Stadtgeflüster: Ein Chemnitzer trifft den Dalai Lama

Wie ein CDU-Politiker den obersten Tibetaner traf und warum sein FDP-Kollege den New Yorkern den Marsch blies.

Frank Heinrich, Chemnitzer Abgeordneter im Bundestag, ist regelmäßig im Rahmen seiner Arbeit gefragt, um sich für die Menschenrechte in der Welt einzusetzen. Aus diesem Grund reiste er bisher ein- bis zweimal pro Jahr nach Afrika, um durch wirtschaftliche Stärkung bessere Lebensbedingungen auf dem Kontinent zu ermöglichen. Diesmal führte der Weg des Christdemokraten mit den Kolleginnen Margarete Bause von den Grünen und Ute Vogt von den Sozialdemokraten nach Asien, genauer: nach Indien. Auch dort informierte sich die Delegation über die Lebensumstände der Menschen. Unter anderem stand das Thema Religionsfreiheit im Mittelpunkt. Und dann geschah während der Tour etwas Besonderes: Heinrichs Reisegruppe erreichte ein Anruf der vom indischen Exil aus tätigen Regierung Tibets. Am Hörer war ein enger Mitarbeiter des Dalai Lama. Er meinte, der höchste Würdenträger des tibetischen Buddhismus habe in der Zeitung vom Besuch aus Deutschland gelesen und frage an, ob es ein gemeinsames Gespräch geben könnte. Heinrich und seine Delegation ließen sich da natürlich nicht lange bitten und nahmen die ehrenvolle Einladung dankbar an. "Das war ein außergewöhnlicher Moment", erinnerte sich Frank Heinrich nach dem Treffen mit dem Dalai Lama. "Ich will jetzt nicht pathetisch werden", so der Chemnitzer. "Aber dieser Mensch versprüht eine unvergleichliche Aura." Vor allem die wache Aufmerksamkeit, mit der der 84-Jährige darüber sprach, wie er die aktuelle politische Lage in Deutschland einschätze, sei bemerkenswert gewesen. "Mal davon abgesehen, dass der Dalai Lama ein Mann mit wunderbarem Humor ist", so Frank Heinrich weiter. "Nicht nur, dass er sich von niemandem vorschreiben lassen will, wer der nächste Dalai Lama werden könnte. Er meinte lächelnd auch: Vielleicht wird es ja eine Frau?!" Etwa eine Stunde durfte Frank Heinrich mit Tenzin Gyatso, wie der Dalai Lama mit bürgerlichem Namen heißt, plaudern. So eine Begegnung ließ auch den weit gereisten Politiker nicht kalt. Einige Fotos vom Treffen teilte er anschließend stolz auf seiner Facebookseite.

Frank Müller-Rosentritt, ebenfalls Chemnitzer Abgeordneter im Deutschen Bundestag, hatte es auch in die Welt gezogen. Der Liberale reiste allerdings westwärts. Zunächst flog er zu dienstlichen Gesprächen nach Brasilien und von dort aus privat weiter in die USA. Er war dort dabei, als Menschen aus Chemnitz und dem Erzgebirge den Amerikanern den Marsch blasen durften. Das kam so: Müller-Rosentritt ist seit vielen Jahren Mitglied bei den Heidelbachtal Musikanten. Die Blaskapelle genießt ein gutes Ansehen. Die Kapelle nahm unter anderem im vergangenen Jahr an der Europameisterschaft der böhmischen und mährischen Blasmusik teil und holte sich dort den fünften Platz. Und weil der Ruf der Heidelbachtaler eben so gut ist, waren sie nun als Haupt-Act beim Oktoberfest in New York eingeladen, der größten "Wiesn" die in der Millionenmetropole überhaupt ausgerichtet wird. Vor mehr als 1500 New Yorkern mit der Trompete zu spielen und über die weltberühmte Fifth-Avenue zu laufen, das sei für ihn ein außergewöhnlicher Moment gewesen, betonte Frank Müller-Rosentritt nun. Die Heidelelbachtaler Kapelle fuhren danach weiter in die US-Hauptstadt Washington. Dort wurden sie zu zwei anderen Auftritten erwartet. Diese Termine hatten Kulturbeauftragte aus dem Auswärtigen Amt klargemacht. Denn in den USA wird derzeit das Jahr Deutschlands gefeiert, unter anderem mit annähernd 1000 Konzerten an 365 Tagen im ganzen Land. "Viele meiner Freunde aus der Kapelle durften die USA auf diesem Weg erstmals erleben", so der Politiker. "Das freut mich für sie." Er selbst konnte die Washingtoner Auftritte jedoch nicht mitmachen. "Ich musste zurück nach Deutschland fliegen. Es ist Sitzungswoche im Bundestag. Da ist Anwesenheit gefragt", so Müller-Rosentritt.

Thomas Waldheim, Marketingprofi, ist der neue Veranstaltungschef in der Eventhalle "Kraftverkehr". Bisher arbeitete er freiberuflich als Manager und hält regelmäßig an der Hochschule in Mittweida Seminare zum Eventmanagement. Nun sorgte er dafür, dass bei einer blumigen Schau alles seinen geregelten Gang ging. Denn am Samstag blühten dort, wo einst ölverschmierte Arbeiter an kaputten Bussen schraubten, die zarten Farben der Pflanzen. Das "Festival der Flora", eine Händlerfachmesse des Großlieferanten Fleura-Metz, gastierte im "Kraftverkehr". Mehr als 500 Floristen aus ganz Deutschland informierten sich dort über Trends der Blumen- und Pflanzenbranche und darüber, wie sie ihre Geschäfte noch erfolgreicher führen können. Wer da nicht fehlen durfte? Klar, der vielleicht prominenteste Chemnitzer Blumenmann: Auch Andreas Richter vom gleichnamigen Gartenfachmarkt verfolgte unter anderem wie TV-Floristin Nadine Weckardt, Europameisterin im floralen Gestalten, Trends erklärte.

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