Kritik wegen Glascontainer-Abbau

Ein Sammelplatz in Burgstädt ist weggefallen, weil er nicht dem Verkehrsrecht entsprach. Das findet nicht nur Zustimmung.

Burgstädt.

Lang genug hatte das Bauamt Burgstädt angekündigt, dass der Glascontainerstandort an der Chemnitzer Straße entfernt wird. Bauamtsleiter Hannes Langen begründete den Wegfall mit dem Verkehrsrecht. Regelmäßig würde die Busbucht von Fahrzeugen zugeparkt, obwohl dort ein Parkverbot wegen der Busse bestehe.

Doch nicht allen Burgstädtern gefällt das. "Bisher hat sich keiner gestört daran, dass wir dort kurzzeitig parken", sagt ein Vorruheständler. Da es aber genügend Stellplätze in der Stadt gebe, weiche er jetzt auf andere Orte aus. Eine Rentnerin, die an der Chemnitzer Straße wohnt, bedauert indes, dass sie jetzt längere Wege in Kauf nehmen müsse. Ihrer Meinung nach hätte der Standort keinen gestört.

Als die Stadt Ende des Jahres im Bereich der Chemnitzer Straße 3 eine Engstelle beseitigte, indem sie ein Haus abreißen ließ und und die Straße begradigte, stand auch der Containerstellplatz zur Disposition. "Die neue Busbucht ist jetzt verkehrsgerecht", sagt Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler). Doch für Glascontainer-Nutzer müsse der Stellplatz mit und ohne Auto erreichbar sein, andererseits müsse der Lkw, der das Altglas abholt, genügend Aufstandsfläche im Schwenkbereich seines Hebezeugs haben, erläutert Naumann. Aus technologischen, verkehrsorganisatorischen und -rechtlichen Gründen seien alle möglichen Varianten für einen Glascontainerstellplatz verworfen worden. Deshalb habe die Verwaltung entschieden, den Standort zu streichen. Gleichzeitig seien alle 20 Standorte von Entsorgungsmöglichkeiten von Altglas überprüft worden, fügt Naumann hinzu. 13 Stellplätze gibt es in der Innenstadt, die anderen sind in Mohsdorf, Göppersdorf, Burkersdorf, Helsdorf, Heiersdorf, Schweizerthal und an den Ortsausgängen zu Hartmannsdorf und Taura. Der nächste Standort für den weggefallenen Platz an der Chemnitzer Straße ist 300 Meter entfernt und befindet sich an der Schillerstraße, im Bereich der Stichstraße zur Oberen Brauereiwiese.

"Das Bedauern Einzelner über die Schließung des Standortes ist natürlich nachvollziehbar", sagt Bauamtschef Langen. Gern prüfe er Alternativstandorte, wenn Grundstücksbesitzer diese anbieten sollten. Gemeinsam mit dem Betreiber der Containerstandorte, den Entsorgungsdiensten Kreis Mittelsachsen (EKM), übernehme er die Aufgabe.

EKM-Geschäftsführer Jens Irmer bestätigt auf Nachfrage, dass der Standort in der Busbucht problematisch sei. "Wir suchen noch nach einem anderen, zentrumsnahen Standplatz", ergänzt er. Aber die Anzahl der Standplätze in Burgstädt sei nichtsdestotrotz vergleichbar mit denen anderer Städte im Landkreis. Insgesamt gibt es etwa 800 Standplätze. Eine grobe Richtlinie sagt: für 500 Einwohner einen Standplatz. "Das ist aber gerade in ländlichen Gebieten mit dörflichem Charakter nicht bürgerfreundlich", sagt Irmer. Trotz des Bevölkerungsrückgangs sei die Anzahl der Stellplätze deshalb seit den 1990er-Jahren gleichgeblieben. Knapp 11.000 Menschen leben in Burgstädt. Das wären etwa nötige 22 Stellplätze.

Die Glas- und Verpackungsverwertung erfolgt durch das sogenannte Duale System - ein Sammel- und Verwertungssystem parallel zur kommunalen Abfallentsorgung der Landkreise und kreisfreien Städte. Bundesweit agieren dafür neun Betreiber, die wiederum die Leistungen ausschreiben. Handel- und Gewerbetreibende, die Glasverpackungen in Umlauf bringen, müssen Lizenzentgelte an die Systembetreiber bezahlen. Darüber wird die Sammlung und Verwertung finanziert. Diese Entgelte wiederum werden auf die Verkaufspreise umgelegt, sodass letztendlich die Verbraucher die Entsorgung bezahlen.

Bis Ende 2019 ist die Firma Kreislaufwirtschaft Grübler für die Glasentsorgung im Landkreis zuständig. Die EKM koordiniert die Arbeiten. Dazu gehört auch die Standplatzunterhaltung und -sauberhaltung. Der Burgstädter Bauhof sorgt für Ordnung auf städtischem Grund, sagt Bürgermeister Naumann. Mehrere Tausend Euro seien 2018 ausgegeben worden, um "illegale und eklige Müllablagerungen" zu beseitigen. Der Landkreis wiederum gibt alljährlich Zuschüsse für die Unterhaltung an die Kommunen, ergänzt EMK-Chef Irmer. Dieses Jahr sind es etwa 100.000 Euro, 2018 waren es knapp 160.000 Euro.

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