Muldentalbahn hat neuen Besitzer

Ein Chemnitzer Immo- bilienunternehmen hat die Grundstücke entlang der Schiene gekauft. Bei den Eisenbahnvereinen fährt jetzt die Skepsis mit.

Wolkenburg.

Die Fahrten mit der Dampfdraisine, zum Beispiel zwischen Waldenburg und Penig, sind von den Eisenbahnfreunden gut angenommen worden. Dennoch fuhr in dieser Saison immer die Angst mit, mit dem beabsichtigten Verkauf der Muldentalbahn künftig gar nicht mehr auf der Schiene fahren zu können.

Jetzt ist es soweit. Die Muldentalbahn, die von Glauchau über mehr als 60 Kilometer bis nach Groß- bothen führt und auf der drei Eisenbahnvereine Gelegenheitsfahrten durchführen, hat einen neuen Besitzer. Die Deutsche Bahn hat den Verkauf der insgesamt mehr als 2 Millionen Quadratmeter Fläche bestätigt.

Die Mittelsächsische Eisenbahninfrastrukturgesellschaft (MSE) aus Chemnitz, die sich unter anderem mit der Verwertung von Eisenbahngrundstücken beschäftigt, ist die neue Eigentümerin der Strecke. Was sie damit in Zukunft macht, steht noch nicht fest. "Wir sind gerade dabei, das Eigentum zu übernehmen und können noch keine konkreten Aussagen treffen", sagt Geschäftsführer Frank Birkner. Das sei erst im Laufe des nächsten Jahres möglich.

Um gravierende Veränderungen auf der Strecke zu verhindern, hat Toni Naumann vom Verein der Eisenbahnfreunde Hartmannsdorf (ehemals Limbach-Oberfrohnaer Eisenbahnverein) bei der Denkmalbehörde des Freistaates Sachsen beantragt, die Muldentalbahn komplett unter Schutz zu stellen. Damit wäre die Strecke ein Denkmal. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.

Die Deutsche Bahn hatte vor zwei Jahren den Anliegerkommunen eine Offerte zum Verkauf der kompletten Strecke gemacht. Nun wird in einigen Anliegerkommunen wieder über den Verkauf von Teilen der Muldenbahn gesprochen.

Wie Waldenburgs Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler) zum Beispiel jüngst im Verwaltungsausschuss sagte, könnten noch die Grundstücke der Strecke an die jeweiligen Kommunen verkauft werden. Er hoffe aber nicht, dass die Strecke antragsgemäß unter Denkmalschutz gestellt wird, sonst bleibe die Instandhaltung der alten Anlagen "an uns hängen". Pohlers erläuterte: "Die Grundstücke mit den Gleisen könnte wir dann unter Umständen kaufen und die Gleise dann selbst entfernen." Dies sei aber nur möglich, wenn die Strecke nicht unter Denkmalschutz gestellt würde, so der Bürgermeister.

In der Stadt Glauchau liegen nach Angaben von Rathaussprecherin Bettina Seidel keine Verkaufsangebote von Grundstücken der Muldentalbahn vor.

Trotz des Eigentümerwechsels, bleibt der Pächter der Strecke derselbe, nämlich die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE), die seit der Still- legung der Strecke im Jahr 2002 gemeinsam mit den Eisenbahnfreunden vor Ort die Wiederbelebung der Muldentalbahn anstrebt. "Rechtlich hat der Eigentümerwechsel weder auf den Pachtvertrag noch auf den Status der öffentlichen Eisenbahninfrastruktur einen Einfluss", sagt DRE-Geschäftsführer Gerhard J. Curth. Das gelte auch für die derzeitige touristische Nutzung der Muldentalbahn.

Um die kümmert sich unter anderem Toni Naumann und die anderen Mitglieder der Eisenbahnfreunde Hartmannsdorf. In den kommenden Monaten wollen sie die Strecke pflegen und Sträucher zurückschneiden, damit sie ab Frühjahr wieder mit Draisine und Anhänger durchs Muldental fahren können.

Für ihn sei zwar ausschlaggebend, dass die DRE für mindestens zehn weitere Jahre die Betriebsgenehmigung für die Strecke habe, sagt Toni Naumann. Er hoffe trotzdem, dass der DRE keine Steine in den Weg gelegt werden.

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2Kommentare
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    Interessierte
    30.12.2015

    Wenn man mit der Muldentalbahn fahren würde , die doch bestimmt an der Mulde entlang fährt , wie mittig die Chemnitz hineinfließt , da kommt man doch sicherlich - an dem schönen sauberen Muldentalstausee heraus ...

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    aussaugerges
    30.12.2015

    Auch ein Fraß für Anwälte?



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