Stadtgeflüster : Einst Teenie-Schwarm, jetzt Frauenheld

Warum Boyband-Sänger Eloy de Jong ein Licht aufgehen musste und weshalb ein Gastronom jetzt ein Nomadenleben führt.

Eloy de Jong, ehemaliger Boy-Group-Star und jetzt Schlagermusiker, zeigte am Freitagabend langen Atem. Nachdem er eine musikalische Kostprobe aus seinem Album "Kopf aus - Herz an" gegeben hatte, schrieb er im Chemnitz-Center satte einhundert Minuten lang Autogramme. Als es am Ende schon dunkel wurde, musste sogar sein Manager ran. Er knipste an einer Taschenlampe das Licht an, damit der niederländische Sänger überhaupt noch sah, wo er unterschreiben sollte. Fan-Rummel ist Eloy de Jong längst gewohnt. Mit den Kollegen von "Caught in the Act" verkaufte er in den 1990er-Jahren mehr als 20 Millionen Tonträger. Damals kreischten nur die Teenies, heute schmachten ihn auch gestandene Frauen an. So wie Sandra Sütterle. Mit ihrer Tochter Vanessa war sie gekommen, um dem Sänger ein Autogramm zu entlocken. Hat geklappt. Nicht zum ersten Mal. Sandra Sütterle traf Eloy de Jong in der Vergangenheit schon einige Male bei Fan- aktionen. "Wunderbar", schwärmte sie. "Er hat mich gleich erkannt."

Doreen Mölders (Foto), promovierte Archäologin, wird die neue Chefin des Museums für Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Zum 1. Januar kommenden Jahres tritt die bisher in Chemnitz lebende Expertin ihre Tätigkeit dort an. Sie hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin seit 2013 mehrere Sonderausstellungen sowie eine virtuelle Ausstellung im Landesmuseum Smac an der Brückenstraße realisiert. Davor war sie am Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte in Leipzig tätig. "Ich freue mich, dass wir mit Doreen Mölders eine ausgewiesene Ausstellungsmacherin für die Leitung gewinnen konnten", sagte Barbara Rüschoff-Parzinger vom Museum in Herne. Als fortgebildete Museumsmanagerin sei Doreen Mölders die richtige Fachfrau, um unser Museum weiter voranzubringen".

Andreas Kirsten, Gastronom, macht derzeit als "Hans Dampf in allen Gassen" von sich reden. Ist irgendwo in der Stadt ein Fest oder eine Veranstaltung, dann steht er da schon mit seiner mobilen Küche und verwöhnt die Gäste. Bei den Tagen der Industriekultur in der Hartmannhalle, bei der Eröffnung der Start-up-Schmiede im Firmenhaus "Businessvillage" an der Beckerstraße, beim Ministerpräsidentenempfang vergangene Woche im Archäologiemuseum. Dabei kannten ihn doch die meisten Restaurantbesucher bisher als Chefkoch und Mitgeschäftsführer des Lokals "Heck Art". Warum er die fest organisierte Küche gegen ein Leben als Gastronom im Nomadenzustand eingetauscht hat? "Es war Zeit für eine Veränderung", sagte er jetzt, nachdem er sich einige Monate ans neue Arbeitsleben gewöhnt hat. "Ich genieße es sehr, mit verschiedenen Kollegen an unterschiedlichen Orten die Gäste zu bewirten." Unter anderem kooperiert Andreas Kirsten derzeit mit Marco Weidlich, dem Inhaber des Cateringunternehmens "Suppengrün". Auch ein anderer Gourmet ließ sich nun an der Seite von Andreas Kirsten blicken: Konditor Thomas Hübler aus Thalheim, nebenbei Sportskanone auf Skiern und Betreiber eines Sport-Onlineshops. "Er ist einfach eine coole Socke und gleichzeitig der beste Patissier, den ich kenne", so Kirsten. Auch das sei ein Grund für seine derzeitige mobile Gastronomenarbeit. "Ich lerne durch die vielen Caterings und das Zusammentreffen mit Kollegen meinen Job noch besser kennen, weil sie mir einen spannenden Erfahrungsaustausch bieten."

Kerstin Hänsel, verantwortlich für das Kundenbüro des Chemnitzer Kabaretts, sorgt seit genau 20 Jahren für den Service in der Kultureinrichtung. Das nahmen die Kollegen des "Brettls" jetzt zum Anlass, um ihr ein dickes Dankeschön zu übermitteln. "Sie ist die gute Seele unseres Hauses", schwärmte Ellen Schaller, Mitinhaberin des Kabaretts. Kerstin Hänsel denke an Sachen, da würden die Gesellschafter Ellen Schaller, Andreas Zweigler und Gerd Ulbricht selbst manchmal nicht drauf kommen. "Sie mahnt uns, genug Werbung zu schalten. Sie erinnert uns an wichtige Geburtstage. Sie weist auf auslaufende Sponsorenverträge hin. Sie ist einfach Gold wert", so Ellen Schaller weiter. Kerstin Hänsel selbst sagt, in ihrem Job fühle sie sich pudelwohl. "Die Kollegenschaft ist mir längst eine vertraute Familie geworden", sagt sie. Man habe sich eben über die vielen Jahre hinweg näher kennengelernt. "Mit allen Vorteilen und auch mit den kleinen Macken", sagt Kerstin Hänsel mit einem Augenzwinkern.

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