Rat setzt neue Regeln für die Innenstadt

Fokus liegt auf Anbau von Balkons, Dachschrägen und Garageneinfahrten

Burgstädt.

Der historische Stadtkern von Burgstädt soll erhalten werden. Das will der Stadtrat mit einer Satzung absichern, für die das Gremium in der Sitzung vor der Kommunalwahl einhellig einen sogenannten Aufstellungsbeschluss gefasst hat. "Die Stadt braucht ein Instrument, um künftig im Baurecht Einfluss auf Vorhaben nehmen zu können, die für den Stadtkern von Bedeutung sind", hieß es.

Wie Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler) erläuterte, geht es den Stadträten hauptsächlich darum, Missstände beseitigen und mit einem Vetorecht Fehlentwicklungen verhindern zu können. "Nicht alles, was nach Baugesetzbuch genehmigungsfähig ist, sehen wir als vorteilhaft im Sinne der Entwicklung unserer Innenstadt an", sagte er. Die Erhaltungssatzung biete Möglichkeiten, für ein bestimmtes Gebiet Regeln festzulegen. Als Beispiele nannte Naumann Vorgaben zur Dachneigung, zur Farbgebung der Fassaden, zum Anbau von Balkons oder für Garageneinfahrten. Was im Einzelnen geregelt werden soll, müsse noch diskutiert werden, sagte er.


Bisher wirken die Festlegungen für das Sanierungsgebiet Altstadt. Diese Regelung endet jedoch im kommenden Jahr. Bis zu diesem Zeitpunkt soll die neue Satzung erarbeitet, öffentlich diskutiert und in der endgültigen Version beschlossen sein. Aus dem Förderprogramm für Sanierungsgebiete sind laut Naumann schon rund zwei Jahre keine Zuschüsse mehr geflossen. Die jetzt angestrebte Satzung solle verhindern, dass Eigentümer nach dem Wegfall von Förderung und bisher üblicher Kontrolle künftig nur Einzelinteressen im Blick haben. Als denkbares Szenario, dass es zu verhindern gilt, nannte Naumann den Abriss eines alten Hauses, um etwas zurückgesetzt auf dem Grundstück ein neues Gebäude mit großer Garage vor der Fassade zu errichten. "Wir wollen, dass gebaut wird. Dabei soll jedoch der Anblick des historischen Stadtkerns nicht wesentlich verändert werden", erklärte er. Fördermöglichkeiten für einzelne Bau- und Erhaltungsmaßnahmen gebe es weiterhin für Vorhaben in den beiden Stadtumbaugebieten. Die Zuschüsse für private Bauherren im Stadtkern fielen dabei jedoch in der Regel niedriger aus als im früheren Programm für das Sanierungsgebiet, erläuterte Naumann.

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