Globus öffnet im Neefepark mit neuem Marktkonzept

Am Freitag empfängt das Einkaufscenter seine ersten Kunden. Dabei waren die Investoren in der Stadt nicht unbedingt willkommen.

Stelzendorf.

Südring und Neefestraße könnten am Freitag auf eine ungewöhnliche Belastungsprobe gestellt werden: Um 8 Uhr öffnet erstmals das Globus-Warenhaus im Neefepark. Die Geschäftsleitung rechnet ebenso wie die Verkehrspolizei mit sehr großem Andrang, hieß es am Mittwochabend, als geladenen Gästen das Marktkonzept vorgestellt wurde. Das ist auf jener Fläche umgesetzt worden, auf der die Kette Toom bis Ende 2014 Lebensmittel verkauft hat. Sie umfasst etwa 5600 Quadratmeter für den Verkauf, einschließlich markteigenem Restaurant, und 800 Quadratmeter für das Getränkecenter.

In Chemnitz setzt der Globus-Konzern aus St. Wendel im Saarland dahingehend ein neues Konzept um, als dass mit hauseigener Metzgerei, Konditorei, Fleischerei, Sushibar und Müsliautomat der Schwerpunkt auf frischen Produkten und eigener Herstellung von Lebensmitteln liegt, sagt Geschäftsleiter Thorsten Spröd. Dafür wurde auch an der Außenseite des Marktes ein eigenes Mehlsilo angebaut. Die Gesamtinvestition für den Umbau belaufe sich auf 20 Millionen Euro. Etwa 280Mitarbeiter sind in den vergangenen Wochen eingestellt worden. Rund 800 Bewerbungen lagen vor, sagt Spröd. Es sei nicht schwierig gewesen, gute Arbeitskräfte zu finden.


In seiner jetzt 47. Filiale verzichte Globus erstmals weitgehend auf Angebote, die nicht zum Lebensmittelbereich gehören. Das sogenannte Non-food-Segment beträgt laut Spröd weniger als zehn Prozent, was auf eine Auflage der Stadt zurückgeht, die dafür extra den Bebauungsplan geändert hatte. Im Rathaus fürchtet man negative Auswirkungen der Globus-Ansiedlung auf die Entwicklung des Einzelhandels in der Innenstadt, weil zu viel Kaufkraft an den Stadtrand abfließen könnte. Der Leiter des Stadtplanungsamtes, Börries Butenop, hatte seinerzeit geäußert, es könne durchaus sein, "dass unsere Rahmenbedingungen nicht zu Globus passen, aber das nehmen wir wohlwollend in Kauf". Auch die Industrie- und Handelskammer sah die Ansiedlung kritisch. Aufgrund der langwierigen Verfahren verzögerte sich das gesamte Bauvorhaben um zwei Jahre. Globus wollte ursprünglich schon 2017 eröffnen.

Das Verhältnis zwischen Investor und Stadtverwaltung ist offenbar bis heute angespannt. Zur Eröffnungsfeier kamen einzelne Stadträte, aber keine Verwaltungsvertreter. Ein Gespräch mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig habe es bislang nicht gegeben, sagt Globus-Projektleiter Heiko Weigert. "Wir haben vier Anläufe, schriftlich und mündlich, unternommen, einen Termin zu finden. Er ist leider nicht zustande gekommen, so Weigert. Unterstützt worden seien die Investoren hingegen von Alt-Oberbürgermeister Peter Seifert, der am Mittwoch der Einladung gefolgt war.

 

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 8
    4
    Blackadder
    22.03.2019

    Aus der Innenstadt sicher nicht, höchstens aus Röhrsdorf oder der Sachsenallee, denn eine so großen Lebensmittelmarkt gibt es in der Innenstadt schlicht nicht.

  • 24
    1
    Deluxe
    22.03.2019

    Ob Kaufkraft aus der Innenstadt abfließen könnte, hätte man sich vor mehr als 25 Jahren überlegen müssen, als diese ganzen Einkaufsmeilen gebaut wurden.

    Jetzt sind sie da und es ist ganz sicher der falsche Weg, dort Investoren zu behindern, die bereits entstandenen Leerstand wieder beseitigen.



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