Kirchensanierung nach 30 Jahren kurz vorm Abschluss

Nach der Erneuerung der Fassade sollen am Gotteshaus in Kleinolbersdorf die Hüllen fallen. Doch dafür darf es nicht zu heiß sein.

Kleinolbersdorf-Altenhain.

Was vor rund 30 Jahren begonnen wurde, soll im Herbst dieses Jahres seinen Abschluss finden: die Sanierung der Kleinolbersdorfer Kirche. 1989/90 war das Innere des Gotteshauses erneuert worden, berichtet der heutige Pfarrer Daniel Förster. Chemnitz hieß damals noch Karl-Marx-Stadt und Kleinolbersdorf war ein eigenständiges Dorf. Eigentlich sollten die Bauarbeiten nach der Innensanierung weitergeführt werden, sagt Förster. Doch wegen der Veränderungen, die die Wende mit sich brachte, kam das Vorhaben erst einmal zum Stillstand, so der Pfarrer.

Bewegung in die Erneuerung des Gotteshauses gab es nach der Jahrtausendwende: 2003 erhielt die Orgel eine Generalüberholung. Das Instrument wurde 1693 erbaut und gehört zu den ältesten im Land. Wahrscheinlich ist es die viertälteste Orgel Sachsens, sagt der Pfarrer. 2015, bevor die Arbeiten an der Außenhülle weitergehen konnten, bekam das Gebäude einen neuen Glockenstuhl aus Holz. Der Vorgänger sei durch das Schwingen der drei Bronzeglocken zu instabil gewesen, erklärt Daniel Förster. Im vergangenen Jahr begann dann die Instandsetzung der äußeren Hülle. Die Kirche wurde trockengelegt, der Porphyrsteinsockel saniert, Nebengebäude abgerissen, zählt der Pfarrer auf. 190.000 Euro investierte die Kirchgemeinde, finanziell unterstützt durch Landeskirche und Denkmalpflege.


Dieses Jahr steht als letzter Bauabschnitt die Erneuerung des Außenputzes an. Derzeit ist das Gebäude mit Planen verhüllt. Sie schützen den aufgebrachten neuen Grundputz vor zu starker Sonneneinstrahlung, sagt Förster. Das Sommerwetter mit den hohen Temperaturen war es auch, dass neben Verzögerungen bei der Planung für einen Bauverzug von sechs Wochen sorgte. "Bei 30 Grad kann man keinen Putz aufbringen. Er trocknet dann zu schnell", erklärt der Pfarrer. Der Grundputz müsse noch zwei bis drei Wochen stehen, bevor der Oberputz und danach die Farbe aufgebracht werden. Voraussichtlich Anfang November, so das Ziel, soll das Gerüst abgenommen werden und den Blick auf die neue Kirchenfassade freigeben. Sie soll in einem gelb-ockerfarbenen Ton gestrichen werden, sagt der 51-Jährige. Die Kosten belaufen sich auf 190.000 Euro, 50.000 Euro mehr als geplant. Weil im Vordach des Eingangsbereiches der Kirche Fäulnis entdeckt worden war, musste das Dach abgenommen werden, berichtet Förster. Dadurch stiegen die Ausgaben. Geld für die Arbeiten sammelt die Kirchgemeinde am 25.August. Dann findet zum Gemeindefest ein Sponsorenlauf zugunsten der Kirchensanierung statt. Je mehr Läufer viele Runden laufen, die von Sponsoren bezahlt werden, desto mehr Geld wird gesammelt, erläutert Daniel Förster.

Seit 20 Jahren ist er Pfarrer in Kleinolbersdorf-Altenhain. Noch etwas länger, seit Sommer 1998, arbeitet er für die Kirchgemeinde Adelsberg - beide Kirchgemeinden bilden ein Schwesternkirchverhältnis. In dieser Zeit hat er neben der Sanierung der Kleinolbersdorfer Kirche weitere große Bauvorhaben in beiden Orten betreut. Neben den Pfarrhäusern in Kleinolbersdorf, das um 1740 errichtet worden sein soll, und Adelsberg wurde auch das sogenannte Substitutenhaus in Kleinolbersdorf, in dem Mitarbeiter der Kirchgemeinde wohnen, saniert.

Nach all den Bauarbeiten soll nächstes Jahr gefeiert werden - das 230-jährige Bestehen des Gotteshauses in Kleinolbersdorf. Es war 1790 geweiht worden, nachdem die Vorgängerkirche 1789 einem Brand zum Opfer gefallen war. Doch zuvor feiert schon im Herbst die Kirchgemeinde Adelsberg ein Jubiläum. 450Jahre alt wird die Kirche im Nachbarort. Sie erhielt 2016 neue Bronzeglocken - zum Abschluss eines Baumarathons, während dessen Dach, Sakristei, Orgel und Glockenstuhl erneuert worden waren. Im September und Oktober wird es Veranstaltungen zum runden Bestehen des Gotteshauses geben.


Spendenlauf, Konzert, Waldgottesdienst und Kirchenjubiläum

Unter dem Motto "Flinke Wade für die Fassade" findet am 25. August um 17 Uhr ein Sponsorenlauf zugunsten der Sanierung der Kleinolbersdorfer Kirche im Kirchgarten statt. Bis kurz vor dem Start können sich Duos, bestehend aus Sponsor und Läufer, melden. Die Sponsoren zahlen pro gelaufener Runde á 200 Meter einen Obolus. Das Geld fließt in die Erneuerung der Fassade des Gotteshauses. Zuvor beginnt um 14.30 Uhr ein Familiengottesdienst zum Schulanfang, ein Gemeindefest schließt sich an.

Ein Benefizkonzert des Ensembles "Convivum musicum chemnicense" zugunsten der Kirchensanierung beginnt am 15. September um 18 Uhr mit einer musikalischen Vesper in der Kirche Kleinolbersdorf. 19 Uhr folgt ein Grillfest, 20 Uhr gibt es barocke Musik zu hören.

Bereits am morgigen Sonntag beginnt 10 Uhr ein Waldgottesdienst westlich des Adelsbergturms, Ecke Rundweg/Spürweg. Bei Regen wird in die Eubaer Kirche ausgewichen.

Die Kirche in Adelsberg, die im Schwesternkirchverhältnis mit Kleinolbersdorf-Altenhain steht, begeht 2019 das 450-jährige Bestehen. Höhepunkt einer Veranstaltungsreihe ist der Festgottesdienst am 20. Oktober. Einen Tag zuvor findet um Pfarrhaus und Kirche die Kirmesfeier statt. (hfn)

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