Schausteller: Programm für Parkfest war fertig

Enttäuschung nach Absage - Verband äußert aber auch Verständnis

Limbach-Oberfrohna.

Schlagersänger Olaf Berger, TV-Moderatorin Dagmar Frederic und eine Peter-Maffay-Coverband - sie alle hätten in diesem Jahr beim Stadtparkfest in Limbach-Oberfrohna auftreten sollen. Doch vor wenigen Tagen hat das Rathaus entschieden, dass die für Mitte Juli geplante zehntägige Party wegen der Coronapandemie nicht stattfindet. Der Veranstalter, der Mittelsächsische Schaustellerverband, äußert sein Bedauern, zeigt aber auch Verständnis für den Schritt. "Die Absage war zu erwarten", sagt der Vorsitzende Klaus Illgen. Er verweist darauf, dass auch ähnliche Veranstaltungen wie das Marktfest in Marienberg und die Kät in Annaberg-Buchholz in diesem Jahr nicht stattfinden. Trotzdem hätte er mit der Entscheidung noch ein wenig abgewartet, schätzt Illgen ein. Zwar sind Großveranstaltungen bis Ende August deutschlandweit verboten; eine genaue Definition für diesen Begriff gebe es bislang aber nicht.

Illgen, der selbst immer mit einer Losbude auf dem Stadtparkfest vertreten ist, hätte sich gewünscht, dass die Schausteller als Veranstalter vor der Absage von der Stadtverwaltung informiert werden. "Ein kurzer Anruf wäre schön gewesen." Es liege ihm aber fern, jetzt einen Streit mit Oberbürgermeister Jesko Vogel vom Zaun zu brechen. Schließlich hätten Stadt und Schausteller bei der Organisation des Stadtparkfestes immer gut zusammengearbeitet. In diesem Jahr sollte das 125-jährige Bestehen der Veranstaltung gefeiert werden, die erstmals 1895 stattfand. "Die Stadt hatte zugesagt, aus diesem Anlass den Auftritt der Saragossa-Band am Eröffnungsfreitag zu finanzieren", erklärt Illgen. Die Formation aus München spielt seit Ende der 1970er-Jahre Popmusik auf Partys. Er wolle nun mit OB Vogel reden, ob die Zusage der Stadt auch für 2021 gelte, kündigte der Schausteller-Chef an. Es sei sehr schade, dass die Limbach-Oberfrohnaer das Bühnenprogramm, das bereits bis ins Detail feststand, nun nicht genießen können.

Die Schausteller gehören zu jenen Branchen, die am meisten unter der Coronakrise leiden. "Wir sind wohl die letzten, deren Geschäft wieder losgeht", sagt Illgen. Seit dem Weihnachtsmarkt 2019 in Chemnitz habe er keine Einnahmen mehr gehabt. Zum Glück habe die Auszahlung eines staatlichen Zuschusses in Höhe von 9000 Euro problemlos funktioniert, berichtet Illgen. Weitere Hilfen wie zinslose Kredite stünden in Aussicht.

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