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Rund 9000 Reisende sind täglich mit der Mitteldeutschen Regiobahn von und nach Leipzig unterwegs. Wegen Zugausfällen, Verspätungen sowie der unzeitgemäßen, nicht klimatisierten und nicht barrierefrei zugänglichen Wagen aus Reichsbahnbeständen steht der Betreiber der Strecke in der Kritik.

Foto: Andreas Seidel

Pannenbahn nach Leipzig wird Thema im Stadtrat

Die Stadt soll laut einem Vorstoß von Rot-Rot-Grün Druck auf den Betreiber machen. Doch der Antrag findet nicht nur Beifall.

Von Michael Müller
erschienen am 17.05.2018

Reisen bildet, das gilt auch für Politiker. Für nicht wenige Mandatsträger genügte zuletzt schon ein einziger Trip mit der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) nach Leipzig oder von dort nach Chemnitz, um zu verstehen, was sich hinter den seit Monaten nicht enden wollenden Klagen etlicher Fahrgäste verbirgt - über Verspätungen, Zugausfälle, veraltete Wagen.

Dieser Tage erwischte es Peter Patt, einen der Chemnitzer CDU-Landtagsabgeordneten. Mit schätzungsweise 200 weiteren Reisenden wartete er auf dem Leipziger Hauptbahnhof auf den Zug nach Chemnitz. Eine Stunde lang, vergeblich. "Dass da nicht mal eine Ansage erfolgt und keiner automatisch informiert, ist nicht nachvollziehbar", schimpfte er wenig später in einem Schreiben an den für die Strecke zuständigen Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS).

Nachdem sich Ende vergangenen Jahres bereits die vier Chemnitzer Bundestagsabgeordneten gemeinsam an den VMS gewandt und auf eine Lösung gedrängt hatten, wird sich in der kommenden Woche nun auch der Chemnitzer Stadtrat mit dem Thema beschäftigen. Auf eine gemeinsame Initiative von SPD, Linken und Bündnis 90/Grüne hin soll die Stadtverwaltung beauftragt werden, über den VMS Druck für mehr Qualität auf der Strecke zu machen. Dazu sollen die Verträge mit der MRB nachverhandelt und obendrein vorsorglich geprüft werden, inwieweit sie nötigenfalls vorzeitig beendet werden können.

"Es geht darum, Druck zu machen - nicht nur individuell durch einzelne Abgeordnete, sondern auf einer möglichst breiten Basis", erläutert SPD-Fraktionschef Detlef Müller den Vorstoß. "Unser Ziel ist es, dass wir möglichst schnell zu spürbaren Verbesserungen kommen."

Offen ist, inwieweit andere Fraktionen sich dem Antrag anschließen werden. Die größte Fraktionsgemeinschaft CDU/FDP hat sich noch nicht entschieden. Sie glaubt, dass der Antrag wenig bewirken wird, und verweist darauf, dass die MRB unlängst bereits Nachbesserungen in Aussicht gestellt hat. Der Mutterkonzern Transdev hatte angesichts der öffentlichen Kritik angekündigt, die bis zu 30Jahre alten modernisierten Reichsbahnwagen auf der MRB-Strecke von und nach Leipzig schrittweise durch neueres Wagenmaterial zu ersetzen. Im Übrigen seihen im Falle einer Vertragskündigung hohe Kosten zu befürchten, deren Finanzierung völlig offen sei, heißt es aus der Fraktion weiter.

Der VMS äußert sich derzeit nur zurückhaltend zum Stand der Dinge. Mit den beteiligten Partnern und politischen Vertretern würden weiterhin Gespräche zur baldigen Verbesserung der Betriebsqualität geführt, ließ Geschäftsführer Harald Neuhaus gestern ausrichten. Über Ergebnisse wolle man aber erst dann sprechen, wenn diese vorliegen.

 
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Pannenbahn nach Leipzig wird Thema im Stadtrat
Kommentar: Populistischer Vorstoß
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 17.05.2018
    20:56 Uhr

    Zeitungss: @HHCL: Danke für Ihren untertützenden Beitrag, wird leider wenig zur Abhilfe beitragen, die rote Garde ist auch nicht faul, auch wenn es dort nicht um Fakten, sondern um die persönliche Zukunft geht.
    Alles braucht seine Zeit. Der Sachse ist besonders leidensfähig, wie die Vergangenheit gezeigt hat und liegt gerade bei diesem Thema bundesweit im Trend. Fakt ist doch sicherlich, dass diese Verwaltungsblasen ohne eigentlichen und fachlichen Sinn kein Mensch braucht. Mir persönlich sind noch ein funktionierender ÖPNV in Erinnerung, wo solche Luftblasen noch keinen Einfluß hatten, der Bürger kam, sogar mit einem Einheitsfahrschein von A nach B. Danke noch einmal für Ihre beiden Beiträge.

    1 1
     
  • 17.05.2018
    18:52 Uhr

    HHCL: @Zeitungss: Da gebe ich Ihnen recht. Für Wartung wird es dann bei dieser ausgeschriebenen Sparvariante aber eben nicht reichen. Warum sollte die MRB den Bestellern diesen Service schenken; so funktionieren Verträge einfach nicht. Auch das hat man so bestellt und eben geliefert bekommen. Darüber redet oder schreibt aber fast keiner. Es reicht nur für populistisches Gehampel; und das ganz ohne AfD.

    1 3
     
  • 17.05.2018
    16:04 Uhr

    Zeitungss: Das ewige Leiden mit der Strecke DC-LL. Es ist nun einmal so, wenn Schuster ein Krankenhaus leiten. Die alleinige Ausbildung am Taschenrechner reicht nicht aus, was für das Krankenhaus und den Bahnbetrieb gleichermaßen gilt. Der verwendete "Mercedes" von Siemens entspricht der BR 2016 der ÖBB und bildet dort das Rückgrat der Dieseltraktion bei entsprechender Wartung der Fahrzeuge. Sie laufen dort ganz einfach zuverlässig.
    Von jeden Arbeitnehmer wird heute Fachwissen möglichst zum Nulltarif verlangt. Welche Bedingungen gibt es denn für einen Auftritt in den Führungsetagen des VMS ???? Wegen fehlenden Fachwissen können die sich nicht einmal selbst verteidigen, also großes Schweigen, wie der FP zu entnehmen ist.
    @HHCL, Sie haben es in Ihrem Beitrag gut auf die Reihe gegracht, es wird sich allerdings beim VMS und den anderen 4 Vereinen nichts ändern. Bahnfahren klappte den Umständen entsprechend immer recht gut, bis die Fachkäfte der Neuzeit mit ihren Vereinen der Sache ein Ende gesetzt haben.
    Der VMS könnte einmal eine Liste der Landräte und Bürgermeister, welche sich dort tummeln und ÖPNV spielen, veröffentlichen um deren Arbeit auch einmal öffentlich würdigen zu können.

    4 4
     
  • 17.05.2018
    11:55 Uhr

    Steuerzahler: @HHCL: volle Zustimmung! Treffend formuliert! Mit Einschränkungen und Behinderung versuchen die Verantwortlichen in der Verwaltung den ÖPNV zu beleben, während viele das Angebot gar nicht nutzen können und auf Ihren PKW angewiesen sind.

    0 7
     
  • 17.05.2018
    09:48 Uhr

    Deluxe: @698236:
    Um bei Ihrem hübschen Bild zu bleiben:
    Das Problem ist, daß hier ein tadellos funktionierender, grundhaft instandgesetzter Trabant von einem defekten, unzuverlässigen und offenbar schlecht gewarteten Mercedes durch die Gegend gezogen wird.
    Und nun soll der Trabant die Schuld daran haben. Das haut so nicht hin.

    3 10
     

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