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Spielt der CFC auch nach einem möglichen Abstieg in die Regionalliga noch im neuen Stadion? Der 2012 zwischen Stadt und Verein ausgehandelte Pachtvertrag hält eine klare Antwort auf diese Frage bereit.

Foto: HAERTEL

Die CFC-Abstiegsangst und die Stadionfrage

Dem Drittliga-Team des Chemnitzer FC droht der Absturz in die Regionalliga. Was würde das für die neue Arena bedeuten?

Von Swen Uhlig
erschienen am 29.03.2018

Nach den beiden Niederlagen des Chemnitzer FC in der dritten Liga am Samstag im westfälischen Lotte sowie am Dienstag im Nachhol-Heimspiel gegen Wiesbaden droht dem Profi-Team die Rückkehr in die vierte Liga. Der Rückstand des CFC auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt derzeit sieben Punkte bei noch sieben ausstehenden Spielen. Dass der Verein ab Sommer dieses Jahres gegen Teams aus Meuselwitz und Luckenwalde antreten muss, wird damit wahrscheinlicher. Doch was wird im Falle des Abstiegs aus dem neuen, erst vor eineinhalb Jahren eröffneten Stadion?

Eigentümer ist nach wie vor die Stadt Chemnitz, die die Arena von Januar 2014 bis Juli 2016 für insgesamt 27,2 Millionen Euro umbauen ließ. Die Kommune hatte mit der CFC Marketing und Stadionbetrieb-Gesellschaft, einem 100-prozentigen Tochterunternehmen des Vereins, einen Pachtvertrag geschlossen, der eine Laufzeit von 20 Jahren vorsieht. Zwar wird der Stadt in diesem Vertrag ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt, das gilt aber erst nach Ablauf einer Frist von zehn Jahren. In jedem Fall aber ist der Vertrag über die Stadionnutzung unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit des ersten CFC-Teams - er gilt damit also auch, sollte die Profi-Mannschaft in die vierte oder gar fünfte Klasse absteigen.

Die vertragliche Regelung zwischen CFC-Tochtergesellschaft und Kommune sieht dabei allerdings differenzierte Pachthöhen im Falle unterschiedlicher Liga-Zugehörigkeiten vor. In der ersten Liga wären beispielsweise 500.000 Euro Pacht pro Jahr fällig, in der zweiten 250.000 und in der dritten 180.000 Euro. Diese Summe gilt allerdings auch in niedrigeren Ligen: Sollte der CFC also tatsächlich absteigen, würde sich für Verein und Kommune zumindest im Hinblick auf die Stadionnutzung wenig ändern: Der Vertrag bliebe bestehen, und auch an der Höhe der jährlichen Pacht ändert sich zunächst einmal nichts.

Fraglich ist, ob der CFC im Fall des Abstiegs finanziell in der Lage wäre, die Pacht aufzubringen. Im Rathaus weiß man, dass ein Abstieg Konsequenzen für die Stadt als Stadioneigentümerin hätte, "die dann in der Verwaltung und den zuständigen Gremien zu besprechen wären". Es sei jedoch nicht angezeigt, so ein Rathaussprecher gestern, "derzeit darüber zu spekulieren".

 
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Kommentare
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  • 29.03.2018
    18:49 Uhr

    cn3boj00: @malm: das klingt ja nun zumindestens etwas entgegenkommender. Bis dahin hatten Sie so getan als hätte das Stadion mit den Finanzen der Stadt nichts zu tun. Man muss es mal so sehen: das Stadion steht nun da. Aber ein Investitionsobjekt soll ja perspektivisch Einnahmen generieren. Und das hat es schon in der aktuellen Drittligazeit nicht in dem Maße getan wie erwartet. Stattdessen wurden weitere Kredite ausgereicht an einen Verein, der eigentlaich Einnahmen generieren soll. Ein Investitionsobjekt, das eine negative Bilanz aufweist, würde man in der Privatwirtschaft abstoßen. Es geht ja nicht bloß um die ausfallenden Pachteinnahmen (ob die ausfallen werden ist ja wirklich Spekulation), sondern um die Gesamtbilanz, welche im Verlustfall der Steuerzahler trägt, egal ob ihn Fußball interessiert oder nicht.
    @Pedaleur: gebe Ihnen in vielen Aussagen recht. Eine Stadt muss mehr tun als ihre Pflichtaufgaben. Das Beispiel Kunst finde ich sehr gut, oder eben Vereine, Nachwuchssport, Kulturveranstaltungen usw., wo kaum Einnahmen generiert werden. Hier muss man den Steuerzahler einfach beteiligen, denn sonst stirbt eine Stadt. Aber ob es tatsächlich sinnvoll war, in den Profifußball zu investieren? Das was hier passiert trifft ja auch in anderen Städten zu, Erfurt, Magdebugrg usw. Wenn so etwas wie der DFB, eine mafiaartige Organisation, die Millionen an Einnahmen generiert, meint sie braucht 3 Profiligen, aber die Vereine in den Ruin treibt statt sie zu unterstützen, will ich damit nichts zu tun haben.

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  • 29.03.2018
    15:50 Uhr

    malm: ? Brechen der Stadt Chemnitz Einnahmen weg, kann sie das Geld nicht für z.B. Turnhallensanierungen ausgeben?

    In dieser Formulierung ist das für mich selbstredend in Ordnung.

    Allerdings steht ihr Kommentar unter einem Artikel zum Thema Stadion. In selbigen wir zunächst auch nur die Möglichkeit des Abstiegs erwähnt sowie die Bedingungen aus dem Pachtvertrag dargestellt. Ich finde hier keine Information, geschweige denn handfeste Fakten, die besagen, dass der Verein sich nicht mehr an den Vetrag halten kann oder will. Trotzdem bringen Sie direkt den Rückschluss auf die Turnhallensituation. Passt natürlich gut und gefällt auch dem geneigten Leser. Ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Kausalität vorhanden. Im Gegenteil, selbst die Behauptung , an der Turnhallensanierung müsse gespart werden, wird durch nichts belegt. Dieser behauptete, konkrete Zusammenhang ist vollkommen willkürlich konstruiert.

    Und damit Sie mich nicht falsch verstehen, auch ich sehe, dass Fehler bei der Planung vor allem des Stadionbetriebs gemacht wurden. Etliche andere Punkte rund um den Verein sind auch diskussionswürdig.

    Ich bin auch offen für Diskussionen um Schulen, Turnhallen, Brücken, Kulturförderung oder was auch immer wichtig ist in der Stadt.

    Was mich stört ist, wenn versucht wird verschiedene Interessen gegeneinander auszuspielen. Das passiert viel zu oft, und meistens muss das Stadion dabei herhalten. Das meine ich dann mit Einseitigkeit.

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  • 29.03.2018
    15:31 Uhr

    587977: @malm: Fakt ist das Geld ist weg. Ich gebe Ihnen Recht, dass das Stadion noch steht, auch das regionale Firmen dort gewerkelt haben. Fakt ist aber auch, dass der Nutzen für die Stadt nur als sehr gering eingeschätzt werden kann. In der freien Wirtschaft müsste man das Objekt nun einer Sonderabschreibung unterziehen., wobei die Pacht das Stadion am Sankt Nimmerleinstag nicht finanziert hätte - egal in welcher Liga (selbst bei 500 T? gem. Vertrag in der 1. Liga hätte die Amortisation >50 J. gedauert) und da sind horrende Unterhaltskosten (schauen Sie nach Magdeburg mit 12 Jahre altem Stadion) nicht einkalkuliert. Fazit: ein Fass ohne Boden, aber Hauptsache Profisport alimentieren. Ob der Club in der 2./3./4. Liga spielt ist für die Außenwirkung der Stadt unerheblich.
    Im Übrigen passen die Dinge ganz gut zusammen - die Stadt kann das Geld nur einmal ausgeben und dringend Renovierungsbedürftige Objekte an Ausfallstraßen (da ist das Viadukt nur ein Beispiel) tragen mehr zum Stadtbild und er Reputation der Stadt bei denen bei, die sie besuchen. Ein Stadion im letzten Winkel der Stadt (Stichwort: Problem-Viertel) mit Sicherheit nicht.

    Schöne Ostern!

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  • 29.03.2018
    15:30 Uhr

    Pedaleur: Lieber ascals, ich meine, wir hatten über diese Thematik Pflichtaufgaben schon einmal diskutiert. Sicherlich alles richtig, was Sie schreiben. Ich für meinen Teil möchte aber nicht in einer Stadt leben, die sich nur noch Pflichtaufgaben leisten kann und will. Wenn das die Argumentation ist, kann man auch alle Ausgaben für Freizeitangebote für Senioren oder freie Kultur in Frage stellen. Weil das Geld ja vermeintlich genauso an anderer Stelle fehlt. Die Breite der Bürger kann sicherlich auf experimentelle Kunst verzichten, deshalb nicht unterstützenswert? Finde ich nicht. Eine moderne und interessante Stadt braucht einen finanziellen Spielraum und besondere Angebote ohne gleich zu sagen, da liegt was brach, das hat Vorrang.

    587977: Ich hatte das in einem anderen Artikel schon kommentiert. Ich sehe nicht, dass das Geld ohne Nutzen weg ist. Zum einen ist das Stadion eine Investition, auch im Sinne der Stadtentwicklung. Zum anderen haben zahlreiche Firmen vom Bau profitiert oder profitieren immernoch. Handwerker, Dienstleister etc.. Und es ist auch eine Aufwertung des Umfelds. Noch dazu wird jetzt der ehem. Eschestift saniert, hat sich nur bedingt was damit zu tun, ist aber eine Entwicklung am Standort.

    Dass die Minusgeschäfte des CFC mit Steuermitteln ausgeglichen werden, halte ich ebenfalls für nicht sachgerecht. Ich sehe es auch so, dass die wirtschaftliche Schieflage hausgemacht ist.
    Mit dem neuen Stadion kamen höhere Eintrittspreise, was wirtschaftlich notwendig ist. Aber: Es sind nicht alle Bereiche nutzbar, siehe die geschlossene Nordkurve. Und es ist eben schon preislich ganz schön knackig, wenn man nicht in der Süd stehen will. Vielleicht sind deshalb die Besucherzahlen konstant niedrig. Naja, und dass die sportliche Situation momentan nicht attraktiv ist...
    Der Familienblock ist genau so irrwitzig, wenn man dort in Kombi Papa- 2 Kinder mit 50 - 60?, unter Berücksichtigung von Essen und Getränken, dabei ist. Kann man denn hier keine attraktiven Angebote schaffen?

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  • 29.03.2018
    15:12 Uhr

    HHCL: @malm: Sie tun ja so, als hätte ich behauptet, dass der ICE in Chemnitz nicht fährt, weil auf dem Schlossteich Tretboote fahren.

    Natürlich gibt es den Zusammenhang, den ich angedeutet habe: Brechen der Stadt Chemnitz Einnahmen weg, kann sie das Geld nicht für z.B. Turnhallensanierungen ausgeben. Dabei ist es erstmal egal, ob es kleinere Steuereinnahmen sind oder eben mögliche Ausfälle bei der Stadionpacht. Das Szenario Abstieg hätte man einkalkulieren müssen und eben auch, dass dann evtl. viel weniger Pacht gezahlt werden kann. Man hat sich hier meiner Meinung nach extrem blauäugig in den Stadionbau gestürzt. Es ist ja nicht nur die (beim CFC nicht so unwahrscheinliche) Abstiegsgefahr, sondern auch die Probleme mit der Bewirtschaftung über die immer wieder zu lesen war. Wenn man fast 30 Mio. in die Hand nimmt, Steuergelder wohlgemerkt, muss man auch einen Plan haben, wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt und wie man damit umgehen will. So alt ist das Stadion noch nicht und schon gibt es erneut Probleme. Sehr lange kann man da nicht drüber nachgedacht haben. Ich habe hier das Gefühl man stolpert von einer Krise zur anderen ohne überhaupt einen groben Überblick zu haben. Das betrifft nicht nur das Stadion sondern auch die Vorgänge um die abgewendete Pleite und die anschließende Rücktrittswelle. Das macht alles keinen souveränen Eindruck.

    Eine Einseitigkeit kann ich da auch nicht erkennen, wenn man die Probleme, die es mit dem CFC und dem Stadion zuhauf gibt, mal beim Namen nennt.

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