09.12.2015

    Sie wollen und können sich in die DDR versetzen.

    Wir konnten alles sagen in der Kneipe und auch im Betrieb.
    Wir treffen uns auch jedes Jahr.
    Was wir für Baustellen abgearbeitet haben.
    Heute kennt kein Elektrolehrling mehr einen Drehstrommotor weil es keine richtigen Betriebe mehr gibt.

  • 3
    4
    aussaugerges
    09.12.2015

    Mein lieber Wessi The Beast:
    Sie können sich gar nicht vorstellen wie sicher wir gelebt haben.
    Da standen Tausende Kinderwagen vor den Kaufhäusern mit den Kindern.

    Das geht nie in ihren Kopf.
    Da hat das Wort was gegolten.


    Und der Polizeiruf wat ein Film.

    Wenn wir die Krimmis von golden Westen gesehen haben.
    Dannwar das eine ganz andere Welt

  • 4
    4
    TheBeastFromTheEast
    09.12.2015

    @aussaugerges: Wenn Sie erst einmal eine "ehrliche" Statistik sehen wollen, können Sie nicht behaupten, daß die Kriminalität tatsächlich gestiegen sei - denn dafür fehlen Ihnen ja die "ehrlichen" Daten. Und warum die Kriminalstatistik falsch sein soll, verschweigen Sie dem geneigten Publikum auch. Wissen Ihre Enkel eigentlich, wie Sie sich hier zum H.... machen ? Nach Ihrer Darstellung wäre ja die KriPo in der DDR (und da unterscheide ich durchaus von der StaSi) praktisch überflüssig gewesen. Das kann nicht ernst gemeint sein - Demenz ist eben wirklich schlimm.

  • 6
    4
    aussaugerges
    08.12.2015

    Wieso sollen meine Fingerabdrücke genommen werden.?

    Und die Kriminalität ist gegenüber zu DDR Zeiten um 500 %
    gestiegen.
    Und Wertmäßig um 100000% wenn Bank und Auto Einbrüche gerechnet werden.

    Da möchte ich mal eine ehrliche Statistik sehen wollen.
    MENSCH ZU DDR Zeiten haben wir nie die Wonhung abgschlossen.

  • 4
    4
    Pixelghost
    08.12.2015

    @aussaugerges, wieder so eine Story aus "Tausend und einer Nacht"?

    "Beim Einbruch in den Wohnwagen wurden keine Fingerabdrücke genommen."

    Was, vom Wohnwagen? Vom Wohnwagenbesitzer? Von Ihnen?
    Ich kann Ihnen nicht folgen.

    Aber fragen Sie doch mal Ihren Oberamtsrat, wie man das so macht mit dem "Nehmen von Fingerabdrücken" vom Wohnwagen.

  • 5
    5
    TheBeastFromTheEast
    08.12.2015

    Die polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet seit 2009 einen signifikanten Anstieg bei Einbruchsdelikten (http://www.daitem.de/polizeiliche-kriminalstatistik-deutschland) - deutschlandweit. Deshalb gibt es seitdem auch die verschiedensten Präventions-Kampagnen. Und das es "das" früher nicht gegeben habe, ist auch (nur) eine Legende: Einfach mal die alten "Polizeiruf 110"-Folgen aufrufen. " Anders als bei heutigen Krimis, in denen Morde praktisch die Minimalverbrechen sind, kamen zwar auch beim Polizeiruf 110 Tötungsdelikte vor, jedoch beschäftigten sich die Ermittler in allen Bezirken der DDR überwiegend mit den häufigeren und weniger schweren Delikten wie Einbruch, Erpressung, Betrug, Diebstahl und Jugendkriminalität." (https://de.wikipedia.org/wiki/Polizeiruf_110) Also: Kühlen Kopf bewahren, Vorsorge treffen - und der Rest ist allgemeines Lebensrisiko. Einsiedel 2015 ist nicht Chikago 1925 ........... Wer das nicht erkennt, macht sich einfach nur lächerlich.

  • 6
    6
    Interessierte
    08.12.2015

    Das ist schon übelst , dass du dich einigeln und absichern mußt , damit du nicht überfallen , ausgeraubt und ggf. noch umgebracht wirst ...

    Wenn die Leute auf den Dörfern alle in der Kirche sitzen wie Weihnachten , wird eventuell dein Haus ausgeraubt ...

    Zumindest einer Bande konnte die Polizei unlängst das Handwerk legen.
    ( waren das nicht diese Ausländer oder Flüchtlinge , die das nicht wissen , das man anderer Grundstücke und Häuser nicht betritt ?

  • 9
    5
    aussaugerges
    08.12.2015

    Beim Einbruch in den Wohnwagen wurden keine Fingerabdücke genommen.
    ==========Also hohe Versicherung bezahlen.==========

    AFD= Rechtsstaat vor Rechtsbruch
    Ob das wieder gestrichen wird. 11,08 Uhr

  • 11
    8
    gretahermann
    08.12.2015

    Was Ihnen die Polizei aus beamtenrechtlichen Gründen nicht empfehlen darf:

    Überlegen Sie GANZ GENAU, wo Sie bei Wahlen Ihr Kreuz machen.
    Nur drei Kreuze machen, weil bei Ihnen noch nicht eingebrochen wurde, hilft auf jeden Fall nicht weiter.

  • 25
    7
    gdz
    08.12.2015

    Wir haben also einen Anstieg der Kriminalität. Ich bin sicher, Politik, Polizei und Medien werden uns versichern, dass da nichts mit den Asylanten und den ungehinderten Einreise nach Deutschland zu tun und auch nichts mit den Tausenden Unregistrierter im Lande.
    Und was machen Polizei und Politik ? Sie geben Tipps und schimpfen gegen Bürgerwehren. Im Schadensfall ist man allein gelassen. Aber sonst darf ich gerne den Gutmenschen zujubeln. Wir müssen uns also zukünftig verstärkt selbst schützen. Auch OK. Man muß es nur wissen. Die Umsatzzahlen bei "Selbstverteidigungsgeräten" spricht für sich. Es wird künftig nicht besser im Lande.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...