Wenn Kunst, Industrie und Einkauf aufeinander treffen

Chemnitzer und Besucher der Stadt sollen am bevorstehenden Wochenende bei einem Ausflug mehrere Interessen unter einen Hut bringen können. Das wünschen sich jedenfalls die Veranstalter.

Tage der Industriekultur: Die 2010 gestarteten Tage der Industriekultur erleben vom 27. September bis zum 8. Oktober ihre zehnte Auflage. Mit den traditionellen Veranstaltungen Frühschicht und Spätschicht finden zwei Höhepunkte bereits zum Auftakt an diesem Freitag statt. Am Samstag und Sonntag schließt sich dann das RAW-Festival im Gewerbepark Wirkbau an.

Frühschicht: Die Tage der Industriekultur beginnen am Freitag mit Veranstaltungen für Kindergartenkinder und Schüler. Insgesamt acht Unternehmen und Einrichtungen bieten zwischen 8 und 14 Uhr spezielle Führungen und Beschäftigungen für verschiedene Altersgruppen an, darunter das Deutsche Spielemuseum, der Präzisionswerkzeughersteller Dr. Gühring, die Gießerei Sachsen-Guss, das Industriemuseum, das Sächsische Textilforschungsinstitut und das Solaris-Förderzentrum. Die Teilnahme ist nur mit Voranmeldung über die städtische Wirtschaftsfördergesellschaft CWE möglich.

Anmeldungen nimmt Bettina Hofmann entgegen, Telefonnummer 0371 3660202 oder per E-Mail: hofmann@cwe-chemnitz.de. Spätschicht: Zur Spätschicht öffnen am Freitag zwischen 14 und 22 Uhr insgesamt 75 Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen in Chemnitz, dem Zwickauer Raum und dem Erzgebirge ihre Türen, gewähren bei Führungen - oft bei laufender Produktion - Einblicke in den Arbeitsalltag und geben Auskunft zu Berufsausbildung und Stellenangeboten. In Chemnitz nehmen unter anderen der städtische Nahverkehrsbetrieb CVAG, die Maschinenbauer Niles Simmons Industrieanlagen, Starrag und Sitec, der Automobilzulieferer Thyssen-Krupp-Presta und die Softwarefirma Fusion Systems teil.

Bis Freitag, 12 Uhr, müssen sich Teilnehmer anmelden: Telefon 0371 690680 oder unter www.industriekultur-chemnitz.de. RAW-Festival: Das diesjährige RAW-Festival der Industriekultur findet am Wochenende 28./29. September im Gebäude D des Gewerbeparks Wirkbau an der Annaberger Straße 73 statt und steht unter dem Motto "RAW meets Urban Art", also RAW trifft Stadtkunst. In dem Komplex der früheren Textilmaschinenfabrik Schubert & Salzer können Besucher am Samstag von 14 bis 21 Uhr und am Sonntag von 14 bis 18 Uhr Künstlern bei der Arbeit zuschauen und auch selbst kreativ werden. Kinder dürfen riesige Leinwände gestalten, eine Stadt aus Kartons bauen und als Stadtforscher Schätze sammeln. Am Samstag werden Graffiti- und Street-Art-Künstler sowie Comic-Zeichner in Wettstreit treten, Hip-Hop-Tänzer Shows zeigen und Workshops veranstalten. Die Ausstellung "Looking forward" (vorausblickend, sich freuend) zeigt als einer von 14 Orten des Kunstwochenendes "Wendungen" Werke deutscher und internationaler Künstler. Für Samstag sind Informationen zur Sächsischen Landesausstellung 2020 angekündigt. Am Sonntag sollen Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und Kulturbetriebsleiter Ferenc Csák Einblicke in die Chemnitzer Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 geben.

Kunstwochenende: Ebenfalls diesen Samstag und Sonntag, jeweils ab 11 Uhr, laden Chemnitzer Künstler und Galerien zum Kunstwochenende mit dem Titel "Wendungen" ein. Damit wollen die Initiatoren, darunter der Chemnitzer Künstlerbund und der Verein Kunst für Chemnitz, auf die Größe und Vielfalt der Kunstszene in der Stadt aufmerksam machen. Neben Ausstellungen stehen Lesungen, Gespräche, Führungen und Workshops auf dem Programm. Veranstaltungsorte sind die Städtischen Kunstsammlungen am Theaterplatz, das Museum Gunzenhauser und das Schloßbergmuseum, die Neue Sächsische Galerie, die Galerien Borssenanger, Laterne, Druckstock, Ferdin-Art und E.Artis, das Weltecho, der Klub Solitaer mit der Galerie Hinten und dem Lokomov.

Das gesamte Programm ist im Internet zu finden unter www.kunstwochenende-chemnitz.de. Einkaufssonntag: Anlässlich der Tage der Industriekultur haben die Geschäfte in der Innenstadt am 29. September von 12 bis 18 Uhr geöffnet. In den Parkhäusern der Galerie Roter Turm, der Galeria Kaufhof und der Rathaus-Passagen dürfen Autos in dieser Zeit kostenfrei abgestellt werden. Spezielle Aktionen sollen den Bogen vom Einkauf zu Industriekultur und Kunst schlagen. So wird in der Galerie Roter Turm eine Ausstellung zu Chemnitzer Industriebetrieben und Forschungseinrichtungen gezeigt. An den Rathaus-Passagen und im Rosenhof laden Graffiti-Künstler Zuschauer zum Sprayen ein. Außerdem soll eine 3D-Künstlerin ein Werk zum Thema Shopping und Industriekultur zeichnen. Geschäfte und Einkaufscenter in anderen Stadtteilen bleiben am Sonntag allerdings geschlossen. Das hatte das Sächsische Oberverwaltungsgericht im Sommer nach einer Klage der Gewerkschaft Verdi mit der Begründung entschieden, dass es außerhalb des Chemnitzer Zentrums keine Anlässe für verkaufsoffene Sonntage gebe.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    3
    Blackadder
    25.09.2019

    So sehr ich die Tage der Industriekultur auch schätze, eine Sachse stößt sauer auf: dass die Parkhäuser in der Innenstadt am Wochenende kostenlos sind, ist ein falsches Zeichen, liebe Stadt Chemnitz! Warum hat man nicht statt dessen den ÖPNV für diese zwei Tage im Stadtgebiet umsonst gemacht?



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