Musikalischer Ritt durch die Filmhistorie

Die elfte Auflage der Konzertreihe Classics unter Sternen hat am Samstagabend für Begeisterungsstürme auf dem Theaterplatz gesorgt. Aus dem Ensemble ragten die Solisten noch heraus.

Dass sich die Konzertreihe Classics unter Sternen zu einem Selbstläufer entwickelt hat, ist am Samstagabend am deutlichsten außerhalb des Veranstaltungsgeländes geworden. Dort, auf dem Bürgersteig an der Straße der Nationen gegenüber dem Hotel an der Oper, hatten sich nach 20 Uhr immer mehr Menschen versammelt, um auch ohne Eintrittskarte den Klängen der Vogtlandphilharmonie zu lauschen und wenigstens ab und zu einen Blick auf die Leinwand vor dem Opernhaus zu erhaschen. "Bei 800 haben wir aufgehört zu zählen", sagte Veranstalter Matthias Krauß, dem die Freude über den Ansturm anzumerken war. Die 3500 Sitzplätze auf dem Theaterplatz seien schon vor Wochen ausverkauft gewesen - ebenso die 500 erstmals angebotenen "Flanierkarten", die zum Betreten des Geländes, nicht aber zu einem Sitzplatz berechtigten.

Inhaltlich setzten die Macher wie im Vorjahr wieder voll auf die Karte Filmmusik. Der von Generalmusikdirektor Stefan Fraas launig moderierte Streifzug durch die Filmgeschichte begann mit der von John Williams komponierten Musik von Superman, bevor wenig später Giovanni Zarella, einer der beiden Solisten, mit der gefühlvollen Ballade "When You See Nothing At All" aus der 1999er-Komödie "Notting Hill" für den ersten richtigen Höhepunkt sorgte. Seine ebenfalls gut aufgelegte Kollegin, die aus Südafrika stammende Musicalsängerin Tertia Botha, forderte die Besucher direkt danach bei "We Are Family" zum Aufstehen und Mittanzen auf, bevor bei "She's Like The Wind" aus "Dirty Dancing" wieder Zeit für große Emotionen war. Dank einer neuen Leinwand waren Filmszenen und Aufnahmen der Solisten beziehungsweise des Orchesters erstmals gleichzeitig anstatt wie bislang abwechselnd zu sehen.

Nach der Pause waren Melodien unter anderem aus "Rocky III", "Jurassic Park" und "Romeo & Juliet" zu hören. Den Song "Everybody's Free" aus dem Shakespeare-Drama sang der Chor des Zwickauer Clara-Wieck-Gymnasiums, dessen Mitglieder - allesamt Acht- bis Zwölftklässler des musischen Profils - auch bei anderen Titeln zu überzeugen wussten, zum Beispiel bei "Adiemus" aus Avatar. Beim laut Stefan Fraas erstmals überhaupt aufgeführten "Shallow" aus "A Star is Born" leuchteten anschließend die Wunderkerzen. Mit Pharrell Williams Hymne "Happy" gab dann Giovanni Zarella seinen Ausstand - er müsse in der Nacht noch in den Europapark Rust fahren und am Sonntagvormittag in der ZDF-Show "Immer wieder sonntags" gemeinsam mit Trompeter Stefan Mross auftreten, sagte er unter dem Gelächter der Besucher. Zarella, mit seinem Album "La Vita è bella" auf Platz 5 der deutschen Charts, verstand es, die Menge mitzureißen. "Als ich aus dem Hotel den großen Platz gesehen habe, war ich vorher aber ziemlich nervös", gestand er. Die letzte Zugabe, Leonard Cohens Halleluja, und das abschließende Feuerwerk bekam er nicht mehr mit.

Bei den Besuchern war der Tenor einhellig. "Wie immer ein tolles Erlebnis. Klasse Solisten", sagte Frank Schlegel aus Fraureuth. Liane Barth aus Kändler lobte derweil die Auswahl der Filme. "Den Großteil kennt man, da sind so viele Erinnerungen dran geknüpft", sagte sie. Veranstalter Matthias Krauß sagte, man überlege im kommenden Jahr durch Verlegung des Caterings nach hinten unter die Zeltpagoden 300 weitere Sitzplätze zu schaffen.

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