Jubiläum stand im Mittelpunkt

Dass Chemnitz 875 Jahre alt ist, wird das ganze Jahr über gefeiert. Das Stadtfest sollte aber ein Höhepunkt sein

Eine Jubiläumsfeier mit Feuerwerk und Straßenumzug wollte man nicht. Stattdessen sollen das Jahr über kleine Veranstaltungen stattfinden, von denen mehr bleibt als ein großer Knall. Trotzdem galt das Stadtfest als Höhepunkt im Jubiläums-Veranstaltungskalender.

Darum war eine Reihe von Veranstaltungen im Programm extra mit der Zahl 875 gekennzeichnet. So hatten die Arbeitsgemeinschaft Blankenauer Grund und der Chemnitzer Geschichtsverein am Roten Turm ihr Stadtfest-Domizil aufgeschlagen. Wolfgang Uhlmann, Vorsitzender des Geschichtsvereins, klärte dort auch über geschichtliche Verwirrungen auf. Mit dem Bezug auf die erste nachgewiesene Erwähnung von Chemnitz im Jahr 1143 - damals wurde dem Schlossbergkloster das Marktrecht verliehen - sei man zur historischen zählweise zurückgekehrt. Die 800-Jahr-Feier 1965 habe sich am Besuch von Kaiser Barbarossa in Altenburg 1165 orientiert, der Chemnitz seinerzeit das Stadtrecht verliehen habe - der konkrete Nachweis fehle allerdings.

Etwas versteckt im Durchgang zwischen Wall und Innerer Klosterstraße konnten Passanten einen Blick auf Fotos werfen, die den Wandel der Brautmode im vergangenen Jahrhundert dokumentierten. TU-Studentinnen waren in die historischen Kleider geschlüpft, die ihnen von Chemnitzerinnen dafür zur Verfügung gestellt worden waren. Das älteste war von 1929.

Nicht nur die Stadt, auch das Fresstheater feiert in diesem Jahr Geburtstag - den 15. Auf der Bühne am Jakobikirchplatz gaben Schauspieler und Musiker eine Kostprobe ebenfalls zum Thema Hochzeit. Das Ensemble hatte im Vorfeld Chemnitzer Paare dazu aufgerufen, in ihren Hochzeitsoutfits zu erscheinen. Es kam: ein einziges. "Damit habe ich unsere interne Wette verloren, denn ich dachte, es kommt gar keiner", bekannte Theater-Gründer Andreas Zweigler. Das Paar durfte sich über Eintrittskarten zu einer Vorstellung freuen.

Ein Feuerwerk gab es am Ende übrigens doch. Allerdings in Form von Licht. Je zweimal am Abend wurde die fünfminütige Lichtshow am Freitag und Samstag gezeigt. Sie tauchte das Rathaus in Farben und verwandelte die Rathausuhr in ein tickendes Pendel.

Nach dem Abbruch am Sonntagabend bilanzierte CWE-Chef Sören Uhle, dass rund 200.000 Besucher gekommen waren. "Am Freitag und Samstag war es äußerst entspannt", sagte Uhle. Dem stimmte auch die Polizei zu, denn es habe "keine nennenswerten Störungen gegeben". (jüw/jpe)

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