Als Helmut Kohl in Karl-Marx-Stadt umjubelt wurde

Am 1. März jährt sich zum 30. Mal der Auftritt des damaligen Bundeskanzlers vor etwa 200.000 Menschen. Teilnehmer erinnern sich.

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25Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    1
    Freigeist14
    02.03.2020

    Freund des Sowjetimperialismus ? Ist das die Vorstufe der "5.Kolonne " ? So wurden die Befürworter der Ost- Entspannung in den 70igern auch diffamiert . Maresch@ Ohne Brandt und Egon Bahr keine Entspannung und auch keine Einheit . Das müssen die Kohl-Jünger noch lernen .

  • 8
    1
    Freigeist14
    02.03.2020

    christophdoerfel@ Ihre bankrotte DDR hat bis zum 2.Oktober 1990 ihre Verbindlichkeiten immer vollständig und ohne Verzug erfüllt . Auch im Ranking war die Kreditwürdigkeit zwar nicht hervorragend aber ohne Risiko . Das das Land unter der Schuldenlast , der bedrückenden Subventionen und dem Devisenhunger gelitten hat ist allseits bekannt .

  • 1
    6
    Maresch
    02.03.2020

    @Freigeist. So richtig kapiert haben Sie es nicht. 'Meisterstück' bezog sich auf die deutsche Perspektive! Aber wenn Ihnen russische Interessen als Freund des ehemaligen Sowjetimperialismus wichtiger sind, bitteschön.

  • 5
    4
    Echo1
    02.03.2020

    @christophdoerffel sehr einfache Darstellung. Ist mir zu düster. Das mit Kohleschleppen.
    Und Toilette. Es gab auch ein Wohnungsbauprogamm. Dort haben DDR-Bürger sehr gut gewohnt.

  • 10
    2
    ujac
    01.03.2020

    Ich war Teilnehmer der Gegendemonstration, an der nicht nur "junge Sozialdemokraten" teilgenommen haben. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Karl-Marx-Stadt kaum Sozialdemokraten, weder junge noch alte. Rangeleien gab es schon zwischen den pfeifenden Jungendlichen am Straßenrand und begeisterten Kohl-Anhängern. Ich erinnere mich, wie gutbürgerliche Damen um die 50 mit Ihren Handtaschen nach uns geschlagen haben und wir belustigt "keine Gewalt" gerufen haben. Jahre später habe ich mir dann mal die Frage gestellt, wieviele von den jungen Anti-Kohl-Demonstranten inzwischen gut situiert im neuen System angekommen sind und ob nicht die Mehrheit der 50- bis 60-Jährigen aus dem Pro-Kohl-Lager noch 1990 ihren Job verloren haben und nie wieder in ein Regelarbeitsverhältnis gefunden haben. Es ist nicht immer Klug auf Versprechen zu vertrauen, schon gar nicht, wenn sie von dicken Politikern kommen.

  • 7
    5
    christophdoerffel
    01.03.2020

    Ich bin wahrlich kein Kohlfan und habe mich sehr gefreut, als er 1998 endlich abgewählt wurde, aber die wirtschaftlichen Probleme hat er nicht zu verantworten.

    Die DDR war 1989 bankrott und die meisten Produkte und Herstellungsverfahren hoffnungslos veraltet. Die paar Leuchtturmprojekte von Karl Zeiss oder Robotron konnten es nicht raus reißen.

    Die Bevölkerung wollte die DM statt Alumark entweder per Währungsreform oder Ausreise.

    Und mal im Ernst, heute leben zum Glück Hartz4 Empfänger oft besser als damals Ingenieure. Wer trauert denn ernsthaft dem Klo halbe Treppe, dem Bricketschleppen, den 50m² ohne Bad für 4 Personen, dem Schlange stehen für frisches Obst und Gemüse nach?

    Auch die Freiheit zu wohnen wo ich will, zu arbeiten was ich will, zu sagen was ich will, zu wählen wen ich will möchte ich definitiv nicht missen.

    Natürlich war die Nachwendezeit für viele Menschen hart, aber das sind Umbrüche immer und spätestens, wenn man mal in den ehemaligen polnischen Industriegebieten (oder noch weiter östlich) unterwegs war, weiß man wie gut hier bei allen Problemen vieles trotz schwieriger Startbedingungen gelaufen ist.

  • 5
    1
    Hankman
    01.03.2020

    Es ist gut, dass im Text steht "nach damaligen Angaben der Veranstalter". Die 200.000 waren völlig übertrieben. Ich habe die Menschenmenge gesehen und erinnere mich auch an jene Menge von angeblich 250.000, die Jahre zuvor Honecker in Karl-Marx-Stadt bejubelte. Nun, es waren bei Honecker doch signifikant mehr Leute, der Stadtkern war brechend voll. Nicht so bei Kohl und auch nicht bei Brandt. Bei weitem nicht. Ja, es ist schwer, so große Menschenmengen zu zählen. Aber man hätte eine realistische Schätzung versuchen können. Am Abend gab es dann eine Wahlkundgebung der "Allianz für Deutschland" (deren Ost-Spitzen alsbald ins Abseits gedrängt werden sollten). Der Stadthallen-Parkplatz war etwa zu einem Drittel gefüllt - angeblich mit 120.000 Leuten. Es waren eher 30.000, aber gut.

    Warum reite ich hier auf den Zahlen herum? Weil sich auch an solchen Details zeigt, wie westliche Politiker und Strategen damals ganz gezielt den Vereinigungsprozes beeinflusst und die Stimmung mit sanftem Druck in die "richtige" Richtung gelenkt haben. Propaganda gehörte dazu, das Streuen von Losungen, und eben auch geschönte Zahlen über die "begeisterten Massen". Und die richtigen "Winkelemente" und Plakate, die im Herbst 1989 in Leipzig aus Bussen mit westdeutschen Kennzeichen heraus verteilt wurden. Habe ich selbst gesehen. Aus heutiger Sicht: geschenkt. So, wie sich alles bis heute entwickelt hat, ist es trotz aller Probleme wirklich ganz okay. Aber es ist einfach etwas anstrengend, heute die wunderbar ausgeschmückten Legenden über jene Zeit zu hören und zu wissen, dass es damals doch ein bisschen profaner war. Und in den ersten Jahren danach auch manchmal ziemlich biter.

  • 11
    5
    Freigeist14
    01.03.2020

    Diese eigentliche Einmischung in die Volkskammerwahl 18 Tage später wurde einfach so hingenommen . Kohl übernahm ja auch faktisch die Führung der "Allianz für Deutschland " und pumpte Unsummen in den Wahlkampf . Das führte zur Atomisierung der eigentlichen Urheber der Wende ,dem Neuen Forum u.a. Bewegungen und der völligen Preisgabe der Forderungen des Runden Tisches nach echter Bürgerbeteiligung und plebiszitären Prinzipien des Wende-Herbstes . Willkommen in der Bonner Republik !

  • 7
    6
    Freigeist14
    01.03.2020

    Maresch@ machen Sie es sich passend .ja ? Das Saarland galt faktisch 10 Jahre nach der Rückgliederung als Sonderzone um den Anpassungsprozess überschaubar zu gestalten . Also keine knallharten kalten Entzug wie die DDR-Wirtschaft über die Nacht des 1.Juli 1990 . Jede Wirtschaft - JEDE WIRTSCHAFT !- wäre nach dieser Verteuerung um ca.300% über Nacht , kollabiert . Und außerdem war die Planwirtschaft nicht abgekoppelt vom Westen sondern fleißiger ,billiger Produzent für westdeutsche Versandhäuser und Möbelanbieter . Weiter nennen Sie die völlige Preisgabe sowjetischer Sicherheitsinteressen ohne fixierten Garantien im Alleingang Gorbatschows für ein "Meisterstück" . Das heisst im Umkehrschluss : Pech gehabt ,Russland : Wir sind heute ganz legitim 70 km vor Petersburg unterwegs . Informieren Sie sich doch mal ,wie der Botschafter in der BRD Valentin Falin das leichtgläubige ,planlose Verhaltens Gorbatschow damals hilflos mit ansehen musste .

  • 6
    9
    Maresch
    01.03.2020

    @Kastenfrosch. Den Vergleich hat Freigeist aufgemacht, ansonsten wäre die Erwähnung des Saarlands ja tatsächlich sinnfrei, weil es sich in beiden Fällen um historisch abgeschlossene Ereignisse handelt, für die keine Handlungsempfehlung gegeben werden und deren gemeinsame Betrachtung nur komparatistisch erfolgen kann.

    Beim Saarland handelt es sich des Weiteren um die Rückgliederung einer im Grunde unbedeutenden territorialen Randzone nach Deutschland wie sie schon einmal 1935 stattgefunden hat. Bei der Wiedervereinigung ging es um die verfassungsrechtliche Einbeziehung eines zentralen Teiles Deutschlands aus der existenziellen Teilungssituation des deutschen Staates heraus.

    Die Wiedervereinigung stellt einen historischen Präzedenzfall dar. Wäre damals ein 'Hardliner' in der Sowjetunion an der Macht gewesen oder wäre Gorbacev gestürzt wurden, hätte es vielleicht nie das Okay zur Wiedervereinigung gegeben, das Kohl usw. unter Hochdruck ausgehandelt hatte und schließlich zum Zwei-plus-Vier-Vertrag führte. Ein diplomatisches Meisterstück!

    Im Nachhinein haben alle gut reden, aber vor allem die und das war die absolute Mehrheit, die damals nicht gegen die Wiedervereinigung war, nichts gegen die so schnell wie mögliche Einführung der DM hatte und/oder wie besoffen schwarz-rot-goldene Fahnen schwenkte.

  • 15
    3
    Kastenfrosch
    01.03.2020

    Maresch: Kernaussage des Freigeist-Kommentars ist, dass ein langsamerer Ankopplungsprozess von Vorteil gewesen wäre (ich stimme zu). Das Saarland diente hierbei als Beispiel. Den vermeintlichen Vergleich haben Sie hineininterpretiert.

  • 17
    6
    872889
    01.03.2020

    @Arndt Bremen(!), wie viele deutsche Produkte haben Sie denn wirklich? Und zu wessen Lasten geht denn unser Wohlstand? @Interessierte: Über die vielen rechten Anheizer aus dem Westen sollte man sich eher heute Gedanken machen.

  • 14
    6
    Maresch
    01.03.2020

    @Freigeist. Das Saarland war keine sozialistische Diktatur mit Planwirtschaft, nicht 40 Jahre vom Westen abgekoppelt und hatte damals nur 1 Million Einwohner! Der Vergleich hinkt völlig und ist ahistorisch.

  • 2
    18
    Interessierte
    01.03.2020

    Hier links im Hintergrund steht noch die Platte mit der Schuhmeile …
    Wie viele Westler sind denn da mitgekommen und haben das alles angeheizt ?
    Und der "Platz" war der Parkplatz der Gäste vom Kongress , 1970 waren Tiefgaragen noch nicht so aktuell …
    Und @872889 , wie würde es den heute aussehen , wissen Sie das ?

  • 13
    10
    Eibenger
    01.03.2020

    Aber Hallo! Wie kann man heute noch solch einem heuchlerischen Staatsmann zujubeln, der für den Ausverkauf der damaligen DDR durch die Treuhand verantwortlich war, indem er entgegen den Warnungen aller Bankenchefs, auch des Vice- Chefs der damaligen DDR-Bank, danach der Deutschen Bank) die D-Mark innerhalb weniger Wochen einführte. Und das mit verheerenden Folgen. Bis zur Wende waren unsere Produkte in den Katalogen bei Quelle, Neckermann und Otto vertreten. Firmierten z.B. unter dem Label Privileg. Nach einer internen Umrechnungsformel der westdeutschen Banken waren 360 DDR-Mark (soviel kostete z.B. die Herstellung eines DKK Kühlschranks in Scharfenstein) 82 D-Mark wert. Er wurde für 140 D-Mark an Quelle verkauft. Damit standen nun 58 D-Mark als Gewinn zu Buche. Nach der Währungsunion 1990 im Verhältnis 1:1 kostete die Herstellung des Kühlschranks 360 D-Mark (360 MDN entsprechen nun 360 DM). Nimmt ihn nun Quelle wieder für 140 D-Mark ab, entsteht ein VERLUST!! von 220 D-Mark. Es war von Kohl ein strategischer Schachzug, mit seiner angeschlagenen Partei CDU auf Stimmenfang zu gehen. Leider ging die Bevölkerung dem Bauernfang dabei auf den Leim!

  • 13
    13
    ArndtBremen
    01.03.2020

    @872889: Ich gebe Ihnen gerne Recht. Bitte denken Sie aber auch daran, dass der Wohlstand in dem wir leben, ein deutsches Produkt ist. Deutsche Menschen dürfen berechtigt stolz darauf sein.

  • 20
    8
    Freigeist14
    01.03.2020

    Maresch@ ,die alte gepflegte Lubhudelei ? "Wir danken Dir Helmut ! " . Einen sanfteren Übergang in ein gemeinsames Deutschland hätte allen gut getan . Man denke nur an die lange Übergangsphase des Saarlandes nach der Rückkehr zur BRD .

  • 17
    16
    Maresch
    01.03.2020

    Danke Helmut, dass du und Genscher damals die entscheidenden Gespräche mit Gorba??v zur Wiedervereinigung so schnell wie möglich vorangetrieben hast! Es hätte auch anders kommen können.

  • 25
    6
    Echo1
    01.03.2020

    Denken ist die erste Bürgerpflicht.
    Das hat bei vielen gefehlt. Es war nicht alles falsch an der SED-Propaganda.
    Der Bauch hatte gesiegt. Die Skepsis wurde
    zur Seite geschoben. Das hatte die
    DDR-Bürgerbewegung nicht verdient. Der
    dämliche, dogmatische Funktionär schon.

  • 33
    8
    872889
    01.03.2020

    Jede/r, der/die Zeit miterlebt hat, sollte sich die Frage stellen, wo wir heute stünden, wenn es die friedliche Wende nicht gegeben hätte... Trotz so mancher Probleme und ohne rosarote Brille sollte sich jede/r bewusst sein, wie gut es uns hier in Deutschland geht. Und vielleicht sollte man auch nicht immer alles kaputt reden. Viel zu oft ist das Jammern auf allerhöchstem Niveau. Aber wahrscheinlich leider eine deutsche Tugend und viel zu oft auch geschürt.

  • 10
    22
    Interessierte
    29.02.2020

    Im Westen hatte sich nichts geändert , nur die Postleitzahlen ..
    Und dazu wurde eben noch deren Wählerwille durchkreuzt , womit in dieser gewohnten politischen Richtung und im eingespielten Leben alles anders wurde ….. @Freigeist14

  • 29
    23
    Hinterfragt
    29.02.2020

    Nun, wenn er mit "blühenden Landschaften" die zugewucherten Industriebrachen meinte, dann hatte er Recht ...

  • 34
    10
    Freigeist14
    29.02.2020

    Die BRD-Bürger müssen sich die Augen gerieben haben : Im Westen angeschlagen und knapp einer Abwahl durch die Partei entkommen wurde der Oggersheimer von den Karl-Marx-Städtern wie ein Messias und Retter gefeiert .

  • 21
    24
    Interessierte
    29.02.2020

    Da war ich gar nicht dabei , wann war denn das ?
    Donnerstags nachmittags ..,..
    Da war ich sicherlich auf Arbeit …..
    https://www.chronikderwende.de/wendepunkte/wendepunkte_jsp/key=wp1.3.1990.html

    Er wolle keine Milliardenbeträge in ein bankrottes System stecken.
    ( waren die nicht selber bankrott - und heute nach einem Aufschwung wieder ?

  • 34
    26
    Mike1969
    29.02.2020

    Im Nachgang ein schwarzer Tag für Chemnitz, die Chemnitzer Industrie und die Wirtschaft in der Region. Die Wende hat nicht funktioniert!