Klinik will Notaufnahme entlasten

In Mittweida wird ein Notfallzentrum aufgebaut, in dem Ärzte des Bereitschaftsdienstes arbeiten. Die Patienten werden anhand eines Farbsystems eingeteilt.

Mittweida.

Jeden Freitagnachmittag stehen die Chancen gut, dass es mal wieder voll wird in der Notfallambulanz des Klinikums Mittweida. Mittwochnachmittags das gleiche Bild. Ebenso an den Wochenenden. Wenn niedergelassene Ärzte gerade keine Sprechstunden anbieten, kommt, wer Hilfe braucht, ins Krankenhaus. Das ist in Mittweida nicht anders als anderswo.

Die Klinik versorgt laut eigener Aussage jährlich rund 16.000 Notfälle, inklusive den Kindernotfällen sowie den Fällen der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Tendenz steigt. Das tägliche Patientenaufkommen variiert zwischen 40 und 70 Fällen. Das hat Folgen - fürs zunehmend an der Grenze der Belastbarkeit ankommende Personal, für die Patienten, die gelegentlich über lange Wartezeiten klagen.

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Und nicht nur das: Die Notaufnahmen werden mit Bagatellfällen und leichten Befindlichkeitsstörungen strapaziert, klagte Simone Hartmann, Leiterin der Techniker-Krankenkasse Sachsen, Ende Oktober bei einer Tagung. "Für schwerwiegende zeitkritische Fälle sind die Ressourcen blockiert." Dem wollen Gesundheitswesen und Gesetzgeber begegnen. Und entsprechende Schritte sind nun auch in Mittweida angelaufen. Integriertes Notfallzentrum, heißt das in diesen Tagen im Rettungswesen viel zitierte Zauberwort, das die Verhältnisse bessern soll.

Es geht dabei um die engere Zusammenarbeit der Notfallambulanz in den Krankenhäusern mit den niedergelassenen Ärzten, die im Bereitschaftswesen der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) Dienst tun und nach Anruf unter der Nummer 116117 zu Hausbesuchen vorbeikommen. Örtlich rücken die niedergelassenen Mediziner und das Krankenhaus zusammen, erklärt Florian Claus, der Geschäftsführer der Krankenhaus-Trägergesellschaft LMK.

Demnach soll ab April 2020 am Krankenhaus eine Bereitschaftsdienstpraxis ihre Arbeit aufnehmen. Dort können sich die niedergelassenen Ärzte, die Bereitschaftsdienst haben, um jene Patienten kümmern, die in der Notfallambulanz als weniger dringend eingestuft werden. Nötige Strukturänderungen haben schon begonnen. So werden die Patienten seit Jahresbeginn nach Dringlichkeitsstufen klassifiziert. Bei Rot geht es um akut lebensbedrohliche Notfälle. Orange sind sehr dringende, gelb dringende Notfälle. Die Farbe Grün steht dafür, dass der Zustand der Patienten stabil ist, sie aber dennoch einer Behandlung bedürfen. Eine eigene Schwester kümmert sich dort um diese Einteilung.

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