Anruf beim Arztdienst landet ab sofort in Leipzig

Leitstelle in Zwickau ist nicht mehr zuständig - Rettungszweckverband wegen Änderung verärgert

Zwickau.

Wer abends, nachts oder am Wochenende einen Hausarzt braucht, wird jetzt zentral von Telefonisten aus Leipzig zum diensthabenden Mediziner vermittelt. Das bestätigte die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) auf Nachfrage. Hintergrund ist eine bundesweite Reform des Bereitschaftsdienstes, so eine Sprecherin. Bislang liefen sämtliche Anrufe aus dem Landkreis Zwickau und aus dem Vogtland bei der Rettungsleitstelle in Zwickau auf. Der Vertrag mit dem Rettungszweckverband Südwestsachsen, der die Leitstelle betreibt, wurde jedoch gekündigt.

Das neue System habe für die Patienten keinen Nachteil, so die KVS. Tatsächlich sollten sie ihre Erkrankung jedoch richtig einschätzen können, bevor sie zum Telefon greifen: Wer schwer krank ist und einen Rettungswagen braucht, sollte die 112 rufen. Bei Beschwerden, derentwegen man einen niedergelassenen Arzt aufsuchen würde, sollen die Patienten die 116117 wählen. Das ist die bundesweite Nummer der Vermittlungszentralen der Kassenärztlichen Vereinigung. Sie funktioniert nur dann, wenn die Praxen der niedergelassenen Ärzte geschlossen sind.

Die für Sachsen zuständige Zentrale sitzt in Leipzig. Personal mit medizinischer Ausbildung vermittelt von dort aus an den diensthabenden Bereitschaftsarzt für Hausbesuche in der jeweiligen Region. Nach Angaben der KVS ist für nächstes Jahr eine Werbekampagne geplant, um die Nummer in der Bevölkerung bekannter zu machen.

Jens Leistner, Chef des Rettungszweckverbandes Südwestsachsen, kritisiert die per Gesetz festgelegte Umstellung: "Fachlich ist es der falsche Weg. Bisher lag alles in einer Hand. Wir konnten entscheiden, ob wir den Hausarzt schicken oder den Notarzt mit Rettungswagen." Jetzt müssten Patienten, die einen Hausarzt suchen, oft zweimal anrufen. Die für die 112 zuständige Leitstelle verweise sie an die 116117. (manu)

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