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Hier muss keiner frieren: Bis zu 40 Grad warm ist das Wasser im Badezuber, der auf dem Weihnachtsmarkt steht. Badehaus-Chef Rico Welz (links) und Bademeister Mike Hetze würden ihn gern einige Tage länger anheizen, als der Markt in diesem Jahr geöffnet ist.

Foto: Andreas SeidelBild 1 / 2

Debatte um längeren Weihnachtsmarkt

Händler und Schausteller sind mit dem ersten Wochenende zufrieden. Weil der Budenzauber dieses Jahr besonders kurz ist, gibt es Vorschläge für eine Verlängerung. Derweil spielte sich auf dem Kaßberg alles in den Vorgärten ab.

Von Mandy Fischer
erschienen am 04.12.2017

Im vergangenen Jahr sind Besucher und Standbetreiber des Chemnitzer Weihnachtsmarktes verwöhnt worden. 29 Tage hatte er geöffnet - länger geht nicht. Denn fest steht laut Satzung: Eröffnung ist immer am Freitag vor dem ersten Advent, Schluss ist am 23. Dezember. Weil in diesem Jahr der vierte Advent auf Heiligabend fällt, bekommen die Chemnitzer den zeitlich kürzesten Weihnachtsmarkt. Nach 23 Tagen schließen die Buden. Zum Verdruss mancher Besucher und Händler.

Ein, zwei Tage mehr zum Schlendern - warum nicht, sagt Katrin Meyer. Die Chemnitzerin ist Stammgast auf dem Weihnachtsmarkt und kostet ihn aus, wie sie sagt. Gert Herrmann, der gestern zu den Tausenden Besuchern gehörte, gibt ihr Recht. "Für die Leute ist es schön. Andererseits freuen sich die Verkäufer sicher auch, wenn sie nicht mehr frieren müssen." Für und Wider - das Stimmungsbild zeigt sich auch unter den Budenbetreibern. Einige schlagen eine frühere Eröffnung vor, am Dienstag oder Mittwoch vor dem ersten Advent, wie das in anderen Städten üblich ist. "Das wäre besser gewesen, denn jeder Tag zählt", sagt Peggy Ballerstedt, die an der Wildhütte als Verkäuferin arbeitet. Das wäre eine gute Option gewesen, sagt auch Schausteller Klaus Illgen, der im Kassenhäuschen am Kinderkarussell sitzt. Der Weihnachtsmarkt sei für das Gewerbe die wichtigste Saison, zumal von Januar bis März kein Umsatz zu erwarten sei. "Jeder Tag weniger fehlt uns. Ohne Weihnachtsmärkte würde es die Schausteller gar nicht mehr geben", sagt Illgen, Chef des Mittelsächsischen Schaustellerverbandes.

Gastronom Siegfried Ade hingegen ist skeptisch. Er organisiert nach eigenen Angaben seit mehr als 40Jahren Märkte, darunter das Chemnitzer Weinfest. Beim Weihnachtsmarkt ist er seit 1991 dabei. Aus seiner Erfahrung ist ein fixer Termin wichtig für die Besucher. Am ersten Adventsfreitag will er nicht rütteln, auch wenn Händler immer wieder darüber diskutierten. Zuletzt vor sieben Jahren, als der Weihnachtsmarkt genauso kurz war wie diesmal. Der Umsatzausfall sei verschmerzbar, so Ade. Er war mit dem Geschäft am ersten Adventswochenende zufrieden, wie der Großteil der Markthändler. Daniel Rotowski, Weinverkäufer auf dem Mittelaltermarkt, ist ganz froh über die Terminlage: "Drei Wochen in der Kälte stehen reicht."

Für den Umsatz seien sechs Tage weniger "echt schade", sagt Rico Welz, Chef des Mittelalter-Badehauses mit Zuber. Sein Bademeister Mike Hetze regt an, den Markt bis in den Januar zu verlängern, wie das in anderen Städten gehandhabt werde. Für Klaus Illgen ist das keine gute Idee: "Der Weihnachtsmarkt muss am 23. Dezember enden, und dann sollte für jeden Ruhe einziehen."

Neu ist der Verlängerungs-Vorschlag jedoch nicht. Bereits 2014 hatte die Stadtratsfraktion der Vosi angeregt, mit Blick auf Besucher, potenzielle Heimkehrer und Nachweihnachtskäufer den Markt künftig bis 30. Dezember zu erweitern. Das aber lehnte die Stadt ab. Sie verwies auf die Erzgebirgs-Tradition.

 
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