Versorger Eins hebt Strompreise kräftig an

Verbraucher zahlen ab Januar rund acht Prozent mehr für Elektroenergie

Nach dem Regionalversorger EnviaM hebt auch der Chemnitzer Energieversorger Eins zum Beginn kommenden Jahres die Preise deutlich an. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, verteuert sich die Kilowattstunde Strom ab Januar um 2,21Cent. Sie kostet künftig je nach Tarif und Verbrauch zwischen 27,64 und 34,44 Cent. Das entspricht einer Verteuerung um rund acht Prozent. Die Erhöhung für Gewerbekunden fällt dabei etwas stärker aus als die für Privathaushalte.

Den jährlich zu zahlenden Grundpreis hebt das Unternehmen ebenfalls an. Er steigt für Privatkunden in der sogenannten Grundversorgung um fast sechs Euro auf 92,82 Euro. Unterm Strich zahlen nach Berechnungen des Unternehmens Privathaushalte mit einem Jahresverbrauch von 2000 Kilowattstunden künftig gut 50 Euro mehr.

Eins begründet die Preisanhebung mit stark gestiegenen Beschaffungskosten und der Erhöhung weiterer Preisbestandteile. Das unter anderem aus den früheren Stadtwerken Chemnitz hervorgegangene Unternehmen versorgt nach eigenen Angaben rund 400.000 Haushalts- und Gewerbekunden mit Erdgas, Strom, Internet, Wärme und Kälte sowie Wasser und energienahen Dienstleistungen.

Zuletzt hatte Eins den Preis für die Kilowattstunde Anfang dieses Jahres angehoben, wobei der jährlich zu zahlende Grundpreis damals gleich geblieben war. Die Steigerung fällt diesmal mit im Schnitt 7,7 Prozent allerdings deutlicher aus als üblich - auch im Vergleich zu anderen Anbietern. Vergleichsportale im Internet berichten von durchschnittlichen Preissteigerungen in Höhe von 5,3Prozent.

Der Versorger Eins ist gerade dabei, Teile seiner Produktionskapazitäten grundlegend umzubauen. So will das Unternehmen bis zum Jahr 2029 aus der Verfeuerung von Braunkohle aussteigen. Das Heizkraftwerk in Furth wird durch gasbetriebene Motorenheizkraftwerke und ein Holzheizkraftwerk ersetzt, die künftig mit einem deutlich reduzierten Kohlendioxid-Ausstoß Strom und Wärme erzeugen sollen. Die ersten neuen Anlagen werden voraussichtlich 2022 in Betrieb gehen. Am Johannisplatz im Stadtzentrum entsteht derzeit zudem eine neue Unternehmenszentrale.

2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    2
    bürgerenergie
    19.11.2019

    Das kommt dabei heraus, wenn man - wie diese Bundesregierung - einen einmal eingeschlagenen Weg so plötzlich abbremst. Und damit 2 nicht zueinander kompatible Energiesysteme (unflexible Kohleverstromung, unstetige Erneuerbare) parallel betreibt. Dass so etwas teuer wird, weiß nicht nur jeder Techniker.
    Noch bevor die teure, aber einmalige Finanzierung der Markteinführung PV abgeschlossen ist, steigen wegen ausbleibender Konkurrenz durch preiswerten Windstrom von Land die Beschaffungskosten (Börsenstrompreise).
    Doch mehr als 2 ct/kWh macht das nicht aus. Andere Anbieter langen nicht so stark zu. Man hat die Möglichkeit, preiswertere Alternativen zu wählen.
    Und man darf sich zum Beispiel für die Extra-Umlage für den Offshore-Windstrom, das Spielfeld großer Energieunternehmer, bei der Bundesregierung ganz besonders „bedanken“.

  • 6
    4
    Hinterfragt
    19.11.2019

    Neue Unternehmenszentrale gegenüber der Alten und eine bunt angemalte/ beleuchtete Dreckschleuder sind ja auch ganz sinnvolle Ausgaben, bezahlt ja nur der Kunde ...



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