Reden gegen die Sprachlosigkeit

Bisher ging es bei den Bürgergesprächen Michael Kretschmers viel ums Klein-Klein des politischen Betriebs. Was passiert, wenn es - wie gestern in Chemnitz - auf einmal um die großen Fragen geht? Den Rechtsstaat, die Präsenz der Polizei, das Erscheinungsbild des Landes?

15Kommentare

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    1
    Zeitungss
    02.09.2018

    Ja cn3boj00, Leute welche genau DAS einfordern, sind fremdenfeindlich, braun und was wieß ich nicht noch alles. Sie haben es genau auf den Punkt gebracht. An die WURZEL will man in höheren Kreisen nun mal nicht ran, man hätte auch kein Konzept, was diesen Staat und seine Diener auszeichnet. Schaden vom Volk abwenden, wofür sie einmal das Pfötchen gehoben haben, ist der Demenz zum Opfer gefallen, bzw man denkt bereits an sein Fortkommen nach der nächsten Wahl nach.

  • 4
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    cn3boj00
    01.09.2018

    Reden hilft nicht mehr weiter. Vor allem nicht, wenn man bei den Reden nicht zur Wurzel vordringt. Die Menschen wollen eine andere Ausländerpolitik. Da geht es aber nicht darum, die Grenzen dicht zu machen oder 10 Mann abzuschieben und dann darüber zu dikutieren ob das rechtsstaatlich war oder nicht! Es geht ums grundsätzliche. Und wieder vermisse ich bei Kretschmer und allen Politikern, die nun plötzlich von Wolke 7 heruntergeholt wurden, Ideen oder gar Konzepte. Man hört nicht einmal, dass man z.B. eine Kommission, einen Ausschuss oder sonstwas ins Leben gerufen hat, die solche Konzepte entwickeln sollen. Auf der Tatenseite steht 0! Da gibt es einen Vollhorst, der nur sich selber in Szene setzen will, und bei dem heimat an der bayerischen Grenze aufhört, und die anderen sind entsetzt, empört, erschüttert und was weiß ich.
    Wir brauchen eine humane, an unsere Werte angepasste Ausländerpolitik. Straftäter dürfen nicht geduldet werden. Und jeder muss sich sein Essen verdienen.
    Liebe Chemnitzer, wir müssen uns klar werden, dass es auch ein friedliches Miteinander geben kann, dass Ausländerhass nicht die Lösung ist. Statt den Fischern am rechten Rand zuzujubeln solltet ihr der Regierung klar sagen, was ihr erwartet.

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    submain
    01.09.2018

    Dulig (Vize-Ministerpräsident) führt solche Gespräche mit Bürgern schon seit einigen Jahren regelmäßig durch. Zwar nur in kleiner Runde, aber immerhin etwas. Er fährt mit nem LKW durch's Land und stellt am Gesprächsort nen Küchentisch und paar Stühle vor dem Laster auf, wo sich dann alle interessierten Bürger dazu setzen und mit ihm reden können. Also ganz so neu ist das Konzept des Sachsengespräches nicht, nur dass es mittlerweile in großer Runde und mit dem Ministerpräsidenten persönlich abgehalten wird...

    Und de Ludwig steht nicht nur seit Sonntag total neben sich, sondern schon seit Jahren. Ihr gehts doch nur noch um die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025. Das ist zu ner Art "Lebensaufgabe" für sie geworden, alles andere und wichtigere ignoriert sie dabei völlig. Wird echt mal Zeit für ein neues Stadtoberhaupt. Andere Amtsträger aus anderen Städten hätten sich in der jetzigen Situation vor ihre Bürger und der Stadt gestellt und in den Medien klar und deutlich Stellung bezogen. Doch bei uns müssen es die Bürger, Vereine und Unternehmen machen, wozu die Bürgermeisterin offensichtlich nicht in der Lage ist. Sie hat sich noch nichtmal dazu geäußert, als sie mit Kretschmer den ganzen Tag in der Stadt unterwegs war, wo er aller paar Meter ein Interview führen musst. Sie stand immer nur teilnahmlos im Hintergrund...

    Ich glaub, die war auch noch nicht einmal an der "Pilgerstätte" des Ermordeten. Zumindest hab ich davon nichts mitbekommen. Da derzeit sogar vom Herunterfallen einer Stecknadel in Chemnitz berichtet wird, wäre das mit Sicherheit überall gezeigt wurde. Was aber nicht der Fall war, somit geh ich davon aus, dass Sie wirklich die ganze Woche in ihrem Kämmerlein saß und der Kulturhauptstadt hinterher getrauert hat. Dabei gibt es wichtigeres als das...

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    1
    cn3boj00
    31.08.2018

    Wie gesagt, ich glaube, man muss nur mehr gegen Ausländerkriminalität tun und andererseits die Nützlichkeit der Migranten für unsere Gesellschaft nicht nur herbeireden sondern auch realisieren. Was soll das wenn sie ein Jahr nach Ankunft gar nicht arbeiten dürfen? Dass Langeweile oder das Gefühl, allein gelassen zu sein, bei so manchem schädliche Auswirkungen hat ist doch bekannt?
    @ralf66 ich stimme Ihnen zu, dass es unbegreiflich ist dass nichts passiert. Aber ich habe das Gefühl, dass es nicht am Wollen liegt, sondern daran, dass die Politiker das Problem immer noch nicht begreifen. Das war doch auch aus Kretschmers Antworten zu erkennen.
    @Hankman: Der Hocke ist ein ganz intelligenter. Der macht alles mit Kalkül. Klar versucht die AfD, einen bürgerlichen Eindruck zu machen und sich von Nazis zu distanzieren. Vor allem wegen der Außendarstellung. Aber ich bin mir sicher, dass auch die AfD vernetzt ist mit dem III. Weg und anderen, und natürlich alles aufsaugt, was einfach jedem hinterherläuft der verspricht das Ausländerthema zu lösen, egal ob mehr oder weniger radikal. Die Leute differenzieren doch längst nicht mehr zwischen bürgerlich-konservativ und national-sozialistisch, Hauptsache es geht gegen Ausländer. Und der AfD ist doch jeder Wähler willkommen, auch Umsteiger von NPD und anderen legalen rechten Vereinen.

  • 0
    1
    ralf66
    31.08.2018

    @fpabospieler, als in der BRD in den 60er Jahren die ersten Ausländer, damals Gastarbeiter genannt, nach Westdeutschland geholt wurden, hatte das nichts allein mit dem Mangel an Arbeitskräften zu tun und hatte gute und nicht so gute Nebenwirkungen zu verzeichnen. Kriegsbedingt hatte man in den 60er Jahren einen gewissen Arbeitskräftemangel, der aber nicht so hoch war, dass Industrie, Handel und Landwirtschaft in enormen Schwierigkeiten gesteckt hätten und nicht mehr kontinuierlich hätten arbeiten können. Wenn ein Arbeitnehmer sein Arbeitsverhältnis beim Unternehmer gekündigt hatte, war es nicht immer leicht dafür Ersatz zu finden, diese Tatsache machte es für die deutschen Arbeitnehmer möglich, bei einer Bewerbung den bestmöglichsten Lohn und Urlaub vom Unternehmer einzufordern, wenn nicht drauf eingegangen wurde, ging man zum nächsten Unternehmen, dass dann einlenkte, so entstand eine ständige dem Unternehmer störende Buhlerei, um Arbeitskräfte, gut für den Arbeitnehmer der gut verdiente, schlecht für den Arbeitgeber, der seine Produkte zwar noch gut verkaufte, aber durch die hohen Löhne, nicht mit dem erwünschten Profit. Jetzt kamen die Gastarbeiter, die generell weniger Lohn bekamen und für die Unternehmer den Arbeitskräftebedarf verbesserten. Für die deutschen Arbeitnehmer bedeutete das, die ausländischen Gastarbeiter drückten den Lohn, dadurch verdiente der deutsche Arbeitnehmer auch nicht mehr so viel, die deutschen Unternehmen setzten ihre Produkte zu weit aus besseren Profiten ab. Was damals anders war als heute, in den 60er Jahren kamen die ausländischen Gastarbeiter in der Mehrzahl aus Italien und Spanien, also aus unserem Kulturkreis, arbeiteten in Deutschland verdienten sich ihren Lebensunterhalt, zahlten Steuern und wanderten nicht in die sozialen Systeme ein, Anfang der 70er Jahre verfügte man dann außerdem erst einmal einen Einwanderungsstop für ausländische Gastarbeiter! Spätestens ab den 80er Jahren wanderten immer mehr Menschen und jetzt speziell aus dem orientalischen Raum später nochmal Russlanddeutsche nach Deutschland ein, diese ließ man zum großen Teil aus humanitären Gründen einwandern, aber leider bekamen diese Menschen, durch ihre mangelnde Berufsausbildung und durch den gesättigten Arbeitsmarkt keine Arbeit und sind so in Deutschlands soziale Systeme eingewandert, dass zieht sich bis heute so durch und nahm ab 2015 überdimensionale Ausmaße an. Wer heute glaubt die Flüchtlinge des Jahres 2015 lassen sich trotz des demographischen Wandels

  • 7
    3
    fpabospieler
    31.08.2018

    N-tv ist schön und gut, Heimatsender und Presse ist die Freie Presse und der MDR.
    Sachsen muss doch endlich kapieren, dass Ausländer und Auswanderer in unserer Zeit willkommen sein müssten! Den Aufschwung in der ehemaligen BRD haben Italiener, Türken und und und mitteleistet.
    Und Sachsen ein nach 1989 gewandert- und wurden aufgenommen in Bayern, NRW, Hessen und und und.... Es wanderten aber wenig verfolgte, sondern welche, die sich wirtschaftlich betätigen wollten, also einfach Geld verdienen.

  • 8
    3
    Hinterfragt
    31.08.2018

    @Hankman; "Übrigens: Migranten gab es schon immer in Chemnitz: Griechen, Chilenen, Gastarbeiter aus Ungarn, Kuba, aus arabischen und afrikanischen Ländern, Russlanddeutsche ..."

    Stimmt (da noch Karl-Marx-Stadt) und Vietnamesen gab es auch.
    Das Hochhaus am Bernsbachplatz kennt man ja mit den unterschiedlichen Namen (Paprikaturm, Zuckerhut, ...)
    Nur im Unterschied zu Heute, waren damals die, die aus der "Reihe tanzten" schneller wieder im Heimatland, als dass sie Hui sagen konnten ...

  • 7
    3
    Hankman
    31.08.2018

    @fpabospieler: n-tv hat einige Zeit live aus der Runde mit Kretschmer übertragen. Phoenix angeblich auch, hab ich selbst aber nicht nachprüfen können. Was ich gesehen habe, war spannend. Politik kollidiert mit Alltag. Mehr davon!

    @cn3boj00: Danke für den Beitrag!! Genauso sehe ich das auch. Eins noch dazu: Am Sonntag hat auch die AfD eine Demo in der Chemnitzer Innenstadt abgehalten - ruhig und friedlich. Und sie hat ihre Anhänger aufgerufen, weder bei der Demo der rechten Hooligans am Sonntag noch bei der von Pro Chemnitz am Montag mitzulaufen. Ich folgere daraus, dass selbst der AfD diese Truppen zu radikal waren.

    Übrigens: Migranten gab es schon immer in Chemnitz: Griechen, Chilenen, Gastarbeiter aus Ungarn, Kuba, aus arabischen und afrikanischen Ländern, Russlanddeutsche ... Ist nicht so, dass das hier ein abgeschotteter Ort gewesen wäre. Und so viel höher sind die Zahlen heute auch nicht. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung ist gering. Es ist halt ein kleiner Kreis von Personen, der immer wieder negativ auffällt und Ärger macht. Die sollten genauso verschwinden wie jene, die "Ausländer raus" brüllen.

  • 4
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    Nixnuzz
    31.08.2018

    @fpabospieler: Freundlicherweise hat n-tv lange live gesendet! Weder phoenix noch mdr waren live dabei! Soviel zur Bürgernahen Medienrelevanz... Scheinbar müssen die ARD-Medien erst Informations-bereinigung bzw. down-cooling betreiben... Fehlte nur noch der Hinweis: "Diese Sendung ist für erwachsene Bürger nicht geeignet!"....

  • 8
    6
    Blackadder
    31.08.2018

    "Vllt gelingt es ja am Wochenende, die bislang Stummen zu mobilisieren und friedlich ihre Meinung äußern."

    Sie meinen sicher am Montag. Denn bei Höcke am Samstag kommen die selben wie letzten Montag. Ganz sicher.

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    fpabospieler
    31.08.2018

    Ich hätte gern die 550 bis 600 Bürger bei Ministerpräsident Kretzschmer in den Medien (Freie Presse oder MDR) gesehen und nicht die Gegnmasse vor dem Stadion!

  • 6
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    ralf66
    31.08.2018

    Wenn ich das schon lese: 'Lasst uns reden, diskutieren, streiten, aber nicht kämpfen.' Kämpfen mit unbedingter Gewalt, dass möchte wohl keiner, aber immer wieder die gleichen Themen, wie zum Beispiel, die Ausländerkriminalität, Masseneinwanderung aus dem orientalisch-muslimischen Raum diskutieren und wieder diskutieren aber es ändert sich nichts, dass merken die Menschen! Hinhaltetaktik, weg- oder schönreden und gezielte Vertröstung der führenden Politiker in Deutschland sind die Ergebnisse vieler Diskussionen zum genannten Thema landesweit!

  • 9
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    Hinterfragt
    31.08.2018

    "...dass "Chemnitz nazifrei" die Gegendemo abgesagt hat...."

    Denen war da einfach zu viel Polizei aufgefahren ...

  • 10
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    ZwischenDenZeilen
    31.08.2018

    Sauschade, dass "Chemnitz nazifrei" die Gegendemo abgesagt hat. Wäre ein tolles Zeichen gewesen. So gab es nur einige wenige interessierte, welche vorm Stadion standen, bewusst nicht bei Kohlmann, und draußen blieben.
    Respekt an Kretschmer dass er Engagement und Haltung zeigt. Ludwig hingegen wirkt ausgelaugt, überfordert.

    Vllt gelingt es ja am Wochenende, die bislang Stummen zu mobilisieren und friedlich ihre Meinung äußern.

  • 17
    7
    cn3boj00
    31.08.2018

    Für mich überwiegen 2 Wahrnehmungen:
    1) Die Mehrzahl der menschen hält sich zurück, die "wir sind das Volk"-Fraktion ist immer noch eine Minderheit, aber mit deutlich zunehmender öffentlicher Wahrnehmung, und die offen auftretenden Gegner der rechten Bewegung werden allein gelassen.
    2) Eine große Zahl von Menschen folgen in ihrer Angst oder Besorgnis allzu kritiklos den rechten Abfischern und wundern sich dann dass sie selber in die rechte Ecke gestellt werden. Berechtigte Kritik und Sorge wird in pauschaler Ausländerfeindlichkeit zum Ausdruck gebracht.

    Eigentlich erwarte ich, dass die Demos von Pro Chemnitz rasch wieder an Zulauf verlieren. Herr Kohlmann fordert den Austritt Sachsens aus der BRD und den Anschluss an Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn. Jeder, der noch halbwegs klar bei Verstand ist, und für den Heimat auch Deutschland bedeutet, muss da einfach auf Distanz gehen.
    Andererseits ist die Wut groß und wird größer, wenn nicht etwas passiert. Natürlich sind nicht alle Chemnitzer Rechte oder gar Nazis. Ich schätze das trifft auch nur für eine kleine Minderheit zu. Aber jeder, der zu den Demos von Kohlmann & Co. geht, muss sich hinterfragen: was tue ich da eigentlich? Es sollte doch klar sein, dass die Hintermänner dieser Demos (dazu darf man getrost auch Pegida rechnen) in der rechten Szene vernetzt sind, inklusive radikaler Nazis. Und dass es nicht darum geht, dass die aus lauter Selbstlosigkeit Deutschland von einer Plage befreien wollen, sondern die Macht anstreben. Und dann, dann erst wird es eine DDR4.0 geben!
    Das Problem ist, das zeigen aber auch die Reaktionen Kretschmers, dass die Politiker kein wirkliches Konzept haben. Wir werden in Zukunft mit Migranten leben müssen. Doch es muss vor allem die Kriminalität schärfer bekämpft werden (es kann nicht sein, dass vorbestarfte geduldet werden!), und die Akzeptanz muss verbessert werden, indem die soziale Hängematte durch das Erarbeiten von Leistungen ersetzt wird. Die Gesellschaft braucht nicht nur ausgebildete Fachkräfte, sie braucht auch Bauhelfer und Leute die für Sauberkeit und Ordnung sorgen. In Limbach habe ich gesehen, wie 3 Afrikaner den Müll im Stadtpark eingesammelt haben. Das ist ein guter Anfang.



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