Mühlau darf sich einen neuen Traktor kaufen

Gemeinderat stimmt nach Veto der Rechtsaufsicht zum zweiten Mal ab

Mühlau.

Die Gemeinde Mühlau bekommt Ersatz für ihren 2016 ausgemusterten alten Kleintraktor. Der Gemeinderat hat dem Kauf eines rund 19.000 Euro teuren Allradtraktors in der Sitzung vor der Kommunalwahl erneut mehrheitlich zugestimmt. Diese Entscheidung hatte der Rat bereits im März getroffen. Wie Bürgermeister Frank Petermann (Alternative für Mühlau) sagte, gab die Kommunalaufsicht im Landratsamt Mittelsachsen danach jedoch einem Mühlauer Gemeinderat Recht, der gegen den Beschluss Beschwerde eingelegt hatte. Er hatte bemängelt, dass zwei Gemeinderäte, die zugleich Bauhofmitarbeiter sind, mit abgestimmt hatten.

Der Beschluss wurde vom Gemeinderat wegen Befangenheit von Mitgliedern deshalb aufgehoben und neu gefasst. Tatsächlich verhalte es sich so, dass der neue Kleintraktor die Arbeit der Beschäftigten im Bauhof erleichtern soll, sagte der Bürgermeister. Für Arbeiten wie das Häckseln von Baum-, Hecken- und Strauchschnitt vor dem Kompostieren oder Mulchen sei der Arbeitsaufwand ohne ständig verfügbare Technik größer. Das gleiche treffe für das Mähen von großen Flächen oder die Pflege von Seitenstreifen, beispielsweise an Wanderwegen, zu.


In den vergangenen Jahren wurden dafür Geräte aus Nachbarorten ausgeliehen. Das hat nach Ansicht von Bauhofmitarbeitern, Gemeinderäten und Bürgermeister aber nicht immer gut funktioniert. "Mühlau braucht dringend wieder ein eigenes Fahrzeug", sagte Gemeinderat Christian Mann (CDU) vor der erneuten Abstimmung. Es soll mit Zusatzausrüstung hauptsächlich zum Rasenmähen, zum Schneeschieben auf Fußwegen und zum Salzstreuen an Stellen mit besonderer Rutschgefahr eingesetzt werden.

Gemeinderat Volkar Bretschneider (Bürgerinitiative Mühlau) zweifelte den Nutzen der zusätzlichen Ausrüstung zum Salzstreuen allerdings an. Den Mühlauer Bürgern sei es untersagt, die Fußwege vor ihren Grundstücken mit Salz schnee- und eisfrei zu halten. Wenn sich die Gemeinde an die Regeln halten wolle, gebe es für die zusätzliche Ausrüstung kaum Einsatzmöglichkeiten, sagte er. Trotz der Bedenken entschied die Mehrheit der Gemeinderäte, dass der Kleintraktor angeschafft werden darf.

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