Anwohner wollen Bohrtrupps stoppen

Ein Netzbetreiber plant eine Stromleitung zwischen Oberelsdorf und Röhrsdorf. Dafür sollen erste Untersuchungen des Baugrundes erfolgen. Einwohner wollen das aber verhindern.

Tauscha.

Im Kampf um eine Erdverkabelung der geplanten 110-Kilovolt-Trasse hofft die Tauschaer Bürgerinitiative (BI) jetzt auf Unterstützung durch Landeigentümer. Diese seien von einem Ingenieurbüro aus Dessau-Roßlau angeschrieben worden, dass die Firma im Auftrag des Netzbetreibers Mitnetz Baugrunduntersuchungen durchführen will, sagt BI-Sprecher Helmar Biering. Die BI empfehle ihnen, Mitarbeitern des Büros das Betreten der Flächen zu untersagen.

Denn bei den Untersuchungen "für den Betreiber der zukünftigen Freileitung" gehe es um das Aufstellen von Masten für die Stromtrasse, so Biering. Die BI fordert jedoch, dass die Leitung entlang von Tauscha in den Boden kommt. So sei es der Wille der Landbesitzer und Bürger, der Ortschafts- und Stadträte.


Darüber hinaus sei beim sächsischen Innenministerium noch ein Widerspruch der BI anhängig, der den gesamten Trassenverlauf infrage stelle, ergänzt Biering. Das Planfeststellungsverfahren sei ebenfalls noch nicht eröffnet. Die Baugrunduntersuchungen könnten laut Biering nun dazu dienen, bereits im Vorfeld "vollendete Tatsachen für einen Freileitungsbau zu schaffen".

Mitnetz-Sprecher Stefan Buscher bezeichnet das als Unterstellung. "Wir sind gesetzlich verpflichtet, beim Neubau von Hochspannungsleitungen Freileitungs- und Erdkabelvariante ergebnisoffen zu prüfen", sagt er. Beide Varianten sollten in das Planfeststellungsverfahren eingebracht werden, dazu müssten zwingend die Bodenverhältnisse untersucht werden. Deshalb müsse ab Ende Mai an ausgewählten Standorten im Trassenkorridor bis in sechs Meter Tiefe gebohrt werden.

Ende Juni sollen laut Buscher die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion in Chemnitz eingereicht werden. Am Ende des Verfahrens stehe ein Beschluss, der festlege, ob die neue Leitung in der Erde oder im Freien gebaut wird. "Wenn die Landesdirektion uns dazu auffordert, werden wir auch die von der BI Tauscha geforderte Teilverkablung prüfen", so Buscher. Dabei geht es immer auch um die Kosten. Eine Übersicht dazu - für Freileitung und für Erdkabel - könne später mit den Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren öffentlich eingesehen werden, hieß es aus dem Unternehmen.

Eine Grundlage für die Kalkulation ist laut Buscher die Baugrunduntersuchung. Ob Erdkabel insgesamt oder in einem Abschnitt, wie es die BI formuliert "finanziell zumutbar" sind, werde im Verfahren geprüft, so der Sprecher. Die Unterlagen dafür umfassten überdies die Feintrassierung. Zu allem können die Bürger noch ihre Stellungnahmen abgeben. Der Widerspruch der BI betreffe das Raumordnungsverfahren und habe auf die Baugrunduntersuchungen keinen Einfluss, heißt es.

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