Vier Fußgänger innerhalb von vier Wochen tödlich verunglückt

Nach einer jungen Frau und zwei Rentnern ist nun eine 56-Jährige ums Leben gekommen. Allen Fällen ist eines gemeinsam.

Es sind Kontraste, die bedrücken: Über mehr als zwei Jahre hinweg - darunter die kompletten Jahre 2016 und 2017 - ist im Stadtgebiet von Chemnitz nach Angaben der Polizei kein einziger Fußgänger bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Nun gibt es innerhalb von vier Wochen bereits das vierte Todesopfer zu beklagen. Am späten Dienstagnachmittag starb im Stadtteil Schönau auf der Zwickauer Straße eine 56-jährige Frau. Laut Polizei war sie offenbar gerade dabei, die Straße zu überqueren, als ein landwärts fahrender VW einem am Straßenrand abgestellten Pkw-Anhänger auswich. Das Auto (Fahrer: 63) erfasste die Frau in der Fahrbahnmitte. Sie wurde in der Folge von einem zweiten Fahrzeug, das stadtwärts unterwegs war, ein weiteres Mal erfasst und verstarb noch am Unfallort.

Der Hergang erinnert stark an einen ähnlichen Unfall, der sich kurz vor Weihnachten an der Georgstraße im Stadtzentrum ereignet hatte. Dort war eine 20-Jährige von einem Pkw auf der Fahrbahnmitte erfasst und auf die Gegenfahrbahn geschleudert worden. Dabei geriet sie unter ein anderes Auto und starb.

Nur gute eine Woche zuvor waren auf dem Sonnenberg zwei Rentner schwer verletzt worden, als sie die Hainstraße überqueren wollten. Die 73-jährige Frau und der 82-jährige Mann wurden von einem Fahrzeug erfasst. Innerhalb weniger Tage erlagen sie im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Die Ermittlungen in all diesen Fällen dauern nach Angaben der Polizei noch an. Inwieweit unter Umständen jeweils zu schnelles Fahren, Unachtsamkeit der Fußgänger, Ablenkung der Fahrer, schlechte Sichtverhältnisse oder dunkle Kleidung eine Rolle gespielt haben könnten, ist Gegenstand der Untersuchungen.

Fakt ist: Alle drei Unfälle ereigneten sich nach Einbruch der Dunkelheit. "Für alle, die am Straßenverkehr teilnehmen, bedeutet die Dunkelheit ein erhöhtes Risiko", hatte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat bereits im Herbst vergangenen Jahres gewarnt. Wer zu Fuß unterwegs ist und beispielsweise Reflektoren an der Kleidung trägt, werde bis zu 140 Meter früher erkannt. Für Autofahrer wiederum heiße es in der dunklen Jahreszeit: Runter vom Gas und die Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen anpassen.

Zum tödlichen Unfall vom Dienstag wurde unter anderem auch die Frage untersucht, ob der am Straßenrand abgestellte Anhänger, dem der VW-Fahrer ausgewichen war, dort überhaupt hätte stehen dürfen. Nach bisherigen Erkenntnissen, so eine Polizeisprecherin am Mittwoch, sei er ordnungsgemäß geparkt gewesen.

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