Arbeit als Strafe für Betrug

Angeklagter verkauft im Internet und liefert nicht

Limbach-Oberfrohna.

Es passiert immer wieder: Menschen finden im Internet ein Angebot, ersteigern den Gegenstand, bezahlen und bekommen nichts geliefert. Manchmal geht es nur um ein paar Euro. Wie im Falle eines 30-Jährigen aus Limbach-Oberfrohna, der sich jetzt wegen Betrugs verantworten musste. Für den Kunden ist der Verlust ärgerlich. Seine Anzeige setzte ein teures Prozedere in Gang - Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht mussten sich mit der Angelegenheit beschäftigen.

In dem Fall ging es auch um einen Plattenspieler, den ein Kunde für 33 Euro ersteigert hatte. "Sie wissen doch ganz genau, dass es Ärger einbringt, wenn Sie nicht liefern. Das ist doch alles nachzuweisen", sagte Richter Manfred Weber dem Angeklagten. Der war schon einmal wegen neun Fällen des Computerbetrugs verurteilt worden und hatte es erneut darauf ankommen lassen. "Ich wollte ja liefern, aber ich musste erst noch eine neue Plattenspielernadel besorgen", versuchte er eine Erklärung. Am Zeitfaktor kann es nicht gelegen haben, der Angeklagte ist arbeitslos. Anderes war ihm wohl wichtiger, das Gefühl hat auch sein Betreuer. Er will dafür sorgen, dass der Käufer seinen Plattenspieler doch noch bekommt. An den anderen Geprellten in einem zweiten Fall hat der Angeklagte das Geld schon zurückerstattet. Das Gericht drückte beide Augen zu, stellte das Verfahren vorläufig ein. Allerdings gegen eine Arbeitsauflage: 30 Stunden gemeinnützige Arbeit muss der Arbeitslose leisten. (hpk)

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