Kunden trotzen beim ersten Samstagsmarkt dem Regen

Die Organisatoren haben auf die Wünsche der Burgstädter reagiert und das Angebot angepasst. Besucher spendeten Lob, äußerten aber auch Kritik.

Burgstädt.

So hatte sich das niemand vorgestellt, nicht die Organisatoren, nicht die Händler und schon gar nicht die Besucher. Als der Frühjahrs- und Pflanzmarkt am Samstagmorgen auf dem Burgstädter Marktplatz eröffnete, lagen die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Und in den Dauerregen mischten sich sogar einige Schneeflocken.

Nachdem anfangs tatsächlich nur einige Unentwegte die Sortimente der Händler unter die Lupe nahmen, erhöhte sich die Anzahl der Marktbesucher im Laufe des Vormittags dann doch spürbar. "Angesichts des Wetters, das noch schlechter ist als angekündigt, bin ich durchaus zufrieden", sagte Katrin Schiel von der Marktgilde. Diese hatte gemeinsam mit der Stadt den Frühjahrs- und Pflanzmarkt als einmalige Aktion initiiert. Ab dem 1. Juni soll dann an jedem ersten Samstag im Monat ein Heimatmarkt an Ort und Stelle über die Bühne gehen. Eine Umfrage, an der hauptsächlich Berufstätige teilnahmen, hatte jüngst ergeben, dass sich viele Burgstädter einen Markttag am Samstag wünschen. Der Wochenmarkt, jahrzehntelang eigentlich eine Institution, hatte zuletzt jeweils dienstags und donnerstags nur noch zwischen zwei und sechs Händler aufzubieten und dadurch spürbar an Attraktivität verloren. Auch für den Pflanzmarkt sei es nicht leicht gewesen, Händler zu finden, betonte Schiel.


Für Gemüsehändler Gerald Reimelt war die Teilnahme eine Selbstverständlichkeit. Er hält auch dem Wochenmarkt die Treue - seit 1972, wie er erzählte. "Es ist sehr schade, wie sich das entwickelt hat. Aber die Marktzeiten von 9 bis 13Uhr sind nicht optimal", sagte der Königshainer. Ein regelmäßig stattfindender Markt am Samstag sei deshalb ein Schritt nach vorn, ein wichtiger Impuls für die Zukunft. Ein paar Meter weiter nahm Gerd Knorr den Regen mit Humor. "Das Wasser wird gebraucht", sagte der Limbach-Oberfrohnaer, der Balkonpflanzen und Kräuter verkaufte. Für ihn sei der Samstag eher ungünstig. "Ich bin heute nur ausnahmsweise hier, weil anderswo ein Markt ausgefallen ist", berichtete er. Dem Burgstädter Wochenmarkt habe er im vergangenen Jahr den Rücken gekehrt - mit seinen Mitarbeitern könne er nur eine begrenzte Zahl von Märkten stemmen und der in Burgstädt habe dabei keine Priorität.

Zu den ersten Kunden an Gerd Knorrs Stand zählte Frank Steger, der dort eine Löwenmaul-Topfpflanze und Nelken kaufte. Über den Pflanzmarkt hatte er im Vorfeld gelesen, sodass er nach seinem Rundgang zum Bäcker und zum Fleischer auch auf dem Markt vorbeischaute. "Viele fahren ja mittlerweile in umliegende Orte, zum Beispiel nach Limbach, wo das Angebot besser ist. Aber es ist gut, dass sich etwas tut", sagte der Burgstädter. Das fand auch Ursula Lindner, die sich nur an der lauten Schlagermusik aus den Lautsprechern störte. "Die übertönt wirklich alles, das nervt." Ansonsten fand sie den Pflanzmarkt aber gelungen. Ein funktionierender Markt auf dem Platz, der auch so heiße, gehöre zu einer Stadt wie Burgstädt einfach dazu.

Zu den Kritikpunkten am Wochenmarkt hatte auch das Fehlen von Imbissangeboten gehört. Das sah am Samstag nun anders aus. Neben einem Stand, an dem Grillwurst und Suppen verkauft wurden, war vor Ort eine Fischräucherei aus Mühlau und ein Wagen mit Spreewaldprodukten zu finden. "Ich hoffe, dass die alle bleiben, vor allem der Gurkenstand", sagte Besucherin Antje Scorl. Aus Herrenhaide nach Burgstädt gekommen, war sie allerdings mit den Parkgebühren unzufrieden - in der Zeit von 8 bis 14 Uhr kostet das Parken am Markt auch samstags bis zu 75 Cent. "Das ist ärgerlich und der Resonanz sicherlich abträglich", sagte sie.

Damit konfrontiert, sicherte Katrin Schiel von der Marktgilde zu, bei der Stadt noch einmal vorsprechen zu wollen. "Kostenfreies Parken während der Heimatmärkte ab Juni wäre sicherlich wünschenswert" sagte sie. Ansonsten habe man sich die Bürgerbefragung zu Herzen genommen und versucht, die Wünsche so weit wie möglich umzusetzen. "Jetzt liegt es an den Burgstädtern, das Ganze auch anzuneh-men."

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