Küchenbrand: Pflegekräfte evakuieren Hausbewohner

Eine Krankenschwester und eine Auszubildende wollten eigentlich eine Patientin versorgen. Am Ende mussten beide selbst ins Krankenhaus.

Yorckgebiet.

Bei einem Wohnungsbrand am Montagabend an der Scharnhorststraße haben offenbar auch eine Krankenschwester und eine Schwesternschülerin dazu beigetragen, dass nicht noch mehr Hausbewohner zu Schaden kamen.

Beide waren kurz nach Ausbruch des Brandes noch vor der Feuerwehr zu dem Plattenbau mit 36 Wohnungen gekommen, um dort eine demente Patientin zu versorgen. "Unsere Sozialstation liegt ja gleich daneben. Als wir gegen 18.20 Uhr aus dem Büro kamen, haben wir schon das schrille Signal des Rauchmelders gehört, den Qualm und ein paar Leute gesehen, die aus dem Haus kamen", berichtet Sandra Loos, Krankenschwester und Ausbilderin bei der städtischen Heim-Gesellschaft. Die demente Patientin sei jedoch nicht mit auf der Straße gewesen.

"Wir haben uns Sorgen um sie gemacht und zuerst versucht, die ältere Frau und auch alle anderen Bewohner, die noch im Haus waren, rauszuklingeln", so die 37-Jährige weiter. Denn viele der Mieter in den oberen Etagen hätten von dem Feuer offenbar noch gar nichts mitbekommen. Doch die Patientin habe nicht auf das Klingeln reagiert. Dabei sei schon starker Rauch im Treppenhaus aufgestiegen. Die Auszubildende, eine 18-jährige Schwesternschülerin des Klinikums, habe dann versucht, die demente Frau aus ihrer Wohnung zu holen. Beide seien sich im Treppenhaus begegnet und kurz nacheinander aus dem Haus gekommen. Die 18-Jährige habe anschließend stark gehustet.

Sandra Loos, die erleichtert gewesen sei, habe ihre betagte Patientin dem inzwischen eingetroffenen Rettungsdienst übergeben und dann erst einmal telefoniert, damit die Patienten, die an dem Abend noch auf ihrem Tourplan standen, von Kolleginnen betreut werden. "Dann habe ich noch eine Katze von Hausbewohnern, die in den Keller geflüchtet war, wieder herausgeholt und zusammen mit zwei kleinen Hunden der gleichen Familie in mein Auto gesetzt, damit sie nicht weglaufen." Erst dann habe sie bemerkt, dass auch sie selbst stark hustete. Wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung sei sie gemeinsam mit ihrer Auszubildenden ins Krankenhaus gebracht und dort bis zum gestrigen Dienstag beobachtet worden. "Ich bin zwar noch krank geschrieben, aber es geht schon wieder besser", sagte sie am Abend.

Laut Feuerwehr und Polizei war das Feuer aus noch unbekannten Gründen in der Küche einer Erdgeschosswohnung ausgebrochen. Auch deren Bewohner, eine 23-jährige Frau, ein 37-jähriger Mann, ein vierjähriger Junge und ein Baby, die sich selbst ins Freie retteten, wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert. Bis auf die Brandwohnung sei das Haus wieder bewohnbar.

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