Wirbel in Grüna um Pläne für Wohnungslose und Suchtkranke

Ein früheres Hotel soll ab Januar eine neue Nutzung erhalten. Im Ort stößt das Vorhaben auf Skepsis und Ablehnung. Im Netz gibt es erste Drohungen gegen künftige Bewohner.

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14Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 9
    4
    cmi
    03.06.2020

    "Alternativ können die hier so emphatischen auftretenden Kollegen gerne pers. helfen z.B. durch finanzielle Zuwendungen, bereitstellen des eigenen Wohnraumes oder auch durch ihre eigene Anwesenheit vor Ort."

    Warum erinnert mich das nur so verdammt an 2015?

    Nur das es damals in diesem Zusammenhang auch gern hieß: "Für diese Ausländer ist Platz und Geld da! Was ist denn mit unseren Obdachlosen? Denen hilft keiner!"

  • 8
    3
    sonora
    03.06.2020

    Zitat "Gutmenschen".. und man weiß sogleich, wie man den Beitrag einordnen kann.

  • 7
    1
    klapa
    03.06.2020

    Sie mischen sich nicht ein, harzruessler1911, weil ich der Meinung bin, dass hier jeder Gutwillige mitreden kann. Ich stimme ihnen zu, dass unglückliche Ereignisse das Leben eines Menschen total durcheinander bringen und aus der Bahn werfen können.

    Und deshalb habe ich diesen Satz natürlich nur als Prinzip definiert.

    Ihre Einwürfe Natascha Kampusch unterstütze ich ich in vollem Umfang. Ausnahmen von der Regel gibt es immer.

    Und ich gehe sogar mit, wenn manchmal die Ausnahmen die Regelfälle übersteigen. So ist das Leben.

  • 6
    16
    881924
    03.06.2020

    Wie so oft scheinbar nur Gutmenschen hier unterwegs. Klar benötigen Wohnungslose und Suchtkranke unsere Hilfe und die sollen sie auch bekommen. Aber kontrolliert, an der richtigen Stelle und mit den richtigen Mitteln.

    Alternativ können die hier so emphatischen auftretenden Kollegen gerne pers. helfen z.B. durch finanzielle Zuwendungen, bereitstellen des eigenen Wohnraumes oder auch durch ihre eigene Anwesenheit vor Ort.

    Vom PC aus ist dieses "theoretisches helfen" immer leicht und die meisten Menschen geraten auch nicht unschuldig in diese Situation.

  • 10
    0
    harzruessler1911
    03.06.2020

    @klapa

    ""Wir sind für unser Leben verantwortlich, wer sonst?""´

    Ich mische mich mal ein, da ich diesen Satz nicht für grundsätzlich falsch halte, aber man ihn auch nicht auf alle anwenden kann bei denen im Leben etwas schief geht ohne die Umstände usw. des Einzelfalles zu kennen und welche Hilfe benötigen um eben diese Verantwortung für ihr Leben wieder in die richtige Richtung zu lenken. Z.B. durch solch ein Wohnheim.
    Und dies meint Lexi u.a. mit diesem Satz:
    """Die Ursachen sind vielfältig und durchaus nicht selbst kontrollierbar, physisch und psychisch.""

    Auch soziale Gegebenheiten haben Einfluss. Obdachlose kommen als allen Schichten, allerdings dürfte der Anteil derer, welche eh schon sozialschwach aufwuchsen deutlich höher liegen. Ich denke das der alkoholkranke Chirurg
    (im übrigen auf die Berufgruppen bezogen lt. Statistik einer der betroffensten) seltener als Obdachloser auf der Straße zu finden ist, wie jemand der von Hause immer schon an der Armutsgrenze herum schwirrte oder in einem sehr problematischen Familienumfeld aufwuchs.Der gutbezahlte Chirurg, kann seine Suchtmittel auch bezahlen und rutscht mit Sicherheit , deutlich seltener in die Beschaffungskriminalität und - Prostitution, zumindest solang er seinen Job hat.

    Ich erinnere mich als man der Natascha Kampusch zum Vorwurf macht, dass diese ja hätte viel früher abhauen können ( was mich an den zitierten Satz erinnert) , ihrem Entführer zu entkommen. Ich fand dies z.B. völlig weltfremd, man hatte wohl völlig außer acht gelassen, dass sie noch ein Kind war als sie entführt wurde, Jahre dort verbrachte und beeinflusst wurde, so dass sie nicht ohne weiteres den frühst möglichen Zeitpunkt für sich erkennen konnte oder aus Angst in mehrer Richtungen, ihn nicht ergriff. Angst die Mutter will einen gar nicht mehr, Angst wenn ich es nicht schaffe , passiert dann was mir angedroht wurde ...usw.

  • 8
    11
    klapa
    03.06.2020

    Lexi, das ändert an meiner Aussage, dass sie bei allen Entscheidungen in ihrem Leben dabei gewesen sind, nichts.

    Wir sind für unser Leben verantwortlich, wer sonst?

  • 11
    0
    harzruessler1911
    03.06.2020

    @mops

    Ich würde diese Kommentare nicht als positiv bezeichnen, denn an einer Suchterkrankung, der Folgen für sich und andere ist leider positiv, eher verständnisvoll.
    Ich gehe davon aus, dass von uns hier jeder in seinem Umkreis ( Familie -Freunde- Kollegen usw) mindestens einen Suchterkrankten kennt, zumindest bei mir ist es so. Aus diesem Grund gehe ich mal davon aus, dass die Kommentare , welche Du als "positiv " empfindest dadurch entstanden sind und nicht weil sie gar keine Berührungspunkte haben. Genauso wird nicht jeder perse Verständnis zeigen, welche damit Erfahrung machen müssen und mussten, besonders wenn die Erkrankung Gewalttätigkeit jeglicher Art hervorruft oder verstärkt. Ich denke, dass man nach solchen Erfahrungen dazu neigt, zu verallgemeinern. Dies ist auch nachvollziehbar, da die Co- Betroffenen sich wohl eine Art Schutzmauer aufbauen, was für diese wiederum ebenfalls wichtig , wenn nicht gar überlebenswichtig ist um die psychische Belastung auszuhalten.

    Bei langjährig Suchterkrankten, denke ich auch , dass es immer wieder zu Rückfällen kommt, man kann dann nur hoffen,dass zumindest einige gelernt haben wie man damit umgeht und sich jetzt sofort Hilfe suchen und annehmen , damit es nicht wieder ein Dauerzustand wird.

    Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Bewohner einer solchen Einrichtung, ihren Entzug schon abgeschlossen haben und dazu dient, diese jetzt zu stabilisieren, damit es eben wenn möglich nicht zu Rückfällen oder diese minimiert werden.

  • 18
    3
    Lexisdark
    03.06.2020

    @klapa hoffentlich sind Sie nie in der Lage, mal so abzurutschen. Die Ursachen sind vielfältig und durchaus nicht selbst kontrollierbar, physisch und psychisch.

  • 8
    11
    klapa
    03.06.2020

    Ich stimme jedem dieser empathisch geschriebenen Beiträge ohne Einschränkung zu, gebe jedoch zu bedenken, dass auch Suchtkranke, soweit die Sucht nicht von der Mutter vererbt wurde, was es auch geben soll, bei allen Entscheidungen, die sie in ihrem Leben getroffen haben, und ich wiederhole, bei allen Entscheidungen, dabei gewesen sind.

    Was an meinem ersten Satz nichts ändert.

  • 9
    2
    harzruessler1911
    03.06.2020

    Ich finde es ebenfalls richtig und gut, dass es diese Einrichtungen gibt, aus den gleichen Gründen wie von meinen Vorpostern vorgebracht.
    Es gibt Menschen die wurden bereits in einen Suchthaushalt hinein geboren, Menschen, welche für Ihre Probleme, das falscheste Mittel wählen was man wählen kann, Menschen,bei welchen sich solch ein Problem schleichend zeigt, weil sie meinen das tägliche Bier , Wein was auch immer sei eine Art "Statussymbol" und es im Laufe der Zeit immer mehr wird...usw.

    Was ich allerdings nachvollziehen kann ist das man die Nähe zur Grundschule kritisch betrachtet. Zumindest dürften Ängste durch eine organisierte Schulbegleitung, welche angeboten werden soll, abgemildert werden.

    zitiere " allein erziehende Frauen etwa oder psychisch labile Geflüchtete"

    Diese Konstellation, hat mich allerdings schon erschreckt. Psychisch labile Geflüchtete mit Frauen und Kindern??? Dies sehe ich als sehr bedenklich an.

    Es gibt z.B. in Annaberg ein Wohnheim für diesen Schwerpunkt allerdings nur für Männer. Ich finde dies auch richtig, da so in den Wohnheimen bestimmte Probleme von vornherein sehr stark beschränkt werden. Denn ein was ist ja wohl klar auch Suchterkrankte sind alles andere wie psychisch stabil.

  • 9
    18
    mops0106
    03.06.2020

    Es ist leicht, positive Kommentare zu geben, wenn man niemanden kennt, der alkoholkrank ist und das schön aus der Ferne schreiben kann. Ich kenne jahrzehntelange Alkoholkrankheit aus dem engeren Verwandtenkreis, weiß wie alle, vor allem die nahen und näheren Verwandten, mitbetroffen sind und leiden. Ich weiß, wie "Auftritte" des Kranken in der Öffentlichkeit "aussehen" können.
    Dauerhaft trocken, falls sie es überhaupt werden, bleiben die meisten nicht. Zumal ich auch dem "kontrollierten" Trinken, wie es heute praktiziert wird, nichts abgewinnen kann. Medikamente, die es gibt, helfen auch nur bedingt.
    Ich finde ein solches Wohnprojekt in der Nähe einer Grundschule nicht gut. Es soll ja auch gleich ein Lebensmittelmarkt in der Nähe sein, wie im vorigen Artikel stand. Da ist ja der Nachschub gesichert.
    Aus der Ferne fällt es leicht, sich für ein Projekt dieser Art an diesem Standort auszusprechen. In der eigenen Wohnnähe möchten es die meisten Menschen wahrscheinlich nicht haben, wenn sie ehrlich sind?

  • 32
    2
    Ramomba
    03.06.2020

    Warum auch immer Menschen am Rand der Gesellschaft landen – sie bleiben ein Teil davon. Das gerade macht uns Menschen wohl aus, uns umeinander zu kümmern. Wie wesentlich es ist, ob uns selbst das auch geschehen könnte, ob es unverschuldet ist oder auf Grund einer SuchtERKRANKUNG – die Gründe sollten nicht ausschlaggebend sein. Es hat was mit Solidarität zu tun. Wir haben alle genug, um etwas abzugeben oder zu teilen – auch die Nachbarschaft. Wie oft heben Menschen ein verletztes Tier am Straßenrand auf und pflegen es bei sich zu Hause oder bringen es in Tierauffangstationen. Seltsamer Vergleich, zugegeben. Aber diese Gestrauchelten, um die es bei der Unterbringung in Grüna geht, sind genau diese Zuwendung auch wert. Auch, wenn sie nicht zum Streicheln süß sind oder niedlich fiepsen oder uns mit ihren unschuldigen großen Kulleraugen anschauen. Und wie kommt man darauf, dass Obdachlose gewalttätig sind? Ist es nicht gerade anders herum? Haben diese Männer und Frauen in der Vergangenheit nicht gerade viel Gewalt erlebt, weil sie schutz- und obdachlos sind? Wer diesbezüglich Angst um seine Kinder hat, der sollte sie eigentlich gleich immer nur in Begleitung raus lassen, denn Gefahr lauert immer und überall und meist durch die, von denen man es nicht erwartet. Ob die Platzwahl weit weg vom Stadtzentrum gut gewählt ist? Das ist sicher eine Frage, die nur Fachleute beurteilen können. Weg aus dem alten sozialen Milieu – gut oder schlecht? Eins ist auf jeden Fall klar: Seinen Hass und negative Kommentare auf Kosten dieser Menschen auszuleben, ist ein Alarmsignal dafür, dass wir als Gemeinschaft zu lange im warmen Nest gesessen und vergessen haben, über den Tellerrand zu schauen und zu fühlen.

  • 37
    2
    DS91
    03.06.2020

    Drohungen gegen schwächere Menschen ist feige, unwürdig und beschämend!

    Es wird so dargestellt als würden dort sonst welche Gestalten einziehen - dabei handelt es sich um erkrankte und hilfsbedürftige Menschen.

    Die Reaktionen einiger macht mich fassungslos.

    Die Kommunikation zwischen Ortschaftsrat und Stadt sollte hingegen echt verbessert werden.

  • 62
    5
    Lexisdark
    03.06.2020

    Ein Spiegelbild unserer Gesellschaft: immer auf die Schwachen und Hilfebedürftigen einschlagen. Dass da auch Menschen durchaus unverschuldet landen können, dürfte doch seit der Wirtschaftskrise klar sein. Und natürlich kommen die Mittel aus den Sozialsystemen, dafür ist es da. Meckern können diejenigen, die die Hilfe nicht brauchen. Das kann sich aber jederzeit ändern, dann wird oft gejammert, dass es nicht reicht. Muss man nicht verstehen.