Chemnitzer lassen Österreich hochleben

Ein Nationaltag mit lieben Nachbarn, ein höllisch-heißer Ofen zum Kneipenfest und eine Golferin mit Siegerqualitäten.

Stephanie Nagler (Foto), Physiotherapeutin aus Chemnitz, macht allen Anfängern im Golfsport Mut. Erst vor etwas mehr als einem Monat hat sie beim Chemnitzer Trainer Adrianus van der Donk die Spielberechtigung für Golfplätze abgelegt. Am Samstag gewann sie auf dem Platz am Wasserschloß in einer von drei Spielklassen eines der wichtigsten Turniere im Kalender des Chemnitzer Golfclubs: das Masters. Daran dürfen nur die besten Turnierspieler der Saison teilnehmen. Weil Stephanie Nagler im ersten Monat ihrer Spielberechtigung schon ein Turnier gewonnen und bei einem anderen den zweiten Platz belegt hat, konnte sie sich für dieses Masters-Turnier qualifizieren und sahnte nun erneut ab. "Der Virus hat mich gepackt", sagte sie am Samstag bei der anschließenden Party am Uferstrand mit einem Strahlen in den Augen. Vielleicht ist sie aber auch besonders sport-ehrgeizig. Bevor sie 2008 Mutter einer Tochter wurde, war sie als Tennisspielerin im Club am Küchwald aktiv, schlug mit der Mannschaft sogar in der Landesoberliga auf.

Reinhard Erfurth, Ingenieur und seit zwölf Jahren sächsischer Honorarkonsul der Republik Österreich, feierte am Freitag mit Freunden und Vertretern aus Wirtschaft und Kultur den Nationalfeiertag der Alpenrepublik. In der Fabrikküche in der Schönherrfabrik versammelte er etwa 100 Gäste, darunter den Generalkonsul der österreichischen Botschaft in Berlin, Gerhard Lutz. Der geriet ins Schwärmen: "Diese Fabrik ist ein Musterbeispiel für wirtschaftliche Pionierarbeit." Eine Wiener Investorengruppe unter Führung von Hannes Winkler hatte den ehemaligen Webstuhlbau 1994 von der Treuhand übernommen und betreibt seitdem gemeinsam mit der Chemnitzer Geschäftsführerin Birgit Eckert den Ausbau. "Diese Kooperation ist nur ein Beispiel, wie gut die Österreicher und die Sachsen wirtschaftlich kooperieren", erklärte Erfurth. "Insgesamt leben und arbeiten im Freistaat 1400 Menschen aus unserem Nachbarland." Immer am 26. Oktober wird in Österreich die Neutralität der Republik gefeiert. "Um dieses Datum herum gibt es in Deutschland etwa 15 kleine Festlichkeiten für Österreicher und ihre deutschen Wirtschaftspartner", erklärte Gerhard Lutz. Erstmals wurde der Tag nun in Chemnitz begangen. Auch, weil Honorarkonsul Reinhard Erfurth mit Leib und Seele Chemnitzer ist. Bei Wiener Schnitzel, steirischer Kürbissuppe und kleinen Käsewürstchen aus der Max-Louis-Küche feierten unter anderem Staatsminister Thomas Schmidt, Friedrich Schmidl, Chef der österreichischen Wirtschaftsagentur, Alt-OB Peter Seifert, Neu-Uni-Rektor Gerd Strohmeier, Stadtrat Tino Fritzsche, Rechtsanwalt Axel Schweppe und der aus Oberösterreich stammende Kirchenmusikdirektor Siegfried Petri mit.

Holger Ulbricht, Restaurantleiter im "Brazil", macht seinen Gästen zum zwölfjährigen Bestehen des Lokals an der Theaterstraße ein besonderes Geschenk: "Wir haben pünktlich zu unserem Geburtstag einen Beefcrafter in der Küche eingebaut." Was bitte ist das denn? "Das ist die beste Erfindung, die Liebhabern perfekter Fleischzubereitung passieren konnte." Das sagt nicht Holger Ulbricht, sondern Profikoch Tim Mälzer. Der weiß nämlich, dass in so einem Spezialgrill Steaks bei 800 Grad erhitzt werden, die Außenhaut sofort karamellisiert, knusprig wird und die Fasern innen zart und saftig bleiben. Das zwölfjährige Bestehen wird aber nicht nur mit so einer höllisch-heißen Maschine gefeiert, sondern auch mit Musik. Beim "Festival of Sounds", dem Innenstadt-Kneipenfest am Freitag, legt Discjockey Oliver Lang brasilianische Rhythmen auf die Plattenteller. Nicht zum ersten Mal, bei der Geburtstagsfete im Oktober hat er damit auch schon die Gäste zum Tanzen gebracht.

Professorin Katrin Engelmann, seit zehn Jahren Leiterin der Augenheilkunde am Klinikum Chemnitz, ist mit zwei Ärztekollegen ausgezeichnet worden. Das Magazin "Focus" nahm sie und Dr. Axel Hübler, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, sowie Gunther Klautke, Leiter der Klinik für Radioonkologie, ins alljährliche Ranking der Spezialausgabe "Gesundheit" auf. Das Klinikum ist als einziges Krankenhaus Südwestsachsens mit gleich drei Medizinern vertreten. Die Auflistung wird gemeinsam mit medizinischen Fachgesellschaften auf Basis wissenschaftlicher Publikationen sowie auf Empfehlungen von Patientenverbänden, Selbsthilfegruppen und Klinikchefs verfasst.

Herbert Feuerstein (Foto), Kabarettist und Entertainer, hat in der Villa Esche seine Marke hinterlassen. Als er vergangene Woche dort seine Autobiografie "Die neun Leben des Herrn F." vorstellte, schnappte er sich anschließend einen Stift und zeichnete damit ins Gästebuch - keinen typischen Lobhudel-Spruch. Er pinselte lieber eine Karikatur seiner selbst, die vorwitzig ins Buch schielt, und setzte eine Sprechblase mit dem Satz "Schön war's in Chemnitz!" darüber.

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