Mittelalterfans ziehen durch Mittelsachsen

Zum 26. Mal findet der Historische Besiedlungszug statt. Start und Ziel ist dieses Jahr aber nicht mehr am bisherigen Ort.

Sachsenburg.

Der Streckenplan für die 26. Auflage des Historischen Besiedlungszuges, die am 6. Juli im Lützeltal in Frankenberg eröffnet wird, steht fest. "Wir sind gut aufgestellt und freuen uns alle auf die Tour", sagt Michael Ehnert, der als Lokator wieder den Tross anführen wird. "Aktuell haben wir etwa 140 Anmeldungen, davon etwa 50 Kinder." Das sei eine gute Anzahl, sowohl für uns Organisatoren als auch für die Teilnehmer. So bleibe alles übersichtlich und familiär", fügt er hinzu.

Im vorigen Jahr nahmen zur 25. Auflage des Trosses rund 200 Urlauber teil. Der Ansturm sei wahrscheinlich auf das Jubiläum zurückzuführen. Auch reichlich drei Wochen vor dem Start könnten sich zur 26. Auflage des Spektakels noch Leute anmelden, "ein paar mehr Siedler vertragen wir auf jeden Fall", so Ehnert.


Was die Teilnehmer erwartet? Wie jedes Jahr Tagesetappen von etwa 15 Kilometern Länge, die von den Erwachsenen zu Fuß bewältigt werden sollten. Damit wird an die Besiedlung der Region im Jahr 1156 durch fränkische Bauen erinnert. Auch die aktuellen Strecken könnten einst die Vorfahren gegangen sein, um die Wälder des Miriquidi, des fast undurchdringlichen Urwaldes, urbar zu machen. Damals folgten die Siedler dem Ruf des Markgrafen Otto von Wettin. Er versprach den Neuankömmlingen dafür Land, Auskommen und Steuerfreiheit. Heute gibt es in jeden Etappenort ein geselliges Lagerleben mit Übernachtung in großen Zelten, Musik, Gaukelei und Reiterspielen. Dazu sind ab 15 Uhr auch Tagesgäste in das Siedlerlager eingeladen. Jeden Tag wird zudem ein Märchen aufgeführt, und zwar immer dasselbe. Auch dieses Ritual wüssten die vielen "Wiederholungssiedler" zu schätzen, so Ehnert.

"Die Proben unserer Theatergruppe beginnen am Wochenende", ergänzt Ehnert, der am nächsten Montag mit dem Vereinsvorsitzenden Andreas Rausch noch mal alle Lagerplätze kontrollieren und auch die gesamte Strecke abfahren will. Geplant ist auf der ersten Etappe am 7. Juli auch eine Runde über das Gelände der Landesgartenschau in Frankenberg. Ziel ist der Seidelhof in Sachsenburg.

Die Planwagen werden dann aber nicht mehr in die Remisen auf Schloss Sachsenburg zurückkehren. "Wir haben ein neues Quartier im Dorf gefunden, die alten Stallungen an der Straße in Richtung Schönborn-Dreiwerden", erläutert Rausch. Dort sollen künftig die Planwagen untergestellt werden. Die Scheune im Schlosshof sei für den Verein derzeit nur noch schwer zugänglich, weil die Sanierung des Schlosses nun in vollem Gange sei. "Da liegt so viel Baumaterial, dass für uns kaum noch Platz ist", so Ehnert.

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