Säure-Alarm in Einsiedler Brauerei

Ein umgefallener Container mit einer Chemikalie hat für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Die Substanz wird nicht zum Bierbrauen benötigt.

Feuerwehrleute, ausgestattet mit Atemschutzgeräten, haben gestern für Aufsehen am Einsiedler Brauhaus gesorgt. Der Gefahrgut-Zug der Berufsfeuerwehr, drei weitere Löschzüge sowie fünf freiwillige Feuerwehren waren dort am Nachmittag im Einsatz. Hinzu kamen etliche Polizeifahrzeuge. Da die Feuerwehrleute oft auch über die Straße zum Parkplatz mussten, Geräte hin- und her transportiert wurden, hatte man sich am Nachmittag entschlossen, die Einsiedler Hauptstraße an der Brauerei vorübergehend zu sperren. Nicht, weil Gefahr für die Bevölkerung bestand, "sondern damit niemand überfahren wird", sagte Einsatzleiter Ronald Günther.

Die Einsatzkräfte waren kurz vor 13.30 Uhr alarmiert worden. Ein Container, in dem sich unverdünnte Salpetersäure befand, war auf dem Gelände des Sudhauses im Freien umgefallen, erklärte Betriebsleiter Andreas Busse. Nähere Informationen darüber, wie das geschehen konnte, hatte er nicht. Der Container habe ein Fassungsvermögen von 1000 Litern. Ob er voll war, wisse man nicht, sagte Günther, er sei am Ende aber leer gewesen. "Wir gehen von einer größeren Menge aus", so der Einsatzleiter.

Ein Mitarbeiter, der der Säure am nächsten kam, wurde daraufhin vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Er habe allerdings keine offensichtlichen Verletzungen gehabt. Doch da Dämpfe der Säure schädlich sein können, sei präventiv dieser Weg gewählt worden, sagte Ronald Günther.

Die ausgelaufene Säure habe man sofort mit einem Bindemittel aufgenommen. In Absprache mit Andreas Busse sei eine Spezialfirma gerufen worden, die den Boden reinigte und schließlich das Gefahrgut entsorgte.

Doch damit war die Arbeit für die Einsatzkräfte noch nicht beendet. Es galt zu verhindern, dass sich die Säure ausbreitet und für größere Schäden sorgt. Daher wurden auch das Umweltamt, die untere Wasserbehörde und der Kanalbetreiber informiert. Man studiere Pläne, in denen die Abläufe eingezeichnet sind, so Günther, um herauszufinden, ob die Säure über Kanäle abgeflossen sein könnte. "Unser Ziel ist es, die Ausbreitung zu verhindern, damit keine Umweltgefahr für die Zwönitz entsteht", so der Einsatzleiter. Darum wurden auch Wasserproben in dem Fluss genommen. Man gehe allerdings davon aus, dass für das Gewässer keine Gefahr besteht, fügte Günther noch hinzu.

Bei dem Einsatz habe das ABC-Konzept der Stadt Chemnitz gegriffen, erklärte Günther. Die freiwilligen Feuerwehren aus Einsiedel, Klaffenbach, Mittelbach, Stelzendorf und Adelsberg, die beteiligt waren, seien in dieses Gefahrgut-Konzept eingebunden.

Als die Säure auslief, sei es gerade Zeit für den Schichtwechsel in der 1885 gegründeten Brauerei gewesen, berichtete Andreas Busse. 25 Mitarbeiter verließen das Gelände. Die neue Schicht habe es aber bis auf das Sudhaus auch wieder betreten dürfen. Es gebe keinen Produktionsausfall und auch sonst keinen Schaden für das Unternehmen, sagte er.

Und wofür wird in einer Brauerei Salpetersäure eingesetzt? Andreas Busse erklärte, verdünnte Säure würde zum Reinigen benötigt, für die Rohrleitsysteme und alles, was aus Edelstahl sei.

Der Einsatz der Feuerwehr in Einsiedel dauerte bis zum Abend an. Bei Redaktionsschluss lag noch kein Bericht der Einsatzleitung vor.

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