Lichtenau stellt Weichen für Bau einer neuen Turnhalle

Der Gemeinderat will fünf Millionen Euro in eine Sportstätte investieren. Dafür müssen Vorhaben wegfallen und Einsparungen folgen.

Lichtenau.

Die Lichtenauer Kämmerin Carmen Herberger hat in der ersten Sitzung zum Haushaltsplan 2020 die Gemeinderäte am Dienstagabend mehrfach gewarnt, zu euphorisch Investitionen zu planen, denn der Gemeinde droht eine Verschuldung. Über die wichtigsten Investitionen bis 2023 bestand am Ende Einigkeit. Trotzdem sind weitere Diskussionsrunden notwendig. Im Dezember soll die Haushaltssatzung beschlossen werden. "Freie Presse" stellt wichtige Vorhaben vor:

Turnhallen-Neubau: Einig waren sich die Gemeinderäte, dass eine neue Zweifeldhalle auf dem Gelände des jetzigen Bauhofes gebaut werden soll. Dafür muss ein Kredit aufgenommen werden, wenn das Projekt zeitnah umgesetzt werden soll, sagte Bürgermeister Andreas Graf (CDU). Kämmerin Herberger rechnete vor, dass bei einer Investition von fünf Millionen Euro ab 2021 ein negatives Zahlungsmittelsaldo drohe. Das müsse vermieden werden. Die Liquidität der Gemeinde sei oberstes Gebot. Deshalb wurde die Verwaltung aufgefordert, Einsparpotenzial in anderen Bereichen zu finden. Die Planungen für die neue Sporthalle sollen dieses Jahr beauftragt werden. Dafür stehen im Haushalt 50.000 Euro zur Verfügung. Für 2020 sind 3,2 Millionen Euro eingeplant. Um doch mögliche Kosten zu sparen, will Graf mit den Nachbargemeinden Hartmannsdorf und Claußnitz sprechen, die auch Zweifeldhallen bauen lassen. Bauamtschef Kersten Pilz erläuterte, dass in der Summe Kosten für Grunderwerb sowie für Ausstattung und Außenanlagen enthalten seien. CDU-Gemeinderat Stephan Lazarides sprach sich wie andere Gemeinderäte für den Bau aus, auch weil die Aufnahme von Krediten aufgrund der niedrigen Zinsen günstig sei.


Bauhof-Neubau: Um die Sporthalle bauen zu können, muss der Bauhof, der sich an der Auerswalder Hauptstraße befindet, umziehen. Er soll auf einer Fläche zwischen Turnhalle und Rathaus an die Rathausstraße angesiedelt werden. Auch dafür ist ein Kredit notwendig, denn die Gemeinde plant insgesamt mit Kosten in Höhe von 900.000 Euro. In der Diskussion sprach sich AfD-Rat Michael Müller für eine Verschiebung des Vorhabens aufgrund der hohen Verschuldung aus. Es könnte eine Interimslösung auf einer Freifläche gefunden werden. Bürgermeister Graf erklärte, dass dies nicht möglich sei, weil der Platz für den Turnhallen-Neubau gebraucht werde.

Sanierung Gewölbebrücke: Für rund 173.000 Euro soll eine Gewölbebrücke im Ortsteil Garnsdorf saniert werden. Eine Instandsetzung sei schon dieses Jahr notwendig gewesen, aber aufgrund von Einsparungen verschoben worden.

Neues Feuerwehrgerätehaus: Weil das alte Gerätehaus in Auerswalde nicht mehr zeitgemäß ist und auch kein Platz für ein Neufahrzeug bietet, will die Gemeinde ein neues auf dem Gelände des ehemaligen Erbgerichtes in Auerswalde bauen. Dafür sind 2020 für Planungen 50.000 Euro vorgesehen. Die Ortsfeuerwehr Auerswalde soll im Jahr 2023 ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) für 420.000 Euro erhalten. Dafür bekommt die Gemeinde eine Förderung von 170.000 Euro. Zudem benötigt die Ortswehr Garnsdorf für 46.000 Euro einen neuen Mannschaftstransportwagen (MTW). Die Förderung betrage 16.000 Euro, hieß es.

Horterweiterung Ottendorf: Aufgrund einer Zunahme der Schülerzahlen reicht die Kapazität im Hort der Grundschule Ottendorf nicht mehr aus. Ein Anbau ist dringend erforderlich. Geplant sind für die Horterweiterung mit barrierefreier Erschließung der Schule etwa eine Million Euro. Baubeginn soll nächstes Jahr sein - "vorausgesetzt, wir bekommen Fördermittel", sagte Bürgermeister Graf. Bisher darf die Einrichtung 97 Kinder betreuen, mit dem Anbau könnte die Kapazität auf 112 Plätze erweitert werden.

Fuß- und Radweg Amtmannstraße: Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, dass für 460.000 Euro ein Fuß- und Radweg entlang der Amtmannstraße gebaut wird. Dieser sei dringend notwendig, weil auch der Verkehrsverbund Mittelsachsen plant, einen Gehweg vom Bahnhof Oberlichtenau in Richtung Amtmannstraße barrierefrei zu bauen. Doch bisher gibt es dazu keine zeitliche Einordnung. Weil dies noch nicht klar ist und auch die Erweiterung des Gewerbegebietes Auerswalder Höhe für die Wellpappe noch nicht erfolgt ist, schlug Jens Herrmann von den Freien Wählern vor, das Vorhaben zu verschieben. Dies befürwortete die Mehrheit. Das Vorhaben soll für den Haushalt 2021 neu aufgenommen werden.

Sanierung Waldstraße: Die Verwaltung hatte vorgesehen, dass für rund 61.000 Euro die Waldstraße in der Waldsiedlung 2020 saniert wird. Die Strecke diente mehrfach als Umleitungsstrecke und ist kaputt. Weil für dieses Gebiet noch ein Konzept zur Ortsentwässerung notwendig ist und noch keine Fördermittel in Aussicht gestellt sind, wurde das Vorhaben von der Mehrheit der Räte ins Jahr 2021 verschoben.

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