Diebstahl und Unfälle - Kreis erneuert Schilder

Schrift ist jetzt besser zu lesen - Doch Ärger wegen Empfangstafeln bleibt

Niederwiesa/Hartmannsdorf.

Es grenzte an einen Schildbürgerstreich: Ende 2014 ließ der Landkreis an 68 Stellen in Mittelsachsen Willkommensschilder aufstellen. Doch die 8000 Euro teure Werbeaktion zog monatelange heftige Diskussionen nach sich. Nicht nur Grafiker kritisierten, dass die Schilder in der Größe eines Ortseingangsschildes ihre Wirkung verfehlen. Denn Autofahrer konnten die kleine Schrift auf den Empfangstafeln im Vorbeifahren kaum entziffern. Jetzt, fünf Jahre später, hat die Kreisverwaltung an 40"Eingängen" des Landkreises neue Schilder für rund 4000 Euro aufstellen lassen.

Und die neuen Tafeln berücksichtigen die Kritik an ihren Vorgängern. Auf den Abdruck der Internetadresse des Landkreises und den Umriss des Kreises wurde verzichtet. Dafür stechen jetzt der Schriftzug "Landkreis Mittelsachsen - Willkommen" und das Kreiswappen hervor. Die Schilder wirken übersichtlicher und ansprechender.

Hintergrund der neuen, überarbeiteten Tafeln ist, dass mehrere Schilder aufgrund von Diebstählen, Vandalismus oder auch Unfällen erneuert werden mussten, sagt ein Pressesprecher des Landratsamtes. Dazu gehört auch ein Schild an der B 173 in Niederwiesa.

Auf die Frage, ob die Kreisbehörde mit der neuen Gestaltung der Willkommenstafeln auf die Kritik der Autofahrer reagierte, erwidert er: Die Gestaltung ist lediglich an das aktuelle Corporate Design, also das einheitliche Erscheinungsbild des Kreises, angepasst worden.

Der Augustusburger Steffen Morgenstern gehörte vor fast fünf Jahren zu den Kritikern der alten Kreis-Eingangsschilder. "Wenn ich mit 100Sachen unterwegs bin, kann ich kaum etwas oder gar nichts erkennen", sagte Morgenstern im Januar 2015. Und sein jetziges Urteil? "Auf jeden Fall ist das neue Schild beim Verlassen des Kreises besser lesbar", so der 65-Jährige. Trotzdem finde er nach wie vor, "dass die Schilder niemand wirklich braucht". Die braunen Autobahn-Schilder als Hinweis zu Sehenswürdigkeiten oder zum "Weltkulturerbe Erzgebirge" hingegen befürwortet er.

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