Diakonie soll Sozialarbeit an Schulen übernehmen

Debatte im Burgstädter Stadtrat - AfD zweifelt an Notwendigkeit

Burgstädt.

Ab 1. August 2020 soll die Diakonie Rochlitz die Sozialarbeit an der Goetheschule und der Grundschule Mohsdorf weiterführen. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Wie Bürgermeister Lars Naumann (FWB) sagte, arbeiten seit Mai 2018 Sozialarbeiter an den Einrichtungen. Die Arbeit sei zum festen Bestandteil des Schulalltags geworden. Bisher sei die Aufgabe zu 100 Prozent aus Mitteln der Europäischen Union gefördert worden, das sei bis 31. Juli 2020 gesichert.

Die Verwaltung hatte im Vorfeld Träger der freien Jugendhilfe um Mithilfe gebeten. Die Muldentaler Jugendhäuser, das Don-Bosco-Jugendwerk und die Diakonie Rochlitz, die bereits in der Stadt aktiv sind, bewarben sich für die Aufgabe. Anliegen war es laut Stadtverwaltung, die Sozialarbeit weiterzuführen und in Schulsozialarbeit umzuwandeln. Dabei soll Yvonne Worbs, die bisher durch EU-Förderung Sozialarbeit an Kitas und Schulen leistet, vom freien Träger übernommen werden. Für 2020 sichert die Stadt die Zahlung der Stelle zu, maximal aber 30.000 Euro für fünf Monate. Sollte es Fördergeld geben, so hieß es im Beschluss, könnte der Eigenanteil auf 10.000 Euro gesenkt werden.

Hauptamtsleiterin Josefine Müller informierte, dass eine Schulumfeldanalyse als Bedarfsnachweis durch beide Schulen erfolgen müsse. Bei der Bewertung der Angebote mit maximal 90 Punkten hatte die Diakonie Rochlitz mit 80 Punkten am besten abgeschnitten. Gefolgt von Don Bosco (64) und Muldentaler Jugendhäuser (60). Analysiert wurden beispielsweise Kostenplan, pädagogisches Konzept, Erfahrungswerte und Vergütung.

In der Diskussion sagte FWB-Fraktionsvorsitzender Christian Flechsig, dass Prävention bereits im Kindesalter notwendig sei. Dabei führte er auch die jüngste Kriminalitätsstatistik an. Die Jugendkriminalität in Burgstädt ist im Vergleich zu anderen Orten in der Region hoch. AfD-Fraktionsvorsitzender Matthias Hofmann zweifelte an der Notwendigkeit, weil vor allem die Eltern in der Pflicht seien. Dagegen sagte Michael Seidel (SPD/Grüne), dass Schulsozialarbeit zeitig beginnen müsse. Das unterstrich auch Markus Kolbe (FWB), denn die Schule habe einen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Mit der Stimmenthaltung der drei AfD-Räte wurde der Beschluss angenommen.

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