Freie Fahrt für Radfahrer auf mehr Einbahnstraßen

Kaßberg und Altendorf sind in diesem Jahr Schwerpunkte bei der Einführung neuer Regeln für Fahrradnutzer. Autofahrer scheinen damit gut klarzukommen.

Kaßberg/Altendorf.

Einbahnstraßen in Gegenrichtung befahren? Was Autofahrer teuer zu stehen kommen kann, ist Radfahrern auf immer mehr Straßen in Chemnitz ausdrücklich erlaubt. Nachdem im vergangenen Jahr vor allem auf dem Sonnenberg, aber auch in Bernsdorf und im Yorckgebiet eine Reihe von Einbahnstraßen mit entsprechenden Zusatzschildern ausgestattet wurden, sind in diesem Jahr der Kaßberg und das angrenzende Altendorf Schwerpunkte bei der Umsetzung der Radverkehrskonzeption. Deren Ziel ist es, mehr Chemnitzer zum Umsteigen aufs Rad zu bewegen - vor allem durch attraktive und sichere Verbindungen.

In diesem Jahr geht es um insgesamt sieben Straßen innerhalb von Tempo-30-Zonen, erläutert Baubürgermeister Michael Stötzer. Er sieht in der Öffnung der Einbahnstraßen eine sichere Lösung, um zusätzliche Direktverbindungen für Radfahrer zu schaffen. Bundesweit würden damit gute Erfahrungen gemacht.


In Chemnitz ist das offenbar nicht anders. "Uns ist nicht bekannt, dass es auf diesen Straßen zu Problemen kommt", sagt Lutz Möckel von der Verkehrswacht. Autofahrer würden durch die Zusatzschilder auf möglichen Gegenverkehr aufmerksam gemacht. "Wenn die Straße breit genug ist und jeder rechts fährt, sollte das funktionieren."

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt Ralph Sontag vom Radfahrerclub ADFC. Eine allgemeine Freigabe von Einbahnstraßen für Radfahrer im Gegenverkehr hielte er jedoch für heikel. "Man muss sich da jede Straße und jede Kreuzung genau anschauen, ob das auch wirklich funktioniert", verdeutlichte er. Im Zweifelsfall täten die Behörden gut daran, von einer Öffnung abzusehen. "Die Meinungen gehen da natürlich mitunter auseinander", räumte er ein. Dennoch sollte die Stadt auch weiterhin prüfen, welche Einbahnstraßen für eine Freigabe infrage kommen könnten, so Sontag. "Radfahrer sind sehr empfindlich, was Umwege betrifft", sagte er.

Dem würde Lutz Möckel von der Verkehrswacht nicht widersprechen. "Viele fahren ja auch dort rein, wo es gar nicht erlaubt ist."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...