Erinnerungen an einen gebürtigen Adorfer

Der Bildhauer Max Bochmann hat in der Region seine Spuren hinterlassen. Ein Buch über ihn enthält auch eine ganz persönliche Rückschau.

Adorf.

Noch heute lassen sich in vielen Kirchen größere Schnitzereien von Max Bochmann finden. So auch in der Adorfer Kirche, in der Figuren des Holzbildhauers aufgestellt sind. Das Chemnitzer Glockenspiel zierten von 1937 bis 1945 ebenfalls Figuren von Max Bochmann. Und auch der kleine "Dukatenscheißer" an der Eingangstür zum Standesamt stammt von ihm. Außerdem hat der Sohn eines Tischlers auch zahlreiche Modelle für namhafte Architekturen hergestellt, zum Beispiel vom Chemnitzer Stadtbad, von der Strumpffabrik Oberlungwitz oder von der Saidenbachtalsperre.

Um die Leistungen von Max Bochmann zu würdigen, bringt der Verein für Orts- und Heimatgeschichte als siebten Band der Reihe "Heimatkundlicher Schriften" ein Buch über den Adorfer heraus, der vor allem in Chemnitz und Umgebung gewirkt hat. "Das Buch beschäftigt sich mit dem Leben von Max Bochmann und von ihm geschaffenen Werken zu den Themen sakrale und weltliche Kunst in Form von Schnitzereien, Reliefs und Ornamenten. Es ist mit insgesamt 75 Fotos bebildert", sagt Vereinsmitglied Helfried Walther.

An der 72 Seiten umfassenden Publikation, die in einer Auflage von 180 Exemplaren erschienen ist, hat er in Zusammenarbeit mit der Enkelin von Max Bochmann, Christine Hartmann, annähernd ein Jahr lang gearbeitet. Gefördert wurde das Buchprojekt durch die Landesdirektion Sachsen und die Sparkassenstiftung Stollberg. In einem öffentlichen Vortrag ist an Boch erinnert worden. Dabei spielten auch die ganz persönlichen Erinnerungen Christine Hartmanns an ihren Großvater eine Rolle. Unter anderem an "unsere gemeinsame Zeit in der Regensburger Straße in Chemnitz und wie es in der Werkstatt im Hinterhaus immer nach Holz gerochen hat. Erst nach Jahren ist mir bewusst geworden, was er im Stillen in seiner Werkstatt geleistet hat", sagt die 80-Jährige.

Die Vereinsmitglieder bereiten derzeit eine Ausstellung über Max Bochmann vor. Sie wird originale Werke des Bildhauers aus privaten Sammlungen und Museen enthalten, darunter aus dem Schloßbergmuseum Chemnitz, dem Erzgebirgsmuseum Annaberg und der Kreuzkirche sowie aus anderen Chemnitzer Gotteshäusern, kündigt Helfried Walther an. Fotos und Dokumente ergänzen die Ausstellung, die während der Zeit des Pyramidenfestes geöffnet sein wird.

Geboren wurde der Bildhauer Max Bochmann 1877 im Erzgebirgsdorf Adorf. Dort wohnte er bis zu seinem 15. Lebensjahr. Den Rest seines Lebens verbrachte er in Chemnitz. Er absolvierte von 1892 bis 1895 eine Lehre zum Holzbildhauer und war anschließend zwei Jahre in Möbelfabriken tätig. Danach war Max Bochmann bis 1912 bei einem Gipsbildhauer angestellt. Zwischenzeitlich heiratete er 1901. Im selben Jahr sowie 1908 kamen seine beiden Töchter zur Welt. Von 1912 bis 1920 arbeitete er bei dem akademischen Bildhauer Bruno Ziegler. Anschließend war er bis zu seinem Tod als Bildhauer und Modellbauer selbstständig tätig. 1955 starb Max Bochmann in Chemnitz.

Das Buch ist im Haushaltsshop/Poststelle Sachse am Penny-Markt in Adorf zum Preis von 10 Euro erhältlich.

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