Ex-VW-Chef für Ausbildung zusätzlicher Lehrer

Breite Unterstützung für Forderung nach Ausbau der Kapazitäten an der TU

Die Befürworter eines Ausbaus der Lehrerausbildung an der Technischen Universität Chemnitz haben prominente Unterstützung erhalten. Der frühere Vorstandschef des Volkswagenkonzerns und Chemnitzer Ehrenbürger Carl Hahn hat sich bei einem Besuch in Chemnitz für ihr Anliegen stark gemacht. Deutschland müsse sich einstellen auf eine sich ändernde Welt und dafür Sorge tragen, dass sein Bildungssystem ebenso wettbewerbsfähig bleibe wie seine Produkte, sagte Hahn am Samstag vor Schülervertretern in einer Ansprache am Düsseldorfer Platz.

Hintergrund ist der akute Lehrermangel in Sachsen, von dem die Region Chemnitz besonders betroffen ist. Würden an der TU Lehrer nicht nur für Grundschulen, sondern etwa auch für Oberschulen ausgebildet, könnte dies zu einer Entlastung der angespannten Situation beitragen, heißt es. Studieninteressierte wären dann nicht mehr gezwungen, für ihre Ausbildung die Region zu verlassen. Die Möglichkeit eines Studiums in Chemnitz, so die Hoffnung, könnte dafür sorgen, dass anschließend mehr Absolventen hier bleiben, anstatt wie die meisten nach Dresden oder Leipzig zu gehen.


Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) unterstützt das Anliegen ausdrücklich. "Eine vollständige Lehrerausbildung gehört an die TU Chemnitz Nur so kann der Lehrernachwuchs in der Region wirklich gesichert werden", schrieb sie vorab an die Organisatoren des Treffens mit Hahn. Ähnlich äußerten sich Vertreter des Stadteltern- und des Stadtschülerschaftsrates. "Chemnitz benötigt deutlich mehr Lehrer. Es ist ein Anfang, die Oberschullehrerausbildung hier vor Ort durchzuführen", so Schülervertreterin Anna Maria Schönherr.

Gerd Strohmeier, der Rektor der Uni, hatte zuletzt mehrfach betont, dass die TU"grundsätzlich sehr gern bereit sei, die Lehramtsausbildung, etwa auf das Berufsschullehramt, auszudehnen". Dies dürfe aber nicht zu Lasten bestehender Uni-Bereiche gehen. Vielmehr müsse der Freistaat für die Erweiterung der Lehramtsausbildung zusätzliche Ressourcen und Studienplätze bereitstellen.

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 2 Bewertungen
10Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    3
    Interessierte
    14.05.2019

    Das hat die Frau OB sicherlich verpaßt , wo es doch so viele andere Problem in der Stadt in den letzten Jahren gab und so viele andere Sachen geplant werden müssen

    Und @kw05b5chns , das sieht aus wie ein 5-Jahres-Plan ;-)

  • 2
    1
    franzudo2013
    13.05.2019

    Frau Ludwig, warum gibt es in Chemnitz keine Schule die den Namen Carl Hahn trägt? Warum gibt es keine Internationale Schule in Chemnitz?
    Warum gibt es keine Oberbürgermeisterin, die den Ehrenbürger unterstützt und sich für bessere Bildung einsetzt?

  • 1
    0
    kw05b5chns
    13.05.2019

    Wer es genauer wissen möchte, schaut einfach hier.
    https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-299882.html

  • 1
    8
    Interessierte
    13.05.2019

    Ich frage mich , wozu man dazu ´prominente´ Unterstützung braucht ???
    Und warum hat sich denn die Frau OB nicht schon viel früher dafür eingesetzt ?
    Und wenn der Herr Strohmeier ´dazu` sehr gern bereit ist und aber ´Ressourcen und Studienplätze´fehlen , vielleicht sollte man da noch ein Gebäude bauen ????
    Oder ausbauen , da denke ich gerade mal an die Hauptpost
    Dort war auch einmal ein großer „Freizeitplatz“ mit vorgesehen mit Bahn-Anschluß
    Damit würde sich der Uni-Bibo-Vorplatz erübrigen und der Bus-Bahnhof könnte bleiben ...

  • 4
    3
    fnor
    13.05.2019

    Sicher kann man es schlechter machen. Z.B. könnte man einen Lehrerpranger im Internet einrichten, bei dem man missliebige Lehrer, die gegen die Partei sind, melden kann. Als Student würde ich mir überlegen, unter welchen Bedingungen ich arbeiten möchte und ständig angeschwärzt werden will oder doch lieber etwas anderes studiere. Zum Glück ist die Partei mit der DDR unter gegangen. Parallelen zur Gegenwart fallen mir überhaupt keine ein.

  • 6
    4
    HHCL
    13.05.2019

    Wieso sollten "die Anderen" nur eine bestimmte Oppositionspartei sein?

    Das wollten Sie wohl herauslesen.

  • 8
    7
    Blackadder
    13.05.2019

    @mike: "Die Frage ist, ob die Anderen es hätten schlechter machen können? "

    Es ist mir neu, dass es nur eine Oppositionspartei in Sachsen gibt. Also Butter bei die Fische, wie man so schön sagt.

  • 6
    6
    Mike1969
    13.05.2019

    @Blackadder: Das stimmt schon. Aber ein Fakt ist unbestätigt. Die dran sind haben es seit 20 Jahren nie wirklich geschafft in unserer Region SüdWestSachsen Zeichen zu setzen! Die Anderen konnten den Beweis nicht antreten. Die Frage ist, ob die Anderen es hätten schlechter machen können? Was denkst Du?

  • 11
    6
    Blackadder
    13.05.2019

    @Mike: leider gibt es darüber, WER genau es denn besser kann sehr große Unstimmigkeiten in der Bevölkerung.

  • 9
    8
    Mike1969
    13.05.2019

    September ist Landtagswahl in Sachsen. Muss ich mehr dazu sagen. Dann wählt genau die, die es besser können. Die dran sind scheinen ja seit Jahren vergessen zu haben, dass hier auch Bedürfnisse in der Region sind … Lehrer, Autobahn, Zug, etc. etc. etc … Sie wollen, dass ihr sie wählt, damit sie ihren Job in Dresden behalten. Mal eine interessante Frage. Aber warum soll man die wählen, denen man nicht am Herzen liegt?



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