Stadtgeflüster: Wer mit den Zeitungsleuten feierte

Die Konrad-Adenauer-Stiftung zeichnete "Freie Presse"-Journalisten aus: - Leser, Politiker und Musiker gratulierten.

Norbert Lammert, bis 2017 Präsident des Bundestages und seit dem 1. Januar 2018 Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, eilte als Letzter herein. Dabei war er doch einer der Ehrengäste! Lammert hatte für den Donnerstagabend in der Chemnitzer Eventhalle "Kraftverkehr" zugesagt, die Ehrungen bei der diesjährigen Lokaljournalistenpreisverleihung der Stiftung vorzunehmen. Doch da war ja noch der vorweihnachtliche Verkehr. Und der sorgte dafür, dass das Polit-Schwergewicht mit 20 Minuten Verspätung zur Auszeichnungsveranstaltung kam. Da hatten insgesamt 250 Gäste, darunter natürlich Journalisten, Leser und geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur schon Platz genommen. Vergeben wurden an dem Abend insgesamt vier Auszeichnungen für außergewöhnliche journalistische Leistungen. Der Hauptpreis ging an die Kolleginnen und Kollegen der Lokalredaktion Chemnitz der "Freien Presse". Sie hatten nach einem Tötungsdelikt in ihrer Stadt und darauf folgenden fremdenfeindlichen Ausschreitungen das Leserformat "Chemnitz diskutiert" erarbeitet.

Alexander Dierks, Generalsekretär der sächsischen CDU, war nur einer der geladenen Gäste, der aus der Politszene Gratulationen an die Journalisten überbrachte. Auch Staatssekretär Marco Wanderwitz, die Landtagsabgeordnete Ines Saborowski, Stadträtin Solveig Kempe und OB-Kandidatin Almut Patt hatten sich unter die Gäste gemischt. Grüße aus der Verwaltung überbrachte Kulturbürgermeister Ralph Burghart. Er freute sich, dass die "Freie Presse" sozusagen mit dem Oscar der deutschen Lokaljournalistenszene ausgezeichnet wurde. Er richtete sich aber auch an die Leser und sagte zu ihnen: "Der Dank geht gleichzeitig an alle Chemnitzerinnen und Chemnitzer, die das Format mit Leben gefüllt haben."

Dominik Grobien, Kommunikationsleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung, war am Abend nach der Preisverleihung völlig entspannt. Das sah zu Beginn der Veranstaltung aber noch ein bisschen anders aus. Denn da ließ wegen der Verkehrsverzögerung nicht nur sein Präsident auf sich warten. Auch die Urkunden für die auszuzeichnenden Journalisten waren irgendwie nicht da, wo ihre Verleihung stattfinden sollte. Einer der Organisatoren hatte die Dokumente im Hotel liegen lassen. Also musste ein Kurier schnell von der "Kraftverkehr"-Halle in den "Chemnitzer Hof" fahren. Letztendlich waren die Urkunden dann noch eher da, als der Mann, der sie später überreichen sollte. Der Kommunikationschef konnte also aufatmen.

Mathis Stendike, Musikpädagoge, musste Aufklärung leisten. Der unermüdliche Helfer der Chemnitzer Mozart-Gesellschaft, hatte die Bühne betreten, nachdem der Auftritt von jungen Chemnitzer Mozartkindern angekündigt war - und zu ihm gesellten sich Philharmoniker Petr Krupa und die Musikerinnen Clementine Klotz und Marie Maposse. "Das sind aber große, erwachsene Kinder", raunte es da im Publikum. Erwartet worden waren offenbar Grundschüler, die ihre ersten Versuche auf Instrumenten präsentieren. Mathis Stendike erklärte anschließend bei der Party nach der Preisverleihung: "Unser Projekt richtet sich an Nachwuchsmusiker bis 21 Jahre. Und da fallen Clementine und Marie mit ihren 18 Lenzen noch locker drunter." Er selbst habe seine Mozartkinder nur begleitet. Zu dem Zeitpunkt war es auch schon weit nach 21 Uhr. Die ganz jungen Mozartkinder lagen da sicher schon in ihren Betten und träumten von vollen Nikolausstiefeln am nächsten Morgen.

Ute Kiehn-Dziuballa, langjährige Leiterin des soziokulturellen Vereins Kraftwerk, war mit ihrer Kollegin Kerstin Wolf zur Preisverleihung gekommen. "Wir wurden heute als Gäste der Konrad-Adenauer-Stiftung eingeladen", freuten sich die beiden. Seit vielen Jahren nutzten sie Beratungs- und Weiterbildungsangebote der Stiftung, um die Sozial- und Kulturarbeit in Chemnitz verbessern zu können, so Kiehn-Dziuballa weiter. Die Auszeichnung der Chemnitzer Journalisten erlebte sie aus Lesersicht. "Natürlich habe ich die schwierige Situation in unserer Stadt nach den Ausschreitungen reflektiert und verfolgt", so Kiehn-Dziuballa. "Wie die Zeitung das Thema angepackt hat, hat mir imponiert."

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