Trümmerfeld nach Lastzug-Unfall

Bei einem Unglück in Grüna ist hoher Schaden entstanden. Die Polizei hat schon erste Hinweise auf die Ursache.

Einem Trümmerfeld hat am Donnerstagmorgen die Chemnitzer Straße unweit der Sparkassenfiliale in Grüna geglichen: Kurz nach 4 Uhr war ein Lastzug hinter der Einmündung der Kurzen Straße von der Fahrbahn abgekommen und quer durch einen etwa 20 Meter breiten Vorgarten gefahren, bevor er stehen blieb. Dabei demolierte der Lkw zwei abgestellte Transporter und walzte große Teile des Grundstückszauns und einer Hecke nieder.

"Es hat geknallt, als ob jemand drei Stangen Dynamit gezündet hätte", beschreibt Sven Wagner das Geräusch, das alle Anwohner aus dem Schlaf geschreckt hat. Sein direkt vor dem Haus geparkter Transporter war eines der beiden Fahrzeuge, die der aus Richtung Wüstenbrand kommende Lastzug einige Meter mitgerissen und dabei fast völlig zerquetscht hat. "Der ist bestimmt schneller gefahren als 50", nimmt der Geschädigte an. Sein Transporter und die darin geladenen Fenster, die der Fensterbauer am Donnerstag bei einem Kunden montieren wollte, seien nur noch Schrott. Dennoch müsse man froh sein, dass keinem Menschen etwas passiert sei. "Ab 7Uhr sind hier viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs", so Wagner.


Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Euro hat auch ein weiterer Anwohner erlitten, der nicht namentlich genannt werden möchte. In seinem VW-Transporter standen zwei Simson-Mopeds, die er wieder aufbauen will. Auch sie seien beschädigt worden, als der Lastzug den Transporter rammte und vom Gehweg auf die Straße schob. Die Polizei beziffert den entstandenen Gesamtschaden nach ersten Schätzungen auf mindestens 25.000 Euro.

Der polnische Fahrer des Lastzuges einer deutschen Spedition sei noch lange in seiner Kabine sitzen geblieben und habe sichtlich geschockt gewirkt, schildern mehrere Augenzeugen übereinstimmend. "Er hat gesagt, vor der Zugmaschine sei plötzlich ein Hund über die Straße gelaufen", erzählt Norbert Müller, in dessen Vorgarten der Lastzug zum Stehen kam. Aber er vermute eher überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache. Das habe auch die Fahrerin eines Autos, die hinter dem Lastzug fuhr, berichtet. In Höhe der Unfallstelle sei die Chemnitzer Straße zwar gerade, trotzdem sei vor einigen Jahren schon einmal ein Pkw in seinem Vorgarten gelandet, erzählt Müller.

Nach Auskunft der Polizei hat die Auswertung des Fahrtenschreibers ergeben, dass der Lastzug mit etwa 70 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Erlaubt ist auf dem Abschnitt Tempo 50. Dem Alkoholtest zufolge war der 46-jährige Fahrer nüchtern, sagte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an. Die Spedition, für die der Fahrer tätig ist, könne zu dem Unfall keine Angaben machen, hieß es von dort.

Wegen herumliegender Fahrzeugtrümmer musste die Chemnitzer Straße in dem Bereich nach dem Unfall zunächst voll gesperrt werden. Anwohner halfen mit, die Trümmer einzusammeln. Später wurde der Verkehr mit Baustellenampeln halbseitig an der Unfallstelle vorbeigeleitet. Die Zugmaschine des Lastzuges hatte nach dem Unfall etwa 40 Liter Motorenöl verloren, berichtet Marco Tischendorf vom Umweltservice Lohr. Deswegen musste ein Teil des Vorgartens und der Zufahrt zum Wohnhaus 30 bis 40 Zentimeter tief ausgebaggert werden. Die Zufahrt machte Baggerfahrer Dirk Weinelt vom Abschleppdienst Kelpin anschließend gleich wieder mit sauberem Schotter befahrbar. Gegen 16.30 Uhr waren diese Arbeiten abgeschlossen.

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