Anwohner der Frankenberger Straße fordern Lärmschutz

Die meisten Ebersdorfer können die Verlängerung des Südrings kaum erwarten. In einem Gebiet weckt sie Befürchtungen.

Ebersdorf.

Ihre Häuser stehen im nordöstlichsten Zipfel von Chemnitz, wo Ebersdorf an Lichtenwalde und Oberlichtenau grenzt. Die Anwohner der Frankenberger und Mittweidaer Straße am Gasthof "Brettmühle" leiden seit Jahren unter zunehmendem Verkehrslärm von dem Autobahnzubringer.

"Wir sitzen mit Ohropax im Garten", berichtet Andrea Geipel, die seit 1993 am Abzweig der Harrasstraße wohnt. Seit 1999 der Asphaltbelag erneuert wurde, seien die Geräusche von der Bundesstraße 169 lauter zu hören. Fahrer von Lastzügen und Motorrädern geben hier, am Beginn der Steigung in Richtung Chemnitz, ordentlich Gas. Erlaubt ist Tempo 70. Doch wenn die Ampeln am Abzweig grün leuchten oder nachts, wenn sie abgeschaltet sind, würden viele Fahrzeuge mit höherer Geschwindigkeit "einfach durchbrettern", so Andrea Geipel.


"Wir wünschen uns Ruhe", sagt auch Thomas Schirmer, dem das letzte Haus auf Chemnitzer Gebiet an der Mittweidaer Straße gehört. Eine Begrenzung auf Tempo 50 und regelmäßige K0ntrollen würden helfen, glaubt er. "Der stationäre Blitzer vom Ortseingang, den inzwischen alle Autofahrer kennen, müsste hierher verlegt werden", schlägt er vor. Tempo 50 würde auch den Schülern, die zur Bushaltestelle an der "Brettmühle" müssen, das Überqueren der B 169 erleichtern, ergänzt Dieter Haase, ein weiterer Anwohner.

Ebenso wie seine Nachbarn fürchtet er, dass der Verkehr noch zunehmen wird, wenn erst die von vielen Ebersdorfern schon seit Jahrzehnten mit Ungeduld erwartete Verlängerung des Südrings von der Augustusburger bis zur Frankenberger Straße abgeschlossen ist. "Alle, die zwischen Dresden und dem Erzgebirge unterwegs sind, werden dann hier vorbeidonnern", schätzt er. Schon jetzt bekämen die Ebersdorfer jedes Mal einen Vorgeschmack darauf, wenn am Autobahnkreuz Chemnitz Staus ist.

Deswegen fordern die Rand-Chemnitzer den schnellen Weiterbau des Südrings bis Oberlichtenau auf einer lärmgeschützten Trasse östlich der Frankenberger und Mittweidaer Straße. Dass über den derzeitigen Planungsstand dafür zuletzt in Lichtenau, jedoch nicht in Ebersdorf informiert wurde, können sie nicht verstehen. Auf einer Veranstaltung mit dem verkehrspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Nowak, haben sie ihrer Unzufriedenheit Luft gemacht. Der Landtagsabgeordnete und Stadtrat Alexander Dierks und Michael Specht, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Gablenz/Nord-Ost und Stadtratskandidat, haben ihnen Unterstützung zugesagt. Die Stadtverwaltung erklärte am Dienstag, ihre Zuständigkeit für die Frankenberger Straße ende am Ortsausgangsschild nahe der Tankstelle. Eine Anfrage an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr blieb unbeantwortet.

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