Zwischen Blaulicht und Reportern: 10.000 Besucher im Druckzentrum

Beim Tag der offenen Tür der "Freien Presse" diskutierten Leser mit Redakteuren und erlebten Retter in Aktion.

Susann ist gestürzt. Sie ist gestolpert und hat sich den Kopf an einem Tisch gestoßen. Jetzt liegt sie am Boden und blutet. Zum Glück sind die Sanitäter Uwe Malzdorf und Sven Wetzstein zur Stelle - und zum Glück ist die Szene nur gestellt.

Es war ein bunt gemischtes Angebot, das sich mehr als 10.000 Besucher beim Tag der offenen Tür im Druckzentrum der "Freien Presse" am Südring bot. Redakteure standen zum Gespräch bereit und Experten der Druckerei erklärten ihre Arbeit. Zudem präsentierten sich elf Institutionen von Rettern, Helfern und Schützern im Rahmen eines Blaulichttages - so wie Susann, Uwe und Sven, die Sanitäter der Johanniter.


Doch was tun, wenn keine professionellen Helfer zur Stelle sind? "Opfer" Susann Schwerin klärt im Gespräch auf. "Bei der Ersten Hilfe gilt eine Regel: Nur Nichtstun ist falsch." Wenn jemand scheinbar in einer medizinischen Notlage ist, solle man die Person zuerst ansprechen und klären, ob diese überhaupt Hilfe braucht. "Wenn dem so ist, dann fragen, was genau weh tut und anschließend die 112 wählen." Danach gehe es darum, das Unfallopfer bestmöglich zu betreuen. "Das bedeutet: einerseits medizinische Erstversorgung, andererseits das Opfer beruhigen und ihm gut zureden."

Um ganz andere Notfälle ging es am Stand der Redakteure: Wie reagiert man schnell auf neue Ereignisse, wie kürzlich beim Brand der Kathedrale Notre-Dame in Paris? "Woher wissen Sie, dass die Infos stimmen und Sie dementsprechend berichten können?", wollte Leser Wolfgang Bienert vom Stellvertretenden Chefredakteur Udo Lindner wissen. "Fake News verbreiten sich heutzutage extrem leicht", so Lindner. "Da setzt irgendjemand auf der Welt einen Tweet ab, und andere schreiben ab. Doch solange wir nicht zwei wirklich sichere Quellen haben, veröffentlichen wir nichts." Beim Brand in Paris habe er sofort die Korrespondentin vor Ort angerufen. "Sie war schon unterwegs zur Kathedrale." Über solche Nachfragen freuten sich sowohl Lindner als auch Chefredakteur Torsten Kleditzsch: "Für uns war schon immer wichtig zu wissen: Was gefällt den Lesern, woran üben sie Kritik?"

Wenn die Artikel verfasst und auf einer Seite angeordnet sind, werden die Daten per Glasfaserkabel ins Druckzentrum geschickt. Pro Tag entstehen so rund 110 verschiedene Zeitungsseiten. "Täglich verbrauchen wir 60 Tonnen Papier, eine Tonne Farbe und 1500 Liter Wasser", verriet Maschinenführer und Drucker Ulli Steinbach. "An einem Tag können wir so etwa 245.0000 Haushalte mit Zeitungen versorgen," klärte Medientechnologe Sven Pfaff auf.

Um anderen Lesestoff als Zeitungen ging es in der Cafeteria. Dort ließen sich Besucher das Buch "Chemnitz - Karl-Marx-Stadt und zurück" von den Herausgebern Claus-D. Härtel und Udo Lindner signieren. So auch Steffen Luschat aus Burg-städt. Er erlebte als Maurerlehrling den Bau des früheren Kongress-Hotels mit und war auch dabei, als das Gebäude im Chemnitzer Stadtzentrum in den 1990er-Jahren saniert wurde.

Weder gerettet noch wieder aufgepäppelt werden mussten die vier Athleten der Sportfördergruppe der Polizei Sachsen. Auf einer großen Matte im Druckzentrum machten sie Kopfstände und wirbelten eindrucksvoll durch die Luft. Anschließend zeigten sie Ringer-Techniken und warfen sich gut hörbar auf die Matte. "Das sieht ja aus wie beim Breakdance", sagten einige Besucher. Wer meint, dass Blaulicht keinen Spaß machen kann?

 

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