Zum zweiten Mal: Sportplatz mit Hakenkreuzen beschmiert

Die Polizei hat rund 320 Schmierereien gezählt. Auch die nagelneuen Werbebanden sind betroffen. Außerdem wurden alle Tornetze zerstört. Für den Verein ist es ein Déjà-vu.

Markersdorf.

Als die Vereinskinder zur Halloween-Party am Dienstagabend auf das Gelände der Sportfreunde Chemnitz-Süd am Eisenweg in Markersdorf kamen, war es schon dunkel. "Zum Glück", wie Vereinschef Rico Auerbach sagt. Denn am Dienstagmorgen hatte der Platzwart Hakenkreuze entdeckt, die Unbekannte ans Vereinshaus und die Werbebanden gemalt haben. Er verständigte die Polizei.

Die Beamten zählten rund 320 Hakenkreuze, die zwischen zehn mal zehn Zentimetern und 50 mal 50 Zentimetern groß sind. Einige davon wurden ins Plexiglas der Wechselkabinen und in die Fensterscheiben des Vereinsgebäudes geritzt. "Die Werbebanden sind noch ganz neu", sagt Auerbach. Ein Sponsor habe sie aufgestellt. Noch am Mittwoch wurde ein erster Arbeitseinsatz organisiert, um die Schmierereien zu entfernen. An den Werbebanden konnten die Hakenkreuze dort entfernt werden, wo keine Folien waren. Doch die beschädigten Folien müssten komplett erneuert werden. Der Sponsor habe sich bereits zum Schaden geäußert. "Er rechnet mit rund 10.000 Euro", so der Vereinschef.

Außerdem wurden die Netze von zwei Kleinfeld- und drei Großfeldtoren abgeschnitten. Sie zu ersetzen werde zwischen 600 und 700 Euro kosten, schätzt Auerbach. Glücklicherweise sei das nächste Spiel auf dem Sportplatz erst am übernächsten Wochenende. Sonst wäre der Spielbetrieb gefährdet gewesen. Auerbach glaubt, dass es gelingen wird, die Tornetze bis zum nächsten Spiel zu erneuern.

Die Hakenkreuze sind schwarz. Man könne erkennen, dass die Farbe mit einem Pinsel aufgetragen wurde, hat Auerbach bemerkt. Das ist ein Unterschied zu 2016. Denn im Juni vor zwei Jahren hatten schon einmal Unbekannte über 100 Hakenkreuze am Vereinsheim, den Bänken und der Imbisshütte angebracht. Doch damals sei es eine Art Wachsmalstift gewesen. Mit dem Hochdruckreiniger habe man vieles beseitigen können. Er kommt auch in diesem Jahr wieder zum Einsatz.

Doch da, wo der Reiniger nichts ausrichten kann, muss der Verein selbst in die Tasche greifen und den Schaden bezahlen. Auf den Kosten wird er wohl sitzen bleiben. Das war auch 2016 so. Denn die Versicherung zahle nur, wenn es Vandalismus nach Einbruch war. "Aber eingebrochen wurde nicht", so Auerbach.

Eine Vermutung, wer hinter den Schmierereien steckt und gegen wen genau sie sich richten, habe er nicht. In allen acht Mannschaften des Vereins, von den Kindern bis zu den Herren, würden Geflüchtete mitspielen. Aber das sei in anderen Vereinen auch so.

Die Polizei ermittelt wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in Tateinheit mit Sachbeschädigung.

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