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Thomas Lange (links) und seine Kollegen waren zufrieden mit dem Urteil. "Das ist eine Summe, die vermutlich weh tut", sagte er.

Foto: HAERTEL

Feuerwehr beleidigt: Mann muss zahlen

Ein 52-Jähriger hatte sich via Internet unflätig über nächtliche Martinshörner empört. Vor Gericht entschuldigte er sich - blieb aber bei seiner Meinung.

Von Jürgen Werner
erschienen am 12.09.2017

Yorckgebiet. Es ist einer der größten Einsätze für die Chemnitzer Feuerwehr in der jüngeren Vergangenheit gewesen. Anfang Februar war an der Yorckstraße eine unter anderem mit Schmierstoffen und Gasflaschen bestückte Lagerhalle in Brand geraten. Rund 60 Mitglieder der Berufsfeuerwehr sowie freiwillige Feuerwehrleute aus den benachbarten Stadtteilen bekämpften damals die Flammen. Mit Blaulicht und eingeschaltetem Martinshorn waren sie gegen vier Uhr morgens mit ihren Fahrzeugen angerückt.

Die frühmorgendliche Geräuschkulisse passte einem Bewohner des Yorckgebiets seinerzeit gar nicht. Der zu dem Zeitpunkt 51-Jährige setzte sich an den Rechner und schrieb im Internet Worte, derentwegen er gestern vor dem Amtsgericht stand. Der Wortlaut: "Die Arschkrampen von der Feuerwehr mussten kilometerlang mit Martinshorn durch menschenleere Straßen fahren, damit auch ja alle geweckt werden." Angezeigt wurde der Mann vom Stadtfeuerwehrverband. Die pauschale Beleidigung eines ganzen Berufsstandes sowie vieler Ehrenamtler habe man nicht auf sich sitzen lassen können, betonte Verbandssprecher Thomas Lange gestern.

Der Beschuldigte, der sich in der betreffenden Nacht auch noch bei der Feuerwehr-Leitstelle lautstark beschwert hatte, räumte vor Gericht die Beleidigung ein und entschuldigte sich bei den Feuerwehrleuten, von denen mehrere den Prozess verfolgten. Inhaltlich blieb er allerdings bei seiner Kritik. "Das Martinshorn soll anderen Verkehrsteilnehmern anzeigen, dass sie Vorrang gewähren müssen. Aber um diese Uhrzeit waren die Straßen menschenleer", sagte er. Beim Rettungsdienst, der auf dem Weg zum Bethanien-Krankenhaus täglich mehrfach vor seiner Wohnung vorbeifahre, sei das Martinshorn auch oft ausgeschaltet - selbst, wenn es dränge. Laut Thomas Lange, der als Zeuge geladen war, müssen Blaulicht und Martinshorn allerdings gleichzeitig eingeschaltet sein, um das Wegerecht überhaupt in Anspruch nehmen zu können. "Ist nur das Blaulicht an, können Fahrzeugführer im Falle eines Unfalls trotz Unschuld mit in Haftung genommen werden", sagte er.

Am Ende einigten sich alle Parteien darauf, das Verfahren gegen den Angeklagten einzustellen - sofern dieser binnen vier Wochen einen Betrag von 2700Euro zahlt. Das Geld, so die Auflage des Gerichts, soll dem Stadtfeuerwehrverband zugutekommen.

 
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