Warnstreik: Viele Busse bleiben im Depot

Am Mittwoch treten die Fahrer zum dritten Mal in den Ausstand. Die Folgen dürften auch in Limbach-Oberfrohna zu spüren sein.

Zwickau/Limbach-O..

Bus-Pendler müssen sich am morgigen Mittwoch für die Fahrt zur Arbeit oder zur Ausbildung auf Schwierigkeiten einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat Mitarbeiter im Regionalverkehr einen Tag vor der nächsten Verhandlung sachsenweit zum Warnstreik aufgerufen. Betroffen ist auch der Regionalverkehr Westsachsen (RVW), der 63 öffentliche und 24 Schülerverkehrslinien im Landkreis Zwickau bedient. "Ab zwei Uhr morgens treten die Mitarbeiter in einen 24-stündigen Warnstreik", sagte Verdi-Sekretär Jürgen Becker. Auch Limbach-Oberfrohnaer sollten mehr Zeit einplanen oder sich nach Alternativen umsehen. Der RVW bedient die Linien 127 (Limbach-Wolkenburg-Niederfrohna), 253 (Limbach-Chemnitz-Schönau) und 256, die Limbach-Oberfrohna mit Bräunsdorf und Hohenstein-Ernstthal verbindet. Auch die Linie 657 von Limbach in Richtung Burgstädt dürfte betroffen sein. Sie wird vom Unternehmen Regiobus Mittelsachsen angeboten, das ebenfalls bestreikt wird.

Die Gewerkschaft will so den Druck auf die Arbeitgeber im laufenden Tarifstreit erhöhen und rechnet in ganz Sachsen mit insgesamt 2500 Teilnehmern. Die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau sind von der Aktion nicht betroffen.


Bei den bisherigen Runden lagen die Standpunkte noch weit auseinander. Verdi fordert vom Arbeitgeberverband Nahverkehr (AVN) einen höheren Stundenlohn und die Anhebung der Lehrlingsvergütung. Derzeit liegt der Stundenlohn eines Busfahrers laut Gewerkschaft bei 12,30 Euro. Gefordert werden 15,66Euro. Auch die Lehrlingsvergütung soll steigen. Für Auszubildende im ersten Jahr etwa von 650 auf 900Euro. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll ein Jahr betragen. In der jüngsten Verhandlungsrunde Ende April hatten die Arbeitgeber bei einer Laufzeit von drei Jahren Entgelterhöhungen von 3,5 im ersten Jahr und jeweils drei Prozent im zweiten und dritten Jahr angeboten. Für Verdi ist das nicht akzeptabel, die Gewerkschaft beharrt auf der Forderung von 15,66 Euro. "Ab Januar dieses Jahres erhalten vergleichbare Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt bereits diesen Stundenlohn", meint Becker. Die sächsischen Mitarbeiter könnten nicht von der Entgeltentwicklung in der Branche abgekoppelt werden.

Einen Vergleich mit anderen Bundesländern sieht der Arbeitgeberverband kritisch. "Wir können nur das verhandeln, was sich sächsische Firmen leisten können", sagt AVN-Geschäftsführer Udo Wilms. Sachsen sei seit 25 Jahren ein eigenständiger Tarifbereich. In der jüngsten Verhandlungsrunde hätten die Tarifpartner sehr intensiv sondiert. "Wir konnten aber letztlich der Erwartungshaltung von Verdi nicht entsprechen", meint Wilms. Neben der Vergütung will die Gewerkschaft künftig auch die Arbeitsbedingungen verbessern. So hätten die Fahrer oftmals geteilte Dienste.

Dabei werden Hauptverkehrs- zeiten bedient, die Fahrer arbeiten morgens und nach einer Pause nachmittags wieder. Für den Arbeitgeberverband sind solche Arbeitszeiten jedoch unverzichtbar. "Ohne diese geteilten Dienste kommen die Firmen nicht aus. Dafür gibt es auch entsprechende Zulagen", meint der AVN-Chef. Schließlich sei nicht jeder Dienst geteilt.

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