Stadtgeflüster : Ein Kabarettist lässt den Hasen raus

Martin Berke spitzt die Ohren, Ferdinand Szechenyi fördert die Kunst und Marcel Bauer übt die Kantaten.

Martin Berke, Chemnitzer Kabarettist, zieht sich derzeit immer wieder Häschen-Ohren auf und legt Bunny-Zähnchen an. Ist der schon im verfrühten Faschingsfieber? Nö, er probt. Denn in wenigen Tagen hat sein erstes abendfüllendes Solo für die Bühne des Chemnitzer Kabaretts Premiere. Unter den Möhrchen versteckt er sich nicht, weil er so aufgeregt ist, sondern weil die Hasenfigur eine wichtige Rolle in seinem Stück spielt. "Sie taucht immer wieder auf, um die einzelnen Abschnitte des Abends zu unterteilen", so Martin Berke. Auf den Hasen kam der Komiker durch seine Freundin. Sie stand letztens mit dem Spruch "Haddu Möhren?" vor ihm. "Den eigentlich sinnlosen Satz kennt hier in der Region gefühlt jeder", so Martin Berke. "Ich habe mich fast totgelacht, als ich ihn wieder gehört hatte." Und schon stand der Titel seine Premiere am 25. Januar fest. Nun will sich Martin Berke, der seinen Humor selbst zwischen lakonisch und zynisch einordnet, über vegane Verschwörungstheorien, versteckte Einlagen oder das Möhrenmonopol auslassen. "Haddu alles, oder?", fragte er schon mal in seiner Ankündigung. Ist er nun aufgeregt? "Nein! Oder doch. Ja, klar", sagte er und widmete sich wieder seinen Proben. Die Texte stammen allesamt aus seiner Feder.

Ferdinand Szechenyi, studierter Kunstpädagoge, ist der erste Künstler, der in der neuen Sonnenberg-Galerie "Ferdin-Art" ausstellt. Weder der Kunstraum, noch das benachbarte Café "Ferdinand" sind nach dem Künstler benannt. Reiner Zufall, die Namensgleichheit, sagt er selbst. Trotzdem ist er dort immer wieder anzutreffen, hat im Auftrag einer Investorengemeinschaft aus Österreich das Café und nun noch die benachbarte Galerie mit ausgebaut. Künftig sollen dort sechs bis acht Ausstellungen im Jahr gezeigt werden, auch mit Werken international bekannter Künstler. Der Raum soll aber auch Begegnungsort für politische Diskussionen und Lesungen sein oder einfach Platz für Partys bieten. Ferdinand Szechenyi, der in seiner aktuellen Schau nicht nur große Rosenmalerei zeigt, sondern auch Konsumentenwahn und Plastik- tütenmüll karikiert, lebt seit mehr als zwei Jahren auf dem Sonnenberg und hofft: "Der Stadtteil kann sein Potenzial noch richtig ausschöpfen. Ich würde mich freuen, wenn das Café und der Galerieraum eine Menge Menschen mit Ideen, Geist und Kreativität auf dem Sonnenberg anziehen."

Marcel Bauer, Friseurmeister, pflegt nicht nur leidenschaftlich die Haare seiner Kunden, sondern auch seine eigene Stimme. Seit Jahren schon singt der Mann mit Tenorstimme im Chor der Kantorei St.-Pauli-Kreuz. Mit viel Herz trägt er Oratorien an den Feiertagen und Kirchenverse zum Gottesdienst vor, mal solo, mal im Klangkörper. Nachdem er nun in der Weihnachtszeit nahezu jedes Wochenende "live im Konzert" zu erleben war, steckt er nach einer kurzen Neujahrspause schon mitten in den Ostervorbereitungen. Erstmals wird er in der Kreuzkirche Bachs Lukas-Passion mitsingen. "Bach ist mein Idol, der beste Musiker den es jemals gab", geriet der Figaro ins Schwärmen. "Ich wünsche mir, bald alle bachschen Kantaten gesungen zu haben.

Patrick Schulze, Geschäftsführer der Musikschule am Thomas-Mann-Platz, kam im Rahmen seiner Mitgliedschaft im Lions Club Chemnitz-Rabenstein am Freitag eine besondere Aufgabe zu. Er organisierte das traditionelle Neujahrskonzert der Organisation. "Es freut mich besonders, dass hier Schüler meiner Einrichtung und der städtischen Musikschule ohne Konkurrenzgedanken aufeinandertreffen." Etwa 800 Zuhörer kamen zur sechsten Konzertauflage in die Kreuzkirche. Jedes Jahr ersingen die Protagonisten, diesmal 150 Schüler, etwa 10.000 Euro für musikpädagogische Unterstützung.

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