Annaberger Straße: Autofahrer genervt von vielen Baustellen

Die Fahrt auf der B 95 durch Harthau kostet derzeit viele Pendler mehr Zeit. Dabei wird gar nicht an allen gesperrten Stellen gearbeitet.

Harthau.

Torsten Krüger hat schon resigniert. "Die bauen in Chemnitz doch immer gerade so, wie sie gerade lustig sind", sagt der Autofahrer, der auf dem Harthauer Berg wohnt. Da er ohnehin nichts ändern könne, bleibe ihm nichts anderes übrig, als mit den vielen gleichzeitigen Straßenbaustellen in der Stadt zu leben.

Zu diesen Baustellen, die ihn täglich Zeit kosten, gehören zurzeit auch gleich drei auf einem nur etwa 1000 Meter langen Abschnitt der Annaberger Straße in Harthau. Kurz vor der Einmündung der Klaffenbacher Straße sind nur stadtwärts fahrende Autofahrer betroffen. Weil die Geradeaus-Spur wegen Bauarbeiten gesperrt ist, werden sie jedes Mal aufgehalten, wenn ein vor ihnen fahrender Linksabbieger wegen Gegenverkehrs nicht abbiegen kann.


Die nächste Baustelle, an der mobile Ampeln den Verkehr in beiden Richtungen wechselseitig stoppen, folgt an der Einmündung der Straße Alte Harth. Reifenhändler Detlef Jistel, der gleich daneben sein Geschäft hat, ärgert sich darüber, dass dort tagelang keine Bauarbeiter zu sehen seien. "Dabei werden nur Kästen neben der Fahrbahn gewechselt. Kleine Firmen würden das vom Fußweg aus erledigen. Für die Telekom wird gleich die halbe Straße gesperrt", schimpft er. Sein Nachbar, Tankstellenbesitzer Thomas Meyer, ist noch stärker betroffen. "Wegen der Baustelle hat mir das Tiefbauamt die Ausfahrt gesperrt. Für die Tanklaster ist hier aber gar kein Platz zum Wenden", berichtet er. Seine Beschwerde im Rathaus darüber sei aber erfolglos geblieben.

Die dritte, ebenfalls halbseitige Straßensperrung mit Ampelregelung befindet sich knapp 800 Meter weiter in Höhe der Riemenschneiderstraße. Sie begann am 4. Oktober und sollte laut erster Ankündigung am 21. Oktober beendet sein. Inzwischen wurde sie aber viermal um jeweils eine Woche verlängert. Aktuell wird von der Stadtverwaltung der 18. November als Fertigstellungstermin genannt. "Warum darf die nächste Baustelle auf kurzer Strecken begonnen werden, bevor die vorherige abgeschlossen ist?", fragt eine Pendlerin, die an der alten Kirche in Harthau wohnt, genervt. Denn gleichzeitig ist ihre Ausweichstrecke über die Zöblitzer und Schulstraße seit Ende Juli und noch bis Ende November voll gesperrt.

Von der Telekom war gestern keine Auskunft zu erhalten. Die Stadtverwaltung, von der die Sperrungen genehmigt wurden, teilte auf Anfrage mit, dass der Kommunikationskonzern an der Annaberger Straße alte Verteilerschränke durch solche mit Multifunktionsgehäuse ersetze. In Höhe der Riemenschneiderstraße und der Klaffenbacher Straße sei das bereits erfolgt. An der Alten Harth sei die Fahrbahn nicht eingeschränkt. Dort dienten die Baustellenampeln dem sicheren Übergang der Fußgänger, darunter vieler Schulkinder. Nach dem Setzen der Multifunktionskästen müssten diese noch durch Kabel, die durch in der Erde liegende Leerrohre gezogen werden, miteinander verbunden werden. Erst dann könnten die Sperrungen aufgehoben werden. Die Stadtverwaltung habe bei der Telekom darauf gedrängt, dass der geplante Fertigstellungstermin 18. November eingehalten wird.

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