Hartmannsdorfer Ortsdurchfahrt soll eingeengt werden

Für rund 1,1 Millionen Euro ist die Erneuerung der Chemnitzer Straße geplant. Dabei erhalten einige Verkehrsteilnehmer mehr Rechte.

Hartmannsdorf.

Die Gemeinde Hartmannsdorf hat die Planung für die Umgestaltung der Chemnitzer Straße zwischen der Kreuzung am Rathaus und dem Seniorenheim am Abzweig Herrenhaider Straße vorangetrieben. Zur jüngsten Gemeinderatssitzung ging es nun um die Finanzierung. Mehr als 1,1 Millionen Euro werden laut Bürgermeister Uwe Weinert (CDU) für das Straßenbauvorhaben gebraucht.

Die Ortsdurchfahrt soll am sogenannten Chemnitzer Berg (manche nennen ihn Hartmannsdorfer Berg) bis kurz vor der Ampel an der Herrenhaider Straße schmaler werden. In diesem Bereich soll die ehemalige Bundes- und heutige Kreisstraße künftig auf zwei Fahrbahnen zurückgebaut werden. Bisher sind es drei. An der Steigung ortsauswärts erlauben zwei Spuren ein problemloses Überholen langsamer Fahrzeuge. In der jetzigen Breite wird die Straße nach Ansicht der Räte für den Kraftfahrzeugverkehr jedoch nicht mehr gebraucht. Seit Inbetriebnahme der ersten Abschnitte der Autobahn 72 zwischen Chemnitz und Leipzig fließe erheblich weniger Verkehr durch das Dorf als zuvor, hieß es zur Begründung. Weinert verwies darauf, "dass die Überholspur auf der ehemaligen Bundesstraße 95 manche Auto- und Motorradfahrer zum Rasen verleitet".

Diese Einschätzung von Anwohnern hatte die Kontrolle mit einer mobilen Tempomessanlage bestätigt. Das Gerät war vom 13. Juni bis zum 8. Juli in Fahrtrichtung ortsauswärts in Höhe des Gasthofes Braugut installiert gewesen. Das schnellste von den dort erfassten Fahrzeugen passierte die innerörtliche Messstelle kurz hinter einer Kreuzung mit 124 Kilometern pro Stunde. Zudem gab es etliche weitere überwiegend weniger drastische Verstöße. Künftig soll es statt der Überholspur mehr Parkmöglichkeiten geben. Fußgänger und Fahrradfahrer sollen ebenfalls mehr Platz bekommen.

Die Gemeinderäte stimmten einhellig einer Vereinbarung zu, in der die Kostenaufteilung zwischen Landkreis und Kommune geregelt werden soll. Wie Weinert erläuterte, trägt der Kreis danach 47 Prozent der Kosten, Hartmannsdorf übernimmt 53 Prozent. Für den Ort bedeutet das eine Investition in Höhe von knapp 600.000 Euro. Die Landkreisbehörde kümmere sich um Fördermittel, Ausschreibungen und Auftragsvergaben, sagte der Bürgermeister. Auf Nachfrage von Gemeinderat Karl Elgas (CDU) versicherte er, dass die Ortsdurchfahrt auch nach dem Umbau eine Kreisstraße bleibe. Allerdings ändere sich der Anteil der Flächen, für deren Unterhaltung und Pflege jeweils die Gemeinde und der Kreis zuständig seien, so Weinert.

Ob mit dem Bau im kommenden Jahr oder später begonnen werden soll, wird die Gemeinderäte in der Haushaltsdebatte beschäftigen. Wichtige Details des Projektes stehen indes fest, sagte Weinert. Unter anderem soll eine neue Straßenbeleuchtung gebaut werden. Weiter erläuterte er, dass neben der Fahrbahn ortsauswärts ein Parkstreifen, ein Fahrradweg und ein neuer Fußweg geplant seien. Im oberen Teil sollen vorhandene Bäume erhalten werden. Viele seien allerdings morsch und krank, deshalb seien möglicherweise auch Ersatzpflanzungen nötig, erläuterte Weinert. Im Abschnitt vor der Herrenhaider Straße werde auf einen Parkstreifen verzichtet, dort bleibe es bei der jetzigen Straßenbreite und der Linksabbiegespur, so Weinert. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, neben der Fahrbahn ortseinwärts, sollen Fuß- und Radweg saniert werden.

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