Altes Tanzlokal für junge Mode

Eine Unternehmerin hat in einem ehemaligen Lokal in Limbach-Oberfrohna eine Boutique eröffnet. Das Interesse der Kundschaft gilt aber längst nicht nur ihrer Ware.

Limbach-Oberfrohna.

In letzter Zeit passiert auf der Limbacher Straße 115 mitunter Folgendes: Christine Smenteck steht in ihrer Boutique, und dann gehen Leute nah ans Schaufenster und blicken ins Innere. "Viele kommen aus Neugier auch herein und erzählen dann Geschichten von früher", so die junge Frau.

Vor ein paar Wochen hat Smenteck ihre Braut- und Modeboutique Belvedere eröffnet. Der Name Belvedere existiert seit 1923 und ist den Limbach-Oberfrohnaern sowie Niederfrohnaern häufig noch geläufig, aber nicht als Modegeschäft, sondern als Tanzlokal. Seit zwei Jahren ist die Gaststätte geschlossen. Doch das Haus mit seinen großen, halbrunden Fenstern war für Smenteck ein Anziehungspunkt. Ihre Kinder besuchen die Kita in Niederfrohna, sodass sie täglich mit dem Auto am Belvedere vorbeimuss. "Irgendwann habe ich mir dann gesagt: Wenn ein eigener Laden, dann hier", berichtet die 35-Jährige.

Gedacht, getan. Weil sie ursprünglich aus der Gastronomie kommt und sich die Branche nicht mit dem Familienleben vereinbaren ließ, wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit. Als Smenteck die Räume des Belvedere das erste Mal ansah, sei sie begeistert gewesen. "Dieser Charme, mit Stuck an der Decke und holzverkleideten Wänden, hat es mir sofort angetan", so die Inhaberin. Deshalb sollte er unbedingt erhalten bleiben, sodass bis auf ein paar Renovierungsarbeiten der historische Kern noch immer zu erkennen ist. Bei Vermieter und Hausbesitzer Stephen Seidel sei sie mit ihrem Vorhaben offene Türen eingerannt. Weil die Fläche seit 2016 leer stand, habe er die Idee der jungen Frau gut gefunden, sagt sie.

Und die Idee, wie dem früheren Kultlokal Belvedere wieder Leben eingehaucht werden kann, ist kurz erklärt: Es soll ein Geschäft sein mit allem, was Frau so braucht. Jacken und Hosen, Shirts und Blusen hängen da an Kleiderständern oder liegen auf Kommoden. Die passenden Handtaschen und Schuhe gibt es ebenfalls. Mit Beginn der kalten Jahreszeit sollen Schals und Mützen dazukommen. "Ich verkaufe das, was mir auch persönlich gefällt", sagt Smenteck. Extravagantes reiht sich an Kleidung für den Alltag, Einzelstücke, Festmode und italienische Mode ergänzen das Angebot. Ab dem neuen Jahr ist ein zweiter Verkaufszweig geplant: Brautmode. Dafür hat die Unternehmerin bereits den früheren Saal der Gaststätte hinter der Schiebetür renoviert.

Und wie wird die Boutique an der Limbacher Straße angenommen? Sehr gut, sagt die Inhaberin, die hofft, dass das Interesse auch dann noch anhält, wenn die Neugier, was aus dem Tanzlokal geworden ist, gestillt wurde. Einen Verkauf der Mode über das Internet gebe es nicht.

Profitieren könnte sie demnächst aber auch von Kunden der Bäckerei Vogel. Die zieht von ihrem Standort an der Peniger Straße in dasselbe Haus, in dem sich die Boutique befindet. Als Grund für den Umzug nennt Bäckerei-Inhaber Alexander Lohmann Platzprobleme am bisherigen Standort. "Außerdem habe ich beim Belvedere Parkplätze und die ältere Kundschaft muss keine Treppen mehr steigen", erläutert er. Je nachdem, wie schnell die Ladenbauer sind, soll die Bäckereifiliale nach bisherigen Plänen noch vor Weihnachten eröffnet werden.

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