Ex-OB drückt Sportlern in London die Daumen

Als Edelfan sitzt Peter Seifert bei der Leichtathletik-WM auf der Tribüne. Dabei denkt er auch an eine persönliche Niederlage.

Zwei London-Reiseführer auf dem Schreibtisch, daneben der Zeitplan der Wettkämpfe - gut vorbereitet ist Peter Seifert zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft nach London abgeflogen. Gestern Abend hat der Präsident des Leichtathletik-Clubs Chemnitz (LAC) die ersten Wettkämpfe im Olympiastadion der britischen Hauptstadt verfolgt.

Die Reise bekam der ehemalige Oberbürgermeister geschenkt, als ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen wurde. "Ich war sehr überrascht. Ein Geschenk zu erhalten - damit hatte ich nicht gerechnet." Dass es dann so ein zielgerichtetes war, freute ihn besonders. Als ehemaliger Sprinter, der die 100 Meter unter elf Sekunden lief, fiebert er dem heutigen 100-Meter-Finale der Männer mit dem letzten Auftritt von Olympiasieger Usain Bolt auf dieser Strecke entgegen. "Ich habe seinen Weltrekord-Lauf bei der WM in Berlin 2009 im Stadion gesehen. Bolt ist ein Ereignis", so der Experte.


Auch den Wettkampf von LAC-Dreispringerin Kristin Gierisch mit dem Vorkampf heute und dem Finale am Montag wird der Präsident verfolgen. Doch ob sie und Vereinskamerad Max Heß, ebenfalls Dreispringer, eine Medaille mit nach Chemnitz bringen, sieht Peter Seifert eher skeptisch. Für beide werde es schwer. "Es sind Weltmeisterschaften", verweist der LAC-Präsident auf das zu erwartende hohe Niveau. Ein Platz im Finale sei für die Chemnitzer ein großer Erfolg. Das Finale im Dreisprung der Männer wird Peter Seifert aber nicht mehr live in London verfolgen können. "Ein Termin in Berlin", erklärt er. Doch beim Diskuswerfen der Männer heute Abend will er mitfiebern. "1996 stellte der LAC beide Olympiasieger in dieser Disziplin - Lars Riedel und Ilka Wyludda", schwärmt der 76-Jährige ein bisschen von erfolgreichen Tagen. Die Erinnerungen daran würde er gern in Chemnitz öffentlich präsentieren. Er weiß auch schon, wo: "Im Marathonturm des Sportforums wäre genügend Platz."

Aber zunächst steht London auf dem Programm. Das Großereignis weckt bei Peter Seifert auch Erinnerungen. Beinahe wäre es ihm gelungen, als OB die Leichtathletik-EM 2001 nach Chemnitz zu holen. Der Plan scheiterte, weil der damalige Ministerpräsident des Freistaates Sachsen keine Zusage für eine finanzielle Beteiligung an der Sanierung des Sportforums machen wollte, sagt Seifert: "Das nehme ich Kurt Biedenkopf heute noch übel."

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    cn3boj00
    05.08.2017

    Ja eine EM hätte Chemnitz viel Auftrieb gegeben, und die Sportstätten wären vielleicht eher mal saniert worden. Leider war der Biedenkopf ein autokratischer Starrkopf.



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