Klinikumbau: Kreisräte fordern mehr Transparenz

15 Millionen Euro für Rochlitz und Mittweida - aber Details unbekannt

Rochlitz/Mittweida.

Die Klinik in Mittweida soll vergrößert und in Rochlitz ein ambulantes Zentrum eingerichtet werden. Zu Details, wann und wie das passieren soll, hält sich das Landratsamt Mittelsachsen bisher bedeckt.

Die Nachricht wurde Ende April von Landrat Matthias Damm (CDU) mit Freude verkündet: Mittelsachsen erhält für die Weiterentwicklung des Mittweidaer Krankenhauses und für den Aufbau eines Pflege- und Gesundheitszentrums in Rochlitz 15 Millionen Euro. Ziele sind der Abbau von Überkapazitäten und die Konzentration medizinischer Versorgungsstandorte. Im alten Rochlitzer Krankenhaus plant der Kreis die Einrichtung eines ambulanten Zentrums. Neben einer weiteren Pflegeeinrichtung - zusätzlich zur bestehenden Kurzzeitpflege - sollen Ärzte Praxen haben, und eine Apotheke einziehen. Dafür sind Umbauarbeiten nötig. Der Standort Mittweida soll vergrößert werden, um mehr Patienten aufnehmen und das Angebotsspektrum medizinischer Leistungen erweitern zu können.

Seither ist es still geworden um die kreiseigene Krankenhausgesellschaft LMK. "Es kann nicht sein, dass sich Herr Damm mit der Millionenförderung brüstet, aber nicht sagen möchte, wohin das Geld des Steuerzahlers fließt. Ich erwartet eine schnelle Information", sagt Grüne-Kreisrat Sebastian Walter. Trotz wiederholter Nachfrage gibt es keine Erklärung seitens der Kreis-Behörde. Man sei dabei, Planungsleistungen "zu beauftragen und ähnliches", teilte Kreissprecher André Kaiser mit. Kritik am Agieren der Kreisverwaltung kommt auch von der AfD. Als "intransparent" und "undemokratisch" bezeichnete Kreisrätin Romy Penz das Vorgehen. Gleichzeitig sorgt sie sich, dass für die LMK nach der Erweiterung nicht genug medizinisches Personal gefunden wird. "Wir haben im Gesundheitswesen einen Fachkräftemangel", sagte sie und hält an ihrer Kritik an den 2017 vorgenommenen Lohnkürzungen fest. Die Beschäftigten hatten auf einen Teil ihres Gehaltes verzichtet, damit die in wirtschaftliche Schieflage geratene LMK stabilisiert wird. Daran übt auch die Kreisvorsitzende der Linken, Marika Tändler-Walenta, Kritik. Jörg Woidniok, Chef der Kreistagsfraktion CDU/RB, zeigt indes Verständnis, dass die Ausreichung von finanziellen Mitteln seitens des Staates stets lange dauern würde. "Die Verfahren sind oft kompliziert und die Sommerzeit trägt nicht unbedingt zu einer raschen Bearbeitung bei."

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