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Bis 2014 Bildungseinrichtung, dann zum Flüchtlingsheim umgebaut, jetzt vor dem Abriss: die frühere Wasserturm-Grundschule in Limbach-Oberfrohna. Warum der Standort aufgegeben wurde, können Eltern angesichts der Platznot in der Goetheschule nicht verstehen.

Foto: Toni SöllBild 1 / 2

Klassenraum-Mangel entfacht Debatte um geschlossene Schule

An der Goetheschule sollen Container aufgestellt werden. Eltern fragen sich, warum eine andere Bildungseinrichtung vor drei Jahren geschlossen wurde.

Von Johannes Pöhlandt
erschienen am 15.11.2017

Limbach-Oberfrohna. Warum wurde die Wasserturm-Grundschule in Limbach-Oberfrohna 2014 geschlossen, wenn an der Goethe-Grundschule Platznot herrscht und ab Sommer 2018 aller Voraussicht nach Klassenräume in Containern eingerichtet werden müssen?

Diese Frage stellen sich viele Eltern und Beobachter der aktuellen Entwicklung. "Man weiß doch nicht erst seit gestern, dass es geburtenstärkere Jahrgänge gibt und dass ein Zuwachs an Flüchtlingskindern da ist", schreibt eine Nutzerin bei Facebook. Sie weist darauf hin, dass das Einzugsgebiet der Goetheschule wegen des Wegfalls der Bildungseinrichtung im Wasserturm-Gebiet enorm gewachsen sei. Für viele Anwohner sei der Weg zur Goetheschule weit, stellt die Nutzerin fest. Eine andere Kommentatorin schreibt, für Container habe sie "null Verständnis". Diese Lösung wäre jetzt hinfällig, wenn die Wasserturmschule noch in Betrieb wäre, lautet ihre Schlussfolgerung.

Oberbürgermeister Jesko Vogel weist diese Argumentation zurück. Er erinnert daran, dass Anfang dieses Jahrzehnts sowohl die Goethe- als auch die Wasserturmschule in einem schlechten Zustand gewesen seien. Für einen Erhalt von beiden Einrichtungen habe es vom Freistaat keine Unterstützung gegeben - auch weil die Bevölkerungsprognosen damals noch pessimistischer waren als heute. "Wir haben die Fördermittel für die Goetheschule nur bekommen, weil wir die Wasserturmschule aufgegeben haben", erklärt Vogel. Er halte die aktuelle Diskussion deshalb für müßig. Zudem gebe es in Limbach-Oberfrohna langfristig zu wenige Schüler, um eine weitere Grundschule zu unterhalten. Die Goetheschule war von 2012 bis 2014 für gut vier Millionen Euro grundlegend saniert worden. Etwa die Hälfte des Geldes kam vom Freistaat.

An der Goetheschule sind für das kommende Schuljahr 102 Erstklässler angemeldet worden. Die dreizügige Schule kann im Gebäude selbst aber nur drei Klassen mit maximal 84 Schülern aufnehmen. Deshalb spricht sich die Stadtverwaltung dafür aus, auf der Fläche in Richtung Großsporthalle Container aufzustellen. Vorerst sollen auf diese Weise zwei zusätzliche Klassenräume geschaffen werden. Vogel rechnet mit Kosten in Höhe von gut 300.000 Euro. Falls noch weitere Kapazitäten nötig sind, könnten die Container aufgestockt werden. Das ist nicht ausgeschlossen, da Prognosen zufolge auch in den Folgejahren mehr als 84 Mädchen und Jungen eingeschult werden (siehe Grafik). Enrico Thomas, der Elternrats-Vorsitzende der Goetheschule, hatte die Container als "Notlösung" bezeichnet. Angesichts der Umstände seien sie aber die beste Variante.

Das Aus der Wasserturm-Grundschule hatte der Stadtrat 2010 beschlossen. Bis 2014, als die Sanierung der Goetheschule abgeschlossen wurde, blieb die Einrichtung aber in Betrieb. 2016 ließ der Landkreis das Gebäude für etwa eine halbe Million Euro zur Notunterkunft für Asylbewerber umbauen. Die Einrichtung wurde jedoch nicht mehr gebraucht, da die Anzahl der Flüchtlinge deutlich gesunken war. Inzwischen hat das Virchow-Klinikum Glauchau, das das benachbarte Altenheim Am Wasserturm betreibt, das Grundstück gekauft. Es will die Schule abreißen und auf der Fläche anschließend einen Erweiterungsbau errichten lassen. In diesem sollen, so sieht es der Plan vor, Betreuungsplätze für besonders pflegebedürftige Personen geschaffen werden.

 
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